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Wird Schokolade teurer

Der Kakaopreis ist seit 1977 nicht mehr so teuer gewesen. Gleichzeitig stiegen die Zucker- und Kaffeepreise massiv an.

von Alimenta Import

Wird nun also das aus diesen Rohstoffen veredelte Produkt, die Schokolade, teurer. Für die Tonne Kakao wird nun das Doppelte als noch vor drei Jahren bezahlt. Mit 2500 Euro/t ist der Kakao jetzt bewertet. Jetzt will jedenfalls die deutsche Süssgebäckherstellerin die Preise für Schokolade nach oben anpassen, wird Sönke Renk, Mitglied der Geschäftsleitung der Bahlsen in der Welt zitiert. Doch die Schokoladeüberzug der Bahlsen-Biscuits stammt aus der Schweiz. So sind die Schweizer Couverture-Lieferanten für die Preiserhöhung mitverantwortlich?

Vorsichtiger bei der Kommunikation über Preise sind Schweizer Schokoladehersteller. Zur Zeit ist noch nichts geplant, doch wir verfolgen die Preisentwicklung des Kakaos genau, gibt die Medienverantwortliche Auskunft. Auch Sylvia Kälin, Mediensprecherin von Lindt teilt mit, dass es aus heutiger Sicht noch nicht klar ist, ob Preiserhöhungen erfolgen oder nicht.

Doch warum soll der Kakao eigentlich knapp sein? Sylvia Kälin sagt, dass auf jeden Fall anhand der letzten Ernten die Ware nicht dermassen knapp sein könne. Aber Rohmaterialien sind generell Ausweichinvestitionen sagt Kälin. An den Terminbörsen werde auf diesen Rohstoff sehr spekulativ eingewirkt. Dies treibt die Preise hoch.

Würde es sich denn lohnen die Rohstoffbörse und die Händler zu umgehen und den Kakao direkt bei den Produzenten zu beziehen? Nein, sagt Kälin. Dies widerspreche dem Qualitätsanspruch von Lindt. Denn Kakao wird in der Regel in einer Vielzahl von kleinen Familienbetrieben angebaut, die den Bedarf von Lindt & Sprüngli an Kakaobohnen in gleichbleibender Quantität und Qualität durch all die Jahre hindurch nicht garantieren können. Denn Wetter, Krankheitsdruck- oder andere Umstände können Qualiätsschwankungen und Ernteausfälle bewirken. Darum kauft der Konzern bei Händlern auf Muster. So ist gewährleistet dass die Qualität schon auf dem Rohstoff kontrolliert werden kann. Denn erst wenn das Muster getestet ist und den Qualitätsansprüchen genügt wird die Ladung freigegeben.

«Wir wollen die besten Bohnen gleichmässig über die Jahre garantieren können und kaufen nur rückverfolgbaren Kakao aus Ghana», sagt Sylvia Kälin. An Börse kann Qualität nicht abgelehnt werden. Was gekauft ist muss abgenommen werden. Der Kontrakt wird erfüllt. Auch Felix Inderbitzin der Max Felchlin AG, Schwyz, glaubt, dass Spekulationen für den hohen Preis verantwortlich sind. Doch für sie als kleine Player mit kleinen Volumen spiele der Weltmarkt eine weniger zentrale Rolle. Sie würden überdies direkt bei den Produzenten, hauptsächlich in Südamerika, einkaufen, dies sei gemäss Inderbitzin der springende Punkt. Dort ist der Kauf auf Muster auch üblich, aber sicher eher machbar als bei den riesigen Mengen.

Übrigens ist beim Zucker Lindt nicht auf den volatilen Weltmarktpreis angewiesen. Diesen beschafft das Unternehmen aus der Schweiz oder der EU. hps