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Tierschonender Transport / Tier&Technik-Messetipp

von Foodaktuell Importer

Nicht nur von den gewerblichen Transporteuren, sondern auch von der Landwirtschaft wird erwartet, dass sie ihre Tiere professionell transportiert. Dazu gehören geeignete Transportfahrzeuge und der richtige Umgang mit den Tieren.

Ein Transport ist für viele Tiere etwas Ungewohntes, nicht nur wegen der Fahrt, sondern auch wegen der neuen Umgebung. Der Boden, der enge Raum, die Gerüche und die Geräusche sind anders, als die Tiere es gewohnt sind.


Seitenschutzwände verhindern, dass Tiere von der Rampe fallen.

Eine gute Ausstattung des Transportfahrzeuges schützt das Tier vor Schäden und erleichtert den Transport. „Ganz wichtig ist ein gleitsicherer Boden mit flächendeckender Einstreu.“, sagt Markus Jenni vom Veterinärdienst des Kantons St.Gallen. Riffelbleche zum Beispiel eignen sich gut, denn sie geben den Tieren Halt und lassen sich zudem gut reinigen. Als Einstreu eignet sich ein Material, das den Harn am Boden aufsaugt, insbesondere feines Sägemehl oder Strohhäcksel, aber auch Langstroh, von dem es allerdings mehr braucht, um die Flüssigkeit aufzunehmen.

Damit die Tiere beim Verladen auf der schrägen Rampe nicht ausrutschen, braucht es Querleisten. Nach der neuen Tierschutzverordnung sind sie ab 1. September 2010 Pflicht. Ein Gummiüberzug zwischen den Leisten macht den Boden noch griffiger als das Riffelblech, und die Tiere fussen weniger hart auf. Es ist möglich, Riffelbleche mit einem Gummibelag nachzurüsten.

Obligatorische Seiten- und Abschlussgitter

Um zu verhindern, dass Tiere von der Rampe seitlich herunterfallen, sind Seitengitter vorgeschrieben, wenn die Verladehöhe mehr als 50 cm beträgt. Am einfachsten ist es, wenn man die Seitengitter auch als Abschlussgitter hinten im Transporter verwenden kann. Nach dem Öffnen des Kipptores lassen sich die Abschlussgitter einfach nach hinten und unten schwenken, so dass sie die Rampe auf beiden Seiten begrenzen.

Während die Seitengitter schon bisher obligatorisch waren, werden es ab 1. September 2010 auch die Abschlussgitter sein. Letztere sind deswegen so wichtig, da beim Öffnen des Tores leicht Tiere von der Ladefläche fallen können; sie werden von den anderen Tieren hinausgedrückt oder sind nervös. Bei Kühen genügt eine einfache Abschlussstange.

Mindestflächen einhalten

Im Transporter ist je nach Tierart eine Mindestfläche je Tier und eine Mindestraumhöhe festgelegt. Die Mindestfläche darf auch dann nicht unterschritten werden, wenn gerade noch ein Tier im Transporter Platz finden sollte, aber der Platz dafür fehlt. Hier ist beim Landwirt die Planung, beim Transportunternehmen die Logistik, gefragt. Es kann aber auch ein zuviel an Fläche geben, nämlich dann, wenn die Tiere einander gegenseitig keinen Halt mehr geben können. Als Grenzmass dient die doppelte Mindestfläche. Wird sie überschritten, ist die Fläche im Transporter mittels Abtrennungen, sogenannten Trenngattern, zu verkleinern.

Abtrennungen im Transporter sind auch notwendig, um Tiere voneinander abzutrennen, die aus verschiedenen Gruppen oder Beständen kommen. Die Trenngatter lassen sich in einer Schiene stufenlos verschieben oder an Halterungen festmachen. Bei Grosstieren sollten die Trenngatter unten offen sein, damit sie ihre Beine in das Nachbarabteil spreizen können, um während der Fahrt besseren Halt zu haben.




Transportanhänger mit Folie gegen Schnee und Regen

Um Tiere schonend zu verladen und zu transportieren, braucht es nicht nur entsprechende Einrichtungen, sondern man muss mit den Tieren auch richtig umgehen. Das ist etwas, was man lernen muss. Oft sind es die kleinen Dinge, die es zu beachten gilt: „Nicht den Weg abkürzen und das Rind schräg über die Rampe führen“, sagt Markus Jenni. Das Tier rutscht weniger, wenn es gerade über die Rampe geht. Es führe meist auch zu keiner Zeitersparnis, wenn man den Seitenschutz weglässt. Im Gegenteil, der Verlad brauche in der Regel mehr Zeit, ist Markus Jenni überzeugt.

Es ist nicht vorgeschrieben, Tiere im Transporter anzubinden, allerdings sind Tiere, die sich nicht vertragen, mittels Trenngattern zu separieren. Wenn man Tiere anbindet, müssen diese daran gewöhnt sein, da sie sonst unruhig werden und sich verletzen können. Zum Schutz der Tiere ist es verboten, Rinder an den Hörnern oder am Nasenring anzubinden. Nicht zuletzt sind Tiere in geeigneter Weise für den Transport vorzubereiten und, soweit nötig, vor dem Transport zu tränken und zu füttern.

