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Erfolgreiche ISM 2010 im Rückblick

Auch in ihrem 40. Jahr war die ISM der international wichtigste Marktplatz für Süsswaren und Knabberartikel. Nach vier Tagen zogen Aussteller und Veranstalter der 40. Internationalen Süsswarenmesse (ISM) eine durchgehend positive Bilanz, denn starker internationaler Fachbesuch und alle Top-Einkäufer aus Deutschland sorgten für Geschäftsimpulse bei Herstellern und Importeuren. Ein Überblick über die Trends.

von Foodaktuell Importer



Im Fokus des Interesses standen auf der Messe wie immer die Neuheiten. (Bild: Kölnmesse)

Insgesamt wurden rd. 32.000 Besucher aus über 140 Ländern registriert; unter ihnen die Einkaufsdelegationen des deutschen Handels. Der ausgezeichnete Auslandsbesuch – ebenfalls hochkarätig – stärkte das wichtige Exportgeschäft. “Die ISM ist und bleibt die weltwelt wichtigste Drehscheibe für den Handel mit Süsswaren und Knabberartikeln”, sagte Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse.

Jahr für Jahr ist die Internationale Süsswarenmesse (ISM) die Kontakt- und Kommunikationsplattform, auf der die süsse Branche ihre Ideen austauscht und Neuentwicklungen in intensiven Gesprächen mit den Handelspartnern und Importeuren aus aller Welt diskutiert. Wie in der Modeszene werden hier in Köln erstmals die neuen Sorten und neuen Trends der Saison sichtbar. Geht es nach den Ausstellern der ISM, dürfen sich die Verbraucher in den kommenden Wochen und Monaten durchaus auf eine experimentierfreudige Zeit freuen.

Auch Evergreens sind immer an der ISM ausgestellt wie der wohl berühmteste Schleckstengel der Welt mit dem genialen Namen Chupa Chup, der in Spanien hergestellt wird (das spanische Wort chupar heisst schlecken).

Einerseits besinnt sich die Branche auf durchaus traditionelle Geschmacksmuster, andererseits sind der Kombinationsfreude keine Grenzen gesetzt. Ob sich in Schokoladen und Riegeln Granatapfel und Mandel, Möhre und Haselnuss, Ananas und Curry oder auch Orange und Hibiskus vermählen, ob der führende Sternekoch Deutschlands Wacholderbeeren mit Williamsbrand zum dunklen Trüffel vereint oder ein gemeinsames Genusserlebnis von Balsamico und Mousse au Chocolat kreiert, stets wird man auf der ISM überrascht – und bald überzeugt, wie wunderbar viele scheinbar konträre Geschmäcker harmonieren.

Dass der Transfer aus verschiedenen Kulturen gelingen kann, zeigt auch der erstmals verliehene Innovationspreis der ISM. Aus 93 Innovationen im Rahmen des New Product Showcase, der Trendplattform für neue Produkte, wählten rund 100 Journalisten aus aller Welt süsse Shushi, feingliedrige und elegante Schokoladen-Spezialitäten aus Belgien zum Gewinner. Rang zwei bei den Top-Innovationen für eine Dunkle Schokolade von Villars (Bild), die mit dem natürlichen Süssstoff Stevia gesüsst ist, unterstreicht, dass das Thema Natürlichkeit nach den Farbstoffen nun auch bei weiteren Zusatzstoffen immer wichtiger wird.


Die mächtige Resonanz des internationalen Fachpublikums nach zuckerfreien Mint-Pastillen mit Stevia von einem deutschen Zuckerwarenhersteller unterstreicht dies. Und schliesslich stellt erneut auch die stets innovationsfreudige Fruchtgummi-Branche mit Platz drei für den süssen “Nachbau” eines Käsekuchen-Stücks ihre Ideenkraft unter Beweis.

