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KURZNEWS 2. Februar 2010

BSE kein Thema mehr bei Konsumenten / Italien: Kuhmilch in Büffel-Mozzarella / Schweiz: Gruyère überholt Emmentaler / Denner: erstmals mehr als 3 Mrd. Franken Umsatz / Melander-Farm am Ende / Schweizer sind Vize-Glacé-Weltmeister

von Foodaktuell Importer

Konsumenten haben vor BSE keine Angst mehr

Zwei Jahrzehnte nach dem ersten Fall von Boviner spongiformer Enzephalopathie (BSE), auch Rinderwahn genannt, greifen die Konsumenten beim Rindfleisch wieder zu wie früher.
Produzenten und Händler sind sich einig: Der Markt ist wieder intakt. “Man merkt es vor allem am Tartar”, sagt Josef Daehler, der Leiter des Geschäftsbereichs Frischfleisch von Bell gegenüber der Nachrichtentagentur SDA. Das rohe Rindfleisch sei an der Ladentheke wieder gefragt. Gastwirte nehmen das Gericht wieder regelmässig auf ihre Speisekarte und bestellen bei Bell nun doppelt so viel Tartar wie noch vor ein paar Jahren.

Der Pro-Kopf-Konsum von Rindfleisch ist stetig am steigen: Lag er 2007 noch bei 10,7 Kilogramm, waren es 2008 bereits 11,3 Kilogramm. Für dieses Jahr rechnet Daehler erneut mit einem Anstieg von ein paar hundert Gramm pro Kopf – trotz Wirtschaftskrise. “Das Vertrauen in Rindfleisch ist zurück”, sagt Daehler. Seit vier Jahren gab es keinen Fall mehr von Rinderwahnsinn. Bis Ende 2007 zählte die Statistik 463 Krankheitsfälle. Der erste war im November 1990 registriert worden.

Doch Spitzenwerte wie in den Achtzigerjahren – 1987 ass jeder in der Schweiz fast 22 Kilo Rindfleisch – wird es kaum mehr geben. Konsumenten mögen heutzutage vermehrt auch Fisch und Geflügel. Zudem änderte sich das Einkaufsverhalten. Konsumenten achten mehr auf den Tierschutz. “Die Kunden sind kritischer geworden. Ein höherer Tierschutz- Standard als die gesetzlichen Vorgaben wird heute oft von Unternehmen erwartet”, sagt Nicole Schöwel, Sprecherin von McDonald’s Schweiz.

In der Schweiz wurden 2008 insgesamt 483’400 Tonnen Fleisch gegessen – 3 Prozent mehr als im Jahr zuvor und 10,3 Prozent mehr als im Jahr 2000. Einschliesslich Fische und Krustentiere belief sich der Konsum pro Person auf 61,9 Kilogramm (+1,8 Prozent zum Vorjahr).

(Quelle: LID / 1.2.2010)

Panscherei-Vorwurf bei Büffel-Mozzarella

Wieder Aufregung um Büffel-Mozzarella in Italien: Lebensmittelkontrollen haben Spuren von Kuhmilch in der kulinarischen Kostbarkeit enthüllt. Landwirtschaftsminister Luca Zaia geisselte am Mittwoch die – nach seinen Angaben gesundheitlich unbedenkliche – Panscherei als „Wirtschaftsbetrug“ und suspendierte den Leiter des Konsortiums der Mozzarella-Hersteller in Kampanien.

Mozzarella soll ausschliesslich aus Büffelmilch hergestellt worden. Vor zwei Jahren gab es um den Käse einen grossen Skandal, als in Proben hohe Dioxin-Konzentrationen festgestellt wurden. Einige Länder setzten den Import des Produkts daraufhin aus.

