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Swissness-Vorlage sorgt für Diskussionen

Die Verarbeitungsindustrie übt Kritik an der Swissness-Vorlage. Die Vorlage liefere keine Antwort auf die Frage, was mit den Rohstoffen ist, die hierzulande zwar angebaut würden, aber in ungenügender Menge.

von Alimenta Import

Nach dem Willen des Bundesrates dürfen künftig nur noch Lebensmittel mit der Schweizer Herkunft beworben werden, die gewichtsmässig zu 80 Prozent aus Schweizer Rohstoffen bestehen. «Wir können für Biscuits nur rund 20 Prozent des Bedarfs mit Mehl aus Schweizer Biscuit-Weizen abdecken», sagt Franz Schmid, Geschäftsführer des Verbands Biscosuisse gegenüber der Zeitung “Sonntag”. Beim Zucker werde etwa 50 Prozent des Verbrauchs importiert.

Auch ein Schweizer Biscuitshersteller, die Hug AG, Malters, ist laut den beiden Hug-Brüdern nicht einverstanden. So seien in den drei Produktionsanlagen 2009 gesamthaft ungefähr 4200 Tonnen Rohstoffe verarbeitet worden. Davon seien aber nur 68 Prozent aus Schweizer Anbau. Für Andreas Hug ist es unvorstellbar, dass künftig eventuell sogar ein Willisauer-Ringli nicht mehr mit dem Prädikat Schweiz ausgelobt werden dürfe.

Verunsicherung bezüglich der «Swissness»-Vorlage herrscht laut «Sonntag» auch im Läckerli-Huus. Läckerli-Huus-Chefin Miriam Blocher fragt sich, ob der Biscuit-Weizen weiterhin aus dem Ausland kommen dürfe oder in Zukunft zwangsläufig aus der Schweiz stammen müsse – auch wenn er die für die zur Läckerli-Zubereitung erforderlichen Eigenschaften nicht abdecke. Auch bei den Haselnüssen sei das Läckerli-Huus auf standardisierte Qualität angewiesen.

Am 28. Januar 2010 nimmt sich laut “Sonntag” die Rechtskommission des Nationalrats der Vorlage an. lid/hps