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Abwasser und Fett lassen sich scheiden

Wichtige Vergleichskriterien zwischen den verschiedenen Systemen von ­Fettabscheidern sind neben den Kosten die Stabilität und die Funktionalität. Abscheider aus Stahlbeton können speziell beim Erdeinbau punkten.

von Alimenta Import

Betriebe, in denen fetthaltiges Wasser anfällt, müssen einen Fettabscheider einsetzen. Fettabscheider arbeiten nach dem Schwerkraftprinzip. Sie bestehen aus einem Schlammfang, einem Fettsammler, einer Probeentnahmeeinrichtung und häufig einer Hebeanlage. Die Nenngrösse einer Fettabscheideranlage richtet sich nach der Menge des anfallenden Schmutz­wassers und wird in Litern pro Sekunde gemessen.
Am Zulauf vergrössert sich der Fliessquerschnitt, und das Abwassergemisch beruhigt sich. Dadurch können sich die enthaltenen Sink- und Feststoffe absetzen. An der Oberfläche bildet sich eine stetig wachsende Fettschicht, die zwischen den Zu- und Ablaufeinbauten zurückgehalten wird. Die Fettschicht muss regelmässig, mindestens einmal im Monat, entsorgt werden. Dabei wird meist der komplette Fettabscheider von einem Entsorgungsfahrzeug leer gesaugt und anschliessend wieder mit Frischwasser gefüllt.
Aus dem Fettabscheider fliesst das öl- und fettfreie Abwasser durch einen norm­ge­rechten Probeentnahmeschacht, der Kontroll­zwecken dient, in die öffentliche Kana­lisation. Die Probenahme muss aus dem ­fliessenden Ablaufwasser erfolgen können. Zur Entwässerung von Abscheideranlagen, deren Ruhe­wasserspiegel unter der Rückstauebene liegen, schreibt das Regelwerk eine nachgeschaltete Hebeanlage vor.
Es gibt Fettabscheider für den Einbau
ins Erdreich und Anlagen, die frei aufgestellt ­werden. Fettabscheider für den Erdeinbau sind ausserhalb von Gebäuden in der Nähe der Anfallstelle des Schmutzwassers einzubauen, an einer Stelle, die für Entsorgungsfahrzeuge leicht zu erreichen ist. Frei aufgestellte Fett­abscheider müssen in frostfreien Räumen stehen.
Die Funktionsbereiche Schlammfang und Fett­abscheider können übereinander wie neben­einander angeordnet werden. Bei der hori­zontalen Anordnung werden sie durch eine senkrechte Trennwand voneinander getrennt. ­Diese Bauform ist generell flacher als bei einer vertikalen Struktur. Dies kann spe­ziell beim Erdeinbau vorteilhaft sein – dann, wenn auch die Baugrube bei hohem Grundwasserstand oder schlechtem Baugrund flach sein muss.

Beton: Stabilität zahlt sich aus

Der Markt bietet Systeme aus Stahlbeton, Kunststoff und Edelstahl. Während bei An­lagen in Gebäuden Edelstahl- und Kunststoff-Fettabscheider wegen ihrer schlanken ­Bauform und dem vergleichsweise geringen Eigengewicht die oft bessere Lösung sind, haben im Erdeinbau Produkte aus Stahlbeton praaktiscah alle Vorteile auf ihrer Seite.
So sind die Betonbehälter deutlich formstabiler als Kunststoffanlagen. Dies zahlt sich schon beim Einbau aus: Während bei Kunststoffbehältern erhöhte Vorsicht vor potenziellen Beschädigungen geboten ist und zum Teil auf spezielles Verfüllmaterial zurück­gegriffen werden muss, ist bei den stabilen Fertigbetonteilen ein maschinelles Wiederverfüllen und Verdichten ohne Weiteres möglich. Ausserdem müssen bei den schweren Betonbehältern keine besonderen Vorkehrungen zur Auftriebssicherung getroffen werden. Meist kann der Einbau von ortsansässigen Bau­firmen ohne Spezialkenntnisse durchgeführt werden. Unter dem Strich reduzieren sich so Bauzeit und Baukosten.
Fettabscheider sollen Platz sparend sein und für die Entsorgung gut erreichbar unter Verkehrsflächen verschwinden. Auch hier kann Stahlbeton mit seiner höheren Stabilität punkten. Um bezüglich hoher Verkehrslasten auf der sicheren Seite zu sein, sollte die gewählte Abscheideranlage über eine geprüfte Typenstatik mit Nachweis der Standsicherheit für SLW 60 nach DIN 1072 verfügen.
Und nicht zuletzt kann ein weiterer ­Vorteil des Erdeinbaus gegenüber einer freistehenden Anlage im Gebäude sehr angenehm wirken: Geruchsbelästigungen während der Entsorgung werden unter freiem Himmel rasch vom Winde verweht. pd

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