(Quelle: AP (Rom) / 1.2.2010)

Gruyère überholt Emmentaler

Der berühmte Emmentalerkäse wird vom Spitzenplatz verdrängt: 2009 wurde zum ersten Mal in der Schweizer Käsegeschichte mehr Gruyèrekäse produziert als Emmentaler. 2009 ist mehr Gruyère als Emmentaler produziert worden.
Die Daten vom Dezember 2009 liegen zwar noch nicht vor. Aber von Januar bis November 2009 beläuft sich die Gruyèreproduktion auf 26‘300 Tonnen, die Emmentalerproduktion hingegen auf 23‘480 Tonnen.

Bis anhin war Emmentaler der meist produzierte Käse in der Schweiz, in den Achtzigerjahren wurden pro Jahr um die 57‘000 Tonnen davon hergestellt. Seither schrumpft die Produktion, 2008 wurden noch knapp 28‘800 Tonnen Emmentaler produziert. Beim Gruyère verläuft die Entwicklung in die Gegenrichtung: Während in den den Achtzigerjahren jährlich 22‘000 Tonnen Gruyère produziert wurden, waren es 2008 bereits 28‘200 Tonnen.

Philippe Bardet, Direktor der Sortenorganisation Gruyère, freut sich über die Entwicklung bei der Gruyèreproduktion. Er will aber noch zulegen. „Unser Ziel ist eine Jahresproduktion von 30‘000 Tonnen”, sagt er gegenüber dem LID. Bei der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland will man sich vom „Gruyère auf der Überholspur” nicht beunruhigen lassen.

Fakt sei, dass man in der Vergangenheit zu viel Emmentaler produziert habe, was zu einem zu hohen Lagerbestand geführt habe, sagt Christoph Stadelmann, Mediensprecher von Emmentaler Switzerland. Dies habe 2009 korrigiert werden müssen, indem die Produktion überproportional stark eingeschränkt wurde. Im Export ist der Emmentaler dem Gruyère noch immer voraus. Mit rund 20‘000 Tonnen wird jährlich rund doppelt so viel Emmentaler exportiert wie Gruyère.

(Quelle: LID / 29.01.2010)

Neues Rindfleischlabel bei der Migros

Migros vermarktet künftig Rindfleisch aus Schweizer Weidehaltung unter dem Label “Weide-Beef”. Das Label integriert die bestehenden regionalen Programme “Bio Weide-Beef”, “Swiss Premium Rindfleisch” und “Pure Simmental”.
Rindfleisch in Bioqualität wird unter dem Label “Bio Weide-Beef” vermarktet, je nach Region soll Rindfleisch in Kombination mit dem Label “Aus der Region” verkauft werden, schreibt Migros in einer Medienmitteilung vom Freitag, 29. Januar 2010.

Fleisch von Rindern und Ochsen, die während der Vegetationsperiode zwingend auf der Weide gehalten würden, sei von hervorragender Qualität. Dies hätten Kundenbefragungen und Degustations- und Lagertests ergeben. Sämtliche Landwirte, die für das Label “Weide-Beef” Fleisch produzieren, müssen ein einheitliches Richtlinienwerk zu Biodiversität und Ressourcenschutz einhalten.


(Quelle: LID / 29. 1.2010)

Regal-Preisanschrift wird in 22 Migros-Filialen getestet

Am 1. Februar 2010 startet der Pilotversuch zur Regal-Preisanschrift in der Migros. Die 22 Filialen wurden von den Migros-Genossenschaften so ausgewählt, dass alle Ladenformate, Supermärkte, Fachmärkte und Migros-Partner auf das neue System hin getestet werden. Die Testphase wird begleitet von Umfragen bei Kundinnen und Kunden sowie bei den Mitarbeitenden. Während des Pilotversuches kommen sowohl elektronische als auch Papier-Etiketten zum Einsatz.

Auf allen Regaletiketten wird nebst der Produktbezeichnung und dem Verkaufspreis konsequent auch der Referenzpreis angegeben, also der Preis pro 100 Gramm oder pro 100 Milliliter. So können die Kunden den Grundpreis der Produkte vergleichen. Damit beschreitet die Migros neue Wege in der Regalpreisbeschriftung. Die Tests sollen zeigen, ob die Technik einwandfrei funktioniert und ob die Etiketten für die Kundinnen und Kunden gut lesbar und aussagekräftig sind. Die Migros will herausfinden, was noch verbessert werden muss. Die Verkaufspreise werden während der Testphase sowohl auf dem Produkt wie auch am Regal ausgezeichnet.