Witterungsschutz und Beleuchtung

Wer Tiere transportiert, muss auch an die Witterung denken. Eine Überdachung ist zwar keine generelle Vorschrift, aber kann notwendig sein, wenn es regnet, schneit oder auch, wenn es besonders heiss ist, erklärt Markus Jenni. Da Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen nicht freiwillig in einen dunklen Raum gehen, muss der Transporter innen gut beleuchtet sein. Dazu und um die Tiere während des Transportes kontrollieren zu können, müssen fest angebrachte oder tragbare Beleuchtungsquellen beim Transport vorhanden sein.

Der Öffentlichkeit ist der tierschonende Transport ein grosses Anliegen. Die Veterinärbehörde nimmt dieses Anliegen ernst und prüft das Einhalten der Vorschriften auf Viehmärkten, im Schlachthof und zusammen mit der Polizei bei Verkehrskontrollen. Dabei werden allerdings nicht nur der Tierschutz kontrolliert, sondern auch die Transportdokumente und das Einhalten der Verkehrs- und Seuchenvorschriften. Insbesondere müssen Fahrzeuge vor dem Transport gereinigt werden, und es dürfen keine Exkremente auf die Strasse gelangen.


Anbringen der Seitenschutzwände

Die Tierschutzvorschriften gelten sowohl für landwirtschaftliche als auch gewerbliche Tiertransporte. Landwirtschaftliche Transporteure müssen zwar das Fahrzeug nicht mit „Lebende Tiere“ und mit der Grösse der Ladefläche anschreiben, doch empfiehlt Markus Jenni den Landwirten, von sich aus dieselben Auflagen wie das Transportgewerbe zu erfüllen. Die Beschriftung kostet wenig und bringt Vorteile. Zum Beispiel ist es möglich, mit „Lebende Tiere“ oder „Tiertransport“ angeschriebene Fahrzeuge bei einem Verkehrsstau vorzüglich zu behandeln. Für Markus Jenni ist auch der Tiertransport eines Landwirtes gewerblich, wenn dieser die Tiere eines Dritten mitführt.

Text: Michael Götz (Dr. Ing. Agr.), LBB-Landw. Bauberatung-GmbH,
Säntisstrasse 2a, CH-9034 Eggersriet. Tel. 071 877 22 29, migoetz@paus.ch,
www.goetz-beratungen.ch. Fotos: Michael Götz




Braunvieh-Show

Tier&Technik-Messe 25. bis 28. Februar in St.Gallen.
Mit Tieraustellung. www.tierundtechnik.ch

Während ihres zehnjährigen Bestehens hat sich die Tier&Technik als die führende jährlich stattfindende Landwirtschafts-Fachmesse in der Schweiz mit internationaler Ausstrahlung etabliert. Sie bietet mit einem umfassenden Messeangebot, Tierausstellungen und -vorführungen auf höchstem Niveau, informativen Sonderschauen und einem praxisorientierten Forumsprogramm alles, was einen modernen Landwirt heute für seinen Betrieb interessiert.

Über 320 Aussteller präsentieren auf einer Ausstellungsfläche von rund 30’000 Quadratmetern ein umfangreiches, spezialisiertes und aktuelles Angebot an Investitionsgütern, Betriebs- und Verbrauchsstoffen, Produktionsmitteln und Dienstleistungen für eine fortschrittliche und wettbewerbsbereite Landwirtschaft. Wie jedes Jahr zeigt die Tier&Technik zusätzlich zum Ausstellungsangebot einen hochstehenden und eindrucksvollen Querschnitt produktionsrelevanter Nutztiere. Im Mittelpunkt steht die Milchviehzucht mit international beachteten Tierausstellungen und -vorführungen sowie dem vielbesuchten Schauwettbewerb der Interessengemeinschaft der Brown Swiss-Züchter IGBS als Höhepunkt.

Übersicht Tierausstellung

Milchviehrassen und Fleischrassenrinder (Halle 9.0)

  • Interessengemeinschaft der Brown Swiss-Züchter IGBS: Internationale Ausstellung von rund 125 Brown Swiss Elite-Kühen aus der ganzen Schweiz nach strengsten Auswahlkriterien, dazu eine Auswahl Spitzenbraunvieh-Kühe aus dem benachbarten Ausland
  • Original Braunviehzuchtverband: 12 Original Braunvieh-Kühe
  • Schweizerischer Holsteinzuchtverband: 15 Top-Holstein-Kühe
  • Schweizerischer Fleckviehzuchtverband: 30 ausgewählte Fleckvieh-Kühe
  • Schweizerischer Jerseyzuchtverein: 10 Jersey-Milchkühe
  • Nachzuchtgruppen
  • Schweizerische Vereinigung der Anguszüchter “SwissAngus” mit einer Angus-Mutterkuh-Herde
  • IG Bio Weide Beef: Fleischrassen-Masttiere

Suisag/ Suisseporcs (Halle 2.1)

  • Mastendprodukte aus der Endprodukteprüfung EPP von KB-Ebern der Vaterlinienrassen

Schafzuchtverein OIF Ile de France Suisse (Halle 9.0)

  • Donnerstag: 80 Schafe Reinzucht Ile de France
  • Freitag bis Sonntag: 120 Schafe Reinzucht Ile de France

Verband St.Galler Ziegenzuchtgenossenschaften (Halle 9.0)

  • Qualitätsziegen: Toggenburgerziegen, Gemsfarbige Gebirgsziegen, Strahlenziegen und Appenzellerziegen

Geflügel (Aussengelände F 3)

  • Tierpräsentationen im Ring

(Mitteilung Olma Messen)