Bei den auf der Messe vieldiskutierten Sorten und Geschmacksrichtungen dominieren in diesem Jahr eindeutig die Klassiker aus exotischen Anbaugebieten. So war vor allem Mango in allen Segmenten, von den Snacks über Pralinen, Schokoladen, als Fruchtschaum, Fruchtgummi oder in Hartkaramellen zu finden. Und auch die gute alte Banane oder Kokos könnten sich zu den Favoriten der süssen Geniesser entwickeln – so zumindest sieht man es auf der ISM. Wodka und Prosecco bestimmen gemeinsam mit vielen Edelbränden die Szene bei den alkoholischen Zutaten.

Auf Nostalgie und Tradition setzen viele Hersteller – dies aber stets intelligent und frech auf das zeitgemässe Outfit getrimmt und bisweilen mit einem Augenzwinkern präsentiert. Junge Eltern dürften sich angesichts der starken Messe-Nachfrage nach den Kult-Kinderartikeln an ihre Kindheit in den 80er Jahren mit Magic Gums und Center Shocks erinnern; daneben bleiben Lizenz-Themen wie Hello Kitty, Lillebi oder Star Wars weiterhin Imageträger für die unterschiedlichsten Angebote als Lollipops, Gums und Zuckerwaren. Kreative Themenwelten zu schaffen, mit denen man spielen kann und bei denen es für den Nachwuchs nicht langweilig wird, ist eines der Anliegen der Süsswarenhersteller.

Im Jahr der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika wird das Thema von der süssen Branche in der Mehrzahl aus dem Blickwinkel des Fussballs und nicht so sehr der WM an sich “bespielt”. Eine starke Rückbesinnung ist besonders im Bereich der Hohlfiguren zu Weihnachten sichtbar. Hier erlebt nicht nur die Schokoladenfigur des Heiligen Nikolaus (Bild) mit Bischofsmütze, Stab und Goldenem Buch eine ungeahnte Renaissance; auch die Weihnachtsmänner erhalten nach der Comic- und Manga-Ära ganz offensichtlich nostalgische und ursprünglichere Züge.


Noch einmal unterstützt wurde auf der ISM im Gebäckbereich der Trend zu Premium. So offeriert ein traditioneller Lebkuchenhersteller seine neuen Lebkuchen mit Rosa Pfeffer oder Lazzaroni-Amaretto in einem Luxus-Design, das einem Gucci und Versace zur Ehre gereichen würde. Historische Anlässe und Erinnerung an glanzvolle Adels-Zeiten gibt es nicht nur bei Edelschokoladen, sondern auch bei Lebkuchen, die mit Amaretto-Geschmack beispielsweise an die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth erinnern wollen.

Alles in allem hat die ISM zu Beginn des Jahres 2010 erneut ihre unnachahmliche Position in Sachen Trendforschung und Innovationskraft unter Beweis gestellt. Es hat sich in den vergangenen Monaten gezeigt, dass die Menschen in schwierigen Zeiten gerne zur Entspannung zu Süssigkeiten greifen, und die Aussteller in Köln verleihen mit ihren Weiterentwicklungen und Neuheiten dem Markt sicherlich weitere Impulse. Wie viele mittelständische Unternehmen betonen, würde manche Neuerung ohne die Gespräche und die Kontakte auf der ISM wohl ihren Weg in die Regale des Handels nicht finden. So aber kann Jung und Alt auf einen süssen Sommer neugierig sein.

Nostalgie, Natürlichkeit und mutige Geschmacks-kombinationen sind im Trend. Beispiel von Lindt: Schokolade mit Chili oder Fleur de Sel.

“Von der Dynamik der Messe profitieren Industrie und Handel im Inland wie im Ausland”, sagt Tobias Bachmüller, Vorsitzender des Arbeitskreises Internationale Süsswarenmesse und geschäftsführender Gesellschafter Katjes Fassin GmbH & Co. KG. “Als Süsswaren-Exportweltmeister zeigt die deutsche Süsswarenindustrie hier in Köln ihre Kompetenz auf breiter Basis”, so Bachmüller weiter.