(Quelle: Migros / 28.1.2010)

Schweizer Glaciers werden Vize-Glace-Weltmeister

Vom 22. – 27. Januar fanden in Rimimi zum 4. Mal die Glace-Weltmeisterschaften statt (Coppa del Mondo della Gelateria). Alle zwei Jahre messen sich zehn Mannschaften, welche aus einem vierköpfigen Team bestehen, im Herstellen von Glace- und Schokoladenkreationen (inkl. Schokoladenschaustück) sowie einer Eisskulptur.

In diesem Jahr hat sich, neben Teams aus Frankreich, Deutschland, Spanien, den USA und einigen mehr auch ein Schweizer Team der Herausforderung gestellt (die Regeln sehen vor, dass das Siegerteam vom letzten Mal, jeweils an der nächsten Coppa nicht teilnehmen darf, aus diesem Grund war Italien dieses Mal nicht mit dabei).

Unser Team welches sich aus folgenden Mitgliedern zusammen gesetzt hat: Giuseppe Piffaretti (Teamchef und Inhaber der Panetteria-Pasticceria von Mendrisio), Tiziano Bonazina, Toni Steininger (Art on food) und Rolf Mürner (Swiss Pastry Design) haben sich auf den Weg nach Rimini gemacht. Mit dem Wissen, dass die Jury die Punktzahl für die Degustation mit drei multipliziert und am Schluss der Gesamteindruck des Präsentationstisches bewertet wird hat das Team an den zwei Wettkampftagen alles geben.

Als Belohnung für Ihren Einsatz wurde das Schweizer Team mit dem 2. Schlussrang honoriert und darf sich für die nächsten zwei Jahre Vize-Glace-Weltmeister nennen.

(Quelle: Swiss Pastry Design / 28.1.2010)

Umsatzsteigerung bei Denner

2009 konnte Denner den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 3’020 Millionen Franken steigern. Damit wurde erstmals die 3-Milliarden-Marke überschritten.

Das Wachstum liege erneut deutlich über dem Branchendurchschnitt, schreibt Denner in einer Medienmitteilung vom Donnerstag, 28. Januar 2010. Damit könne Denner seine Stellung als Nummer drei im schweizerischen Lebensmittelmarkt festigen. Dank des überdurchschnittlichen Wachstums der letzten Jahre habe Denner signifikante Marktanteilsgewinne verbuchen können, heisst es weiter.

Im Verlaufe des Geschäftsjahres 2009 hat Denner die Preise von insgesamt 290 Produkten dauerhaft gesenkt. Die Preisabschläge entsprechen anzahlmässig 15 Prozent des gesamten Denner-Sortimentes. Auch hat Denner das Sortiment mit Frischprodukten erweitert.

(Quelle: LID / 28.01.2010)

McDonald’s intensiviert Kooperation mit IP-Suisse und SBV

„Gemeinsam mit unserem langjährigen Fleischlieferanten Bell sowie den Partnern SBV und IP-Suisse haben wir unter den veränderten Marktbedingungen eine nachhaltige Lösung für unseren Rindfleischeinkauf gefunden“, erklärt Rhea Beltrami, Supply Chain Director McDonald’s Schweiz.

„Unsere Anforderungen sind: 100 Prozent Schweizer Rindfleisch, das unsere Qualitätsstandards vollständig erfüllt, ein höherer Tierschutzstandard, als die Schweizer Gesetzgebung verlangt sowie ein marktgerechter Preis.“ Ab Februar 2010 können Schweizer Bauern ihre Rinder aus Tierhaltung mit regelmässigem Auslauf ins Freie an die Bell AG in Oensingen (SO) liefern, die daraus Hackfleischplätzchen für McDonald’s herstellt.

