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Mehr Intelligenz im Hochregallager

Kürzlich wurde in Suhr ein neues Hochregallager von Emmi eröffnet. Dass der Warenfluss umgestellt wurde, blieb unbemerkt. Ein gutes Zeichen.

von Alimenta Import

«Die Inbetriebnahme des neuen Lagers war ein Highlight», sagt ­Logis-tikchef Fredy Günther von der zu Emmi gehörenden Mittelland Molkerei (MiMo) in Suhr. Dem Termin der Inbetriebnahme im letzten August fieberten die Emmi-Leute wäh­rend der kurzen Bauphase von 13 Monaten entgegen. Günther hatte sich zum Ziel gesetzt, dass der Warenfluss die Produktion nie zurückstaut, und zwar von Anfang an. Zudem sollten die Kunden von Emmi nicht merken, dass der Warenfluss komplett umgestellt wurde. Alles lief reibungslos ab. «Man merkte, dass die Technik ausgereift war», sagt Günther. Schliesslich ist es nicht das erste Mal, dass der 50-Jährige ein automatisches Lager in Betrieb genommen hat.
Schon 1992, in der Butterzentrale Luzern war er an der Eröffnung des Hochregallagers beteiligt. Doch die Technik ist seit damals ein paar Schritte weiter. «Heute können wir beispielsweise schon die vierte Generation Satellitengeräte (Muli von der Stöcklin AG in Aesch) einbauen», so Günther. Auch die Steuerungen mit den angehängten Visualisierungen sind heute ausgereift und weisen eine hohe Beständigkeit auf. «Die elf SPS-Steuerungen, die die Förderanlagen bewegen, sind viel intelligenter geworden», sagt Günther. Auch der Lagerverwaltungsrechner ist voll vernetzt. So können Kunden direkt per EDI im Bestellsystem ­Waren bestellen. Der Zusammenzug der Lieferung wird dann elektronisch an den Kunden als Lieferavis übermittelt, inklusive den An­gaben wie Artikelbezeichnung, Lot-Nummer oder Mindesthaltbarkeitsdauer.

In Rekordzeit Füllgrad erreicht
Das Lagerverwaltungssystem ist dennoch kein grundlegend neues System. «So ist es auch
für die Belegschaft kein Problem, sich damit ­zurechtzufinden», sagt der Fredy Günther. Dass die Leute rasch in der Lage waren, mit dem neuen System zu arbeiten, zeigt sich schon nur an der Geschwindigkeit, in welcher das Lager befüllt wurde. Denn schon nach 15 Tagen nach Inbetriebnahme lag der Füllgrad bei 98 Prozent. «Da hat sogar die Suva, die das neue Hochregallager abnahm, gestaunt», sagt ein stolzer Logistikchef.

Aussenlager eliminieren

Der Füllgrad des Lagers sollte durchschnittlich 85 Prozent betragen, so können jetzt 75 Prozent der Aussenlager eliminiert werden. Schliesslich soll Suhr als Logistikdrehscheibe funktionieren. Auch die Logistik für die Emmi Fondue AG in Langnau (Tiger/Gerber) wird hier gemacht, ebenso wie die nationale Frischproduktlogistik für die Mittelland Molkerei und die Filialkommissionierung für Coop.

Automation für UHT und Säfte
Die Dimensionen des 7,8 Mio. Franken teuren Satellitenhochregallages sind eindrucksvoll. Die insgesamt 4904 Paletten lagern auf sechs Etagen mit 960 Kanälen. Der Automatisierungsgrad ist markant gesteigert worden.
Das Lager wird mit einem Einlagerlift beschickt, und die Waren werden mit einem Doppelauslagerlift herausgeschafft. Mit dem Verschie­bewagen werden Transporteinheiten in einer Förderebene auf mehrere angrenzende Förderstrecken innerhalb des Lagers querverteilt. Am Auslagerungspunkt werden die Paletten automatisch etikettiert. Die Stundenleistung liegt bei 120 Paletten, die ein- ­respektive ausgelagert werden können. Der Tagesausstoss liegt durchschnittlich zwischen 450 und 800 Paletten. Im ganzen Lager sorgen 1000 Sprinklerköpfe für Sicherheit im Brandfall. Das neue Lager wird vor allem für UHT-Produkte und Säfte eingesetzt. Wenn es voll ausgelastet wäre, würde es mehr als den ­doppelten Tagesbedarf der Schweizer Bevölkerung an Milch fassen.