Datum:

Noch kein neuer Richtpreis festgelegt

An seiner Sitzung kurz vor Weihnachten konnte sich der Vorstand der Branchenorganisation Milch auf keinen neuen Richtpreis für Molkereimilch einigen. Ein neuer Anlauf zu einer Einigung folgt Ende Januar.

von Alimenta Import

Der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BO Milch) hat sich an seiner Sitzung vom 22. Dezember nicht auf einen neuen Richtpreis geeinigt. Grund für die Uneinigkeit zwischen Verar­beitern und Milchproduzenten über den Richtpreis für die Periode vom 1. Januar bis zum 31. März seien unterschiedliche Einschätzungen der Entwicklung des Milchmarktes, sagte Martin Rufer, Geschäftsführer der BO Milch, gegenüber der Nachrichten­agentur SDA. Der Vorstand hat beschlossen, die Frage des Richtpreises an seiner Sitzung von Ende Januar zu beurteilen. Bis dahin sollten auch die Daten vorliegen, die aufzei­gen, wie gross die in Verträgen vereinbarte Milchliefermenge ist. Die Vorstandsmitglie-der gehen zudem davon aus, dass sich bis
Ende ­Januar besser abschätzen lässt, wie
gross die marktkonforme Milchmenge ist. Auch soll dann klar sein, wie der Markt ­konkret von überschüssiger Milch entlastet werden soll.

Noch zu wenig Daten
Über die Milchmenge hätten keine verbindlichen Entscheide gefällt werden können, weil die für die Festsetzung des Milchmengen­indexes nötigen Daten vor Weihnachten noch fehlten, heisst es in einer Mitteilung der BO Milch. Die Milchkaufverträge 2010 werden teilweise erst abgeschlossen. Der Vorstand fordert die Akteure der Milchwirtschaft auf, die ausstehenden Daten rasch zu melden. Bis zum Beschluss des Vorstands Ende Januar über den Richtpreis, den Mengenindex und die Fettstützung verpflichten sich die Branchenmitglieder, die geltenden Milchkaufverträge nicht zu ändern.
Hingegen hat der Vorstand der BO Milch das Reglement zur Umsetzung der Mengenführung von Molkereimilch genehmigt. Die Delegierten der Organisation erteilten ihm den Auftrag dazu Ende November des letzten Jahres. Das Regelwerk hält die Verpflichtungen der Milchlieferanten und der Milchverarbeiter fest. Weiter sind darin die Sank­tionen festgelegt, die beim Verstoss gegen Massnahmen des Modells verhängt werden. Die Massnahmen müssen – mit Ausnahme des Mengenindexes – von den Akteuren der Milchwirtschaft seit dem 1. Januar umgesetzt werden.

Entlastung erfüllt
Schliesslich verabschiedete der Vorstand den Controlling-Schlussbericht über die im letzten Frühjahr unter Federführung des Vereins Schweizer Milch (VSM) durchgeführten Markt­entlastungsmassnahmen. Dabei sind 19?300 Tonnen Milch ausgeführt worden. Damit seien die Vorgaben erfüllt worden, heisst es in der Mitteilung.