Der Bund verlangt in der RAUS-Verordnung von den Bauern, dass die Tiere im Sommer mindestens an 26 Tagen pro Monat und im Winter an 13 Tagen Weidegang oder Laufhof haben. „Wir begrüssen es, dass McDonald’s beim Rindfleisch auf RAUS-Tierhaltung setzt und damit einen gewichtigen Beitrag für eine tierfreundliche, einheimische Landwirtschaft leistet“, sagt Hans-Ulrich Huber, Geschäftsführer Schweizer Tierschutz (STS).

“Der regelmässige Auslauf – im Sommer wie auch im Winter – ist wichtiger Bestandteil einer tiergerechten Nutztierhaltung und fördert das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere“, erklärt Roman Weibel, Geschäftsführer von KAGfreiland.

„Diese Mehrleistungen der Bauern bezüglich Tierschutz sind uns wichtig, deshalb bezahlen wir pro Tier, das unsere Qualitätsanforderungen erfüllt, zusätzlich eine Prämie von 40 Franken“, erläutert Rhea Beltrami. Diese Prämie wurde in intensiven, aber fairen Verhandlungen zwischen McDonald’s und den Partnern vereinbart und wird für Tiere bezahlt, welche die Fleischigkeitsklassen C, H, T oder A sowie die Fettabdeckung 3, 4 oder 5 aufweisen.

„Partner wie McDonald’s, die seit vielen Jahren auf Schweizer Qualität setzen und sich das auch etwas kosten lassen, sind sehr wichtig für uns Bauern“, fügt Hansjörg Walter, Präsident Schweizerischer Bauernverband, an. Die Umsetzung dieses neuen Programms sowie die Kontrollen basieren auf der effizienten, zertifizierten Struktur des Qualitätsmanagements Schweizer Fleisch (QM-Schweizer Fleisch) beziehungsweise auf derjenigen von IP-Suisse oder anderen Gütesiegeln.

McDonald’s und IP-Suisse arbeiten seit 1999 zusammen und schätzen sich gegenseitig als Partner. 100 Prozent des Weizens sowie einen Teil des Rapsöls bezieht McDonald’s aus IP-Suisse-Anbau. Weiterhin wird das Gastronomieunternehmen auch einen Teil des Rindfleisches von IP-Suisse-Bauern beziehen. Die Voraussetzung ist, dass das Fleisch die Qualitätsanforderungen der Rindfleischhackplätzchen für Big Mac & Co. erfüllt.

„Wir freuen uns, dass wir auch beim Rindfleisch weiterhin mit McDonald’s zusammenarbeiten können und unsere Bauern von der Prämie für den höheren Tierschutzstandard profitieren“, erklärt Fritz Rothen, Geschäftsführer IP-Suisse.

McDonald’s Schweiz bezog im Jahr 2009 3‘900 Tonnen Rindfleisch von Schweizer Bauern, denn für das Gastronomieunternehmen ist es wichtig, dass die Aufzucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung im Inland stattfindet. Die 3‘900 Tonnen entsprechen etwas mehr als 4 Prozent der rund 90’000 Tonnen Rindfleisch, die jedes Jahr in der Schweiz konsumiert werden.


(Quelle: McDonald’s Schweiz / 28.1.2010)

Raabs Melander-Farm in Oberriet SG ist Geschichte

Die umstrittene Melander-Fischfarm des deutschen Putzmittel- Unternehmers Hans Raab in Oberriet im St. Galler Rheintal wird definitiv geschlossen. Dies teilte Raabs Medienberater Peter Ziegler am Mittwoch, 27. Januar mit.

Der 70-jährige Raab hatte auf Mittwoch zu einer Medienkonferenz nach Oberriet eingeladen, um über sein Melander-Projekt zu informieren. Der Medientermin wurde aber kurzfristig abgesagt, weil Raab am Dienstag einen Herzinfarkt erlitt. Raab dürfte laut seinem Medienberater Ziegler auch auf eine angedrohte 100- Millionen-Klage gegen den Kanton St. Gallen verzichten.

