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Schweizer Barista-Meisterschaften 2010: Rückblick

Fotoreportage der Wettkämpfe Ende Januar im Berner Westside.

von Foodaktuell Importer


Nicht nur Köche, Metzgereien, Bäckereien und Käsereien haben ihre Produkt-Wettbewerbe und Berufs-Wettkämpfe sondern seit einigen Jahren auch Kaffee-Baristi. Fotoreportage von den Wettkämpfen Ende Januar im Berner Westside.

Die Juroren schauen genau an, was ihnen die Kandidaten servieren.

Im Gegensatz zu den Köchen, die gleichzeitig starten aber ohne Publikums-Zuschauer, startet bei den Baristi einer nach dem andern vor Publikum, Jury, Fotografen und Videokamera mit Liveübertragung in Echtzeit auf eine Grossleinwand. Bis zu 300 interessierte Zuschauer verfolgten die spannenden und hochstehenden Wettbewerbe. Schwungvoll und kompetent führte Moderator Adrian Iten, Inhaber des Berner Cafés Adrianos mit eigener Showrösterei, durch den Event.




Mathias Bühler, Schweizer Baristameister 2010, überzeugte die Jury mit einem trinkbaren Tiramisu als Signature Drink. Bühler, 25, absolvierte die Lehre als Koch im Restaurant Kirchenfeld in Bern. Nach mehreren Stationen, unter anderem im Grand Hotel Bellevue in Gstaad sowie als Küchenchef im Restaurant Maruzzela in Biel, wurde er 2006 geschäftsführender Gesellschafter der Shisha Bar GmbH. Seither engagiert er sich sowohl im Rahmen der Schweizer Barkeeper Union (SBU) als auch bei der SCAE. Bühler ist der treibende Kopf hinter der längerfristigen Planung für ein Swiss Barista Team, welches auch neben der eigentlichen Weltmeisterschaft auf internationalem Parkett in Erscheinung treten soll.




Perfekte Latte Art-Cappuccini von Mathias Bühler.

Die Kandidaten arbeiteten mit den italienischen Dalla Corte-Hightech-Halbautomaten, gespiesen mit massgeschneiderter Wasserqualität aus Brita-Filtern. Die Gewinner der verschiedenen Kategorien klassischer Barista, Latte Art, Coffee in Good Spirits und Cup Tasting werden die Schweiz vom 23. bis 25. Juni 2010 an den Weltmeisterschaften in London vertreten (siehe www.worldbaristachampionship.com). Mit 30 Teilnehmern war auch das gleichzeitig stattfindende Seminar „Kaffeewissen und Kaffeekultur“ ein grosser Erfolg.


Sandra Stucki, Schweizer Meisterin in der Kategorie «Coffee in Good Spirits» 2010 mixt ihren Signature Drink. Sie arbeitet als Barista im Hotel Berchtold in Burgdorf und gewann den fünften Platz bei ihrer ersten Coffee-in-Good Spirits Weltmeisterschaft 2009 in Köln. «Good Spirits» hat eine doppelte Bedeutung: «guter Schnaps» und «guter Geist».




André Kissling wurde Vizemeister in der Kategorie «Coffee in Good Spirits» und überzeugte die Jury durch eine «erotische» Kreation zur betörenden Musik «je t’aime mois non plus».




Anna Käppeli, Schweizer Baristameisterin 2007 und dritte im 2010, wählte als Motto ihrer Präsentation «Love of Coffee», legte viel Zärtlichkeit hinein und schwärmte, Kaffee sei süsser als Küsse. Nach der Ausbildung zur Primarlehrerin absolvierte sie die Hotelfachschule in Thun und arbeitete zehn Jahre als Gastroprofi mit Spezialgebiet Kaffee. Sie gibt Workshops in der Rösterei Illycafé in Thalwil.




Anna Käppeli, von Kamera und Jury beobachtet, mixt den Signature Drink, einen warmen oder kalten Fantasie-Kaffeecocktail und somit die Kür nach den Pflichten «Espresso» und «Cappuccino»




Philipp Meier, Schweizer Meister 2009 und vierter im 2010, beeindruckt die Jury bei der Produktion seines Signature Drinks durch einen speziell konstruierten Portionen-Schnellkühler, um den ihn sogar das Kaffeelabor der Zürcher Hochschule ZHAW beneiden würde. Er betonte ferner, dass er ungewaschenen Kaffee verwendet, d.h. Röstkaffee aus trocken aufbereiteten Kaffeebohnen. Dorthin geht heute der Trend. Die nasse Aufbereitung schmälert die Aromen.

