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Von der (fehlenden) Natur des Fertigpestos

von Alimenta Import

Spaghetti Pesto ist eines meiner Lieblingsgerichte. In ein gutes Pesto gehören frischer Basilikum, Olivenöl, Pinienkerne, Salz, Knoblauch und ­Parmesan, fertig. Da sich der Basilikum im Winter eher rar macht oder von derart weit weg her ­eingeflogen wird, dass man sich kaum traut, ihn zu kaufen, sind Alternativen gefragt. Zwar ist meine Skepsis gegen Fertigpesto der industriellen Art alt und begründet.
Trotzdem lasse ich mich wieder einmal dazu hinreissen. Im Coop kaufe ich ein Glas «Pesto verde» aus der Linie «Qualité et Prix». Man kann es essen, dieses Pesto, aber vom richtigen Geschmack ist es leider ebenso weit entfernt, wie alles andere aus dieser Kategorie. Die Konsistenz ist mehlig und der Geschmack leicht säuerlich; weder erkennt man den frischen Basilikum noch ein gutes Olivenöl. Da fällt der Blick automatisch auf die Zutatenliste. Diese fängt an mit «Pflanzliche Öle» (Sonnenblumen, Oliven). Ersteres gehört eher ­weniger ins Pesto und von Zweiterem hat man wohl das günstigste genommen. Dann folgen das Basilikum und der Käse: Pecorino und «Grana ­Padano mit Konservierungsmittel E 1105 aus ­Eiklar», tönt nicht sonderlich appetitanregend. Nächste Zutat: Cashewnüsse. Na ja, man kann ja mal experimentieren mit anderen Nussarten, ­immerhin sollen ja auch noch Pinienkerne drin sein, die man aber offensichtlich so gut gemahlen hat, dass sie unkenntlich sind.
Dann folgt der Tiefpunkt in der Packungsbeilage: Kartoffelflocken und Kartoffelmehl. Wie kann man bloss auf die Idee kommen, so etwas in ein Pesto zu geben, fragt der Purist in mir. Das alles ist ­garniert mit einem Säureregulator, der offenbar schlecht funktioniert. Unter dem Strich ein wenig verlockender Cocktail, den Salz und Knoblauch (Pulver?) auch nicht mehr zu retten vermögen.
Ich frage mich immer wieder, warum man mir dies alles unterjubelt, wenn ja im Originalrezept mit Öl und Salz zwei der bewährtesten Konservierungsmittel fungieren? Im Weiteren finde ich es schade, dass bei Conveniencefood immer auf die billigsten Zutaten gesetzt wird, aber das ist wohl die Natur der Sache, auch wenn die Sache dann derart unnatürlich daher kommt.