Der Aufwand und die Kosten einer Schadenersatzklage wären zu gross, sagte Ziegler gegenüber dem Regionaljournal von Radio DRS. Raabs Melander-Zuchtfarm in Oberriet ist umstritten, weil die Fische dort in tierschutzwidriger Weise getötet wurden. Der Kanton St. Gallen ordnete deshalb im vergangenen Jahr die Schliessung des Betriebs an.

(Quelle: LID / 27.1.2010)

Tierschützer pochen auf den Tierschutzanwalt

Die Tierschutzanwalt-Initiative, die am 7. März 2010 zur Abstimmung kommt, entspreche dem Willen des Schweizer Volkes. Zu diesem Schluss kommt ein überparteiliches Komitee, das sich für obligatorische Tierschutzanwälte in den Kantonen einsetzt.

Vier von fünf Schweizerinn und Schweizern verlangten, dass Tierquäler hart bestraft würden, fast zwei Drittel befürworteten die Einführung von Tierschutzanwälten, hiess es an einer Medienkonferenz vom 26. Januar in Bern.

Im Vollzug gebe es grosse Defizite, erklärte Heinz Lienhard, Präsident des Schweizer Tierschutzes (STS). In vielen Kantonen kämen praktische keine Tierschutzdelikte zur Anzeige, wenn es zu einem Verfahren komme, resultiere oft ein viel zu mildes Urteil. Es sei deshalb unbegreiflich, dass Bundesrätin Leuthard die Initiative als “unnötig und überholt” bezeichnet habe.

Der Zürcher Tierschutzanwalt Antoine Goetschel argumentierte, seine Stelle habe nachweislich zu einer strengeren Bestrafung von Tierquälern geführt. Er berate die Straverfolgungsbehörden und trage so zu effizienteren Verfahren bei.

Der Thurgauer SVP-Nationalrat erklärte, der Tierschutzanwalt sei kein Stallvogt, der in den Ställen der Bauern herumschnüffle. Wer seine Tiere korrekt halte, werde nie mit ihm zu tun haben. Es sei im Interesse der Nutztierhalter, dass Tierquälereien konsequent geahndet würden.

Nein-Komitee: Der Tieranwalt ist unnötig und bürokratisch

Das Komitee “Nein zur nutzlosen Tieranwalt-Initiative” widerspricht den Argumenten der Befürworter. Die Schweiz habe ein Tierschutzrecht, das weltweit zu den strengsten zählt. Der Tieranwalt verbessere diese Situation nicht. Vielmehr führe er zu mehr kostspieliger Bürokratie und Leerlauf. Das Wohl der Tiere kann nur über einen strengen Vollzug der Gesetzgebung sowie durch Information, Prävention und Ausbildung sichergestellt werden.

Die Tieranwalt-Initiative sei eine Mogelpackung, schreibt das Komitee in einer Medienmitteilung. Sie verursache hohe Kosten in den Kantonen und belaste die Gerichte. Der Verwaltungs- und Kontrollapparat sei heute schon riesig und sollte nicht weiter aufgebläht werden.

Ferner sei die Initiative ist ordnungspolitisch falsch, denn das Anliegen gehöre nicht in die Bundesverfassung und es schränke die Organisations- und Rechtshoheit der Kantone ein. Die Kantone könnten bereits heute Tierschutzanwälte einsetzen, so wie im Kanton Zürich.
Dem Komitee „Nein zur nutzlosen Tieranwalt-Initiative” gehören rund 100 eidgenössische Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den Parteien BDP, CVP, FDP, EDU und SVP an.

(Quelle: LID / 26.1.2010)

«Hochdorf» – für die Zukunft, nach Verkauf von Gläschenkost

Die Nahrungsmittelgruppe HOCHDORF verarbeitete im vergangenen Geschäftsjahr die zweitgrösste Milchmenge seiner Geschichte. Mit 320 Mio. kg Milch liegt die Menge rund elf Prozent tiefer als im Vorjahr (knapp 360 Mio. kg). Der konsolidierte Bruttoumsatz beträgt CHF 360.8 Mio. (VJ: CHF 392.5 Mio.; -8.1%). Der tiefere Umsatz ist hauptsächlich auf den tieferen Milch- und Rahmpreis, den Verkauf von nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Geschäftsbereichen und Wechselkurseinflüssen zurückzuführen.