Nach der Idee von Meier, am Baristawettkampf einen Schnellkühler mit Showeffekt zu verwenden, ist der Weg nicht mehr weit zu einem «molekularen» Signature Drink unter Verwendung von flüssigem Stickstoff. Kühl- und Showeffekt sind garantiert.




Martin Egger wurde Schweizer Meister 2010 in der Kategorie Latte Art und vierter bei «Coffee in Good Spirits». Hier mixt er den Irish Coffee.

Wettkampfleiter Thomas Liebe, Schweizer Baristameister 2008 und Verkaufsleiter bei Blaser Café, sagte, dass der Trend heute zu fruchtigen Kaffeesorten geht, die man daher mild röstet. Denn beim starken Rösten gehen die fruchtigen Noten verloren und werden durch Bräunungsnoten überdeckt. Ferner meinte Liebe, dass Kaffee rückverfolgbar sein soll von der Cafeteria bis zum Kaffeebauern, ähnlich wie dies heute beim Fleisch praktiziert wird (vom Stall bis auf den Teller).




Beat Wiss, Vize-Schweizermeister 2010, machte die indonesische Kultur zum Motto seiner Präsentation.

Dieter Meier besuchte die Barista Schweizer Meisterschaft 2010. Der Schweizer Konzeptkünstler und Musiker ist vor allem als Sänger der Elektropop-Formation Yello bekannt. Zusammen mit dem Könizer Zigarrenfabrikant Iwan Hauck (Caribean Tabaco) stellen sie ihren Spitzenkaffee OCOA aus Santo Domingo vor. Dieter Meier hatte an Siegerehrung des Schweizer Cup Tasting Meisterschaft seine helle Freude, berichtete über die Rauschgold Plantage aus der sein OCOA Kaffee entstand und nahm an einem Show Cup Tasting gegen Weltmeisterin Gloria Pedroza teil.

Dieter Meier (links) und Moderator Adrian Iten

Die SCAE Schweiz organisiert die Barista Schweizermeisterschaften und weckt Ambitionen. «Wir wollen endlich einen Schweizer Weltmeister», rief National Coordinator Heinz Trachsel ins Publikum. In der Swiss-SCAE (Speciality Coffee Association of Europe) begegnen sich professionelle und private Kaffee Enthusiasten: Gastronomen, Röster, Ausrüster, Hersteller von Kaffeemaschinen, Importeure, private Gourmets und Vertreter anderer Kaffee-Vereinigungen. Gemeinsam setzt man sich für Schulung und Wissensvermittlung ein.

Medaillen-Chronik der Barista Schweizer Meisterschaften

2010
1. Mathias Bühler
2. Beat Wiss
3. Anna Käppeli

2009
1. Philipp Meier
2. Giovanni Meola
3. Beat Wiss

2008
1. Thomas Liebe
2. Anna Käppeli
3. Giovanni Meola

2007
1. Anna Käppeli
2. Giovanni Meola
3. Thomas Liebe

2006
1. Giovanni Meola
2. Mathieu Huguenin (La Semeuse)
3. Daniel Heiniger (Jura)

2005
Gold: Kurt Bauer
Silber: Walter Rossi (Cafè Roma)
Bronze: Giovanni Meola (selbständig)

2004
Gold: Tino Sergi (damals M.Schaerer AG Moosseedorf)
Silber: Ottavia Ciarmoli (Caveinblue Murten)
Bronze: Simone Hirsbrunner (Rotondo Thun)

2003
Gold: Tino Sergi (damals Caffè e Nuove Idee Bern)
Silber: Ottavia Ciarmoli (Caveinblue Murten)
Bronze: Giovanni Meola (selbständig)

2002
Gold: Ottavia Ciarmoli (Cave in blue, Murten)
Silber: Martin Haldemann (damals Juluca Bern)
Bronze: Carolin Brönnimann (Café Leu Chur)

2001
Gold: Giovanni Meola (damals Caffè Bellini Bern)
Silber: Georges Bou-Harb (damals Caffè Roma Bern)
Bronze: Gaby Sutter (Café Sutter Basel)

2000
Gold: Giovanni Meola (damals Caffè Roma Bern)
Silber: Georges Bou-Harb (damals Caffè Roma Bern)
Bronze: Ingo Rogalla (M.Schaerer AG)

Weiterlesen: Mathias Bühler: Kaffeebarista Schweizermeister 2010