Zur Erinnerung: Das Geschäftsjahr 2008 trumpfte in den Bereichen Bruttoumsatz und Milchverarbeitung mit Rekordwerten auf. Der Bruttoumsatz stieg um 19.7% und die verarbeitete Milchmenge um 21.8% gegenüber dem Jahr 2007. Die Messlatte lag somit hoch. Die Werte des «Krisenjahres» 2009, in welchem auch der epochale Systemwechsel im Milchmarkt stattgefunden hat, liegen etwas tiefer. Mit einem Bruttoumsatz von CHF 360.8 Mio. und mit 320 Mio. kg verarbeiteter Milch erreicht die HOCHDORF-Gruppe jedoch die zweithöchsten in ihrer Geschichte erzielten Werte und bezüglich dem Absatzvolumen sogar ein Rekordjahr.

Der Rückgang des konsolidierten aber ungeprüften Bruttoumsatzes ist auf die verkauften Geschäftsbereiche «Babynahrung in Gläschen» und «Dragée» (Minderumsatz von ca. CHF 8 Mio.) sowie auf die bedeutend tieferen Milch- und Rahmpreise und den daraus resultierenden tieferen Verkaufspreisen zurückzuführen. Der Preis für Vertragsmilch lag per Ende 2009 rund 23 Prozent tiefer als vor einem Jahr (62 Rp. per 31.12.2009 vs. 81 Rp. per 31.12.2008). Diese Preisdifferenz dürfte zu rund CHF 50 Mio. tieferen Bruttoumsätzen geführt haben.

Fazit: Die HOCHDORF-Gruppe erzielt bei insgesamt tieferen Preisen ein organisches Wachstum und Marktanteilsgewinne. Dies zeigt sich auch in den verkauften Volumen Fertigwaren. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 5.4% auf 90’680 Tonnen an (VJ: 86’047 Tonnen), was auch auf den Abverkauf der Anfang 2009 relativ grossen Milchpulverla-ger zurückzuführen ist. Milchpreis- und devestitionsbereinigt hätte ein Umsatzplus von über 6% resultiert.

Die HOCHDORF-Gruppe bereitete sich im Geschäftsjahr 2009 intensiv auf den fortschreitenden Globalisierungs- und Öffnungsprozess in der Nahrungsmittelbranche vor. Zeichen davon sind die Fokussierung auf das Kerngeschäft und der Bau der neuen Sprühturmlinie 8. Im Verlaufe des Jahres wurden aufgrund der Fokussierung die drei Geschäftsbereiche «Babynahrung in Gläschen», «Dragée» und «Top Cup» aufgegeben. Die Kosten dieser Restrukturierungsmassnahmen und weitere einmalige Sonderkosten werden das Unternehmensergebnis 2009 jedoch belasten. Der Mitarbeiterbestand hat sich per Ende Jahr um rund 60 Personen auf 370 verringert (VJ 431).

Dank den im 2009 umgesetzten Fokussierungs-, Optimierungs- und Restrukturierungsmassnahmen sowie den getätigten Investitionen blickt die HOCHDORF-Gruppe zuversichtlich und gestärkt in die Zukunft. Vor allem die möglichst rasche Auslastung der neuen Sprühturmlinie 8 in Sulgen ist ein Hauptziel für das Jahr 2010. Der hohe Auslastungs-Zielwert sollte aufgrund der bisher abgeschlossenen Verträge und den erhaltenen Anfragen erreicht werden. Die HOCHDORF-Gruppe rechnet darum mit einem befriedigenden Geschäftsjahr 2010.

(Quelle: Hochdorf-Gruppe / 26.1.2010)