Mit 1.503 Anbietern aus 66 Ländern präsentierte sich auch in diesem Jahr eine breit aufgestellte, vielseitige Produktschau, darunter Unternehmen wie Bahlsen, Brandt, Feodora, Griesson-De Beuckelaer, Gubor, Halloren, Intersnack, Katjes, Krüger, Lambertz, Lorenz, Mederer, Niederegger, Ragolds, Rausch, Stollwerck, Ültje und Zentis. “Wer hier nicht dabei ist, hat etwas versäumt”, so ein langjähriger Aussteller.

Von der Qualität und Leistungsfähigkeit des Angebots überzeugten sich an allen Messetagen Einkäufer aller führenden deutschen Handelsgesellschaften ebenso wie der wichtige deutsche Fachhandel. “An unserem Stand war die Top-Range des Handels geschlossen vertreten”, bemerkte ein Hersteller. “Wir haben ausgezeichnete Gespräche geführt.” “Ohne Frage eine starke Messe”, meinte ein weiterer Aussteller. “Gute Kontakte auf hohem Niveau und gute Geschäfte auf hohem Niveau. Deswegen sind wir hier.”

Klassiker von Lambertz: Nürnberger und Aachener Lebkuchen

Die starke Präsenz des deutschen Handels registrierten auch Aussteller aus dem Ausland. Zahlreiche Top-Unternehmen aus dem Ausland wie Barry Callebaut, Guylian und Neuhaus aus Belgien, Garoto aus Brasilien, Panda Oy aus Finnland, Walkers aus Grossbritannien, Loacker aus Italien, Manner aus Österreich, Ricola aus der Schweiz, Zeta aus Spanien oder Adams & Brooks, Hershey und Jelly Belly aus den USA zeigten erneut zur ISM in Köln Flagge.

Deutsche wie ausländische Anbieter nutzen die ISM aber nicht nur für das Geschäft mit Kunden aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. Der Auslandsanteil auf Besucherseite stieg um zwei Prozent auf 64 Prozent. Die Facheinkäufer kamen aus über 140 Ländern und nutzten die Gelegenheit, das Weltmarktangebot zu sichten und sich umfassend zu informieren.

Die Ergebnisse der repräsentativen Besucherbefragungen zur Messe unterstreichen die Fach- und Entscheidungskompetenz der Besucher. Fast 65 Prozent der Fachbesucher bezeichneten sich als ausschlaggebend oder mit entscheidend bei Einkaufs- oder Beschaffungsentscheidungen, weitere 20 Prozent immerhin beratend. Auch die Fragen nach “Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen” oder “Pflege bestehender Geschäftsbeziehungen” wurden durchweg positiv beantwortet. So rechnen auch rd. 70 Prozent der Aussteller mit einem guten Nachmessegeschäft.

Parallele Messen ISM und ProSweets

Für zusätzlichen Schub sorgte der hervorragende Verlauf der ProSweets Cologne, die zum vierten Mal parallel zur ISM stattfand. “ISM und ProSweets bilden gemeinsam die gesamte Wertschöpfungskette in der Süsswarenproduktion zu einem Termin an einem Ort ab – eine weltweit einzigartige Konstellation, die Synergien schafft und Business generiert. Beide Fachmessen zusammen bringen über 1.800 Aussteller aus der ganzen Welt nach Köln und machen die Stadt zum globalen Mittelpunkt für süsse Produkte”, betont Gerald Böse. Die Sonderschau “A Passage to Display” verzeichnete einen guten Besuch der Ausstellung und des Vortragsprogramms, das neue Wege für Promotion und in der Warenpräsentation am “Point of Sale” aufzeigte.

Die ISM 2010 in Zahlen

An der ISM 2010 beteiligten sich auf einer Bruttofläche von 110.000 m² 1.503 Anbieter aus 66 Ländern, davon 82 Prozent aus dem Ausland. Darunter befanden sich 236 Aussteller und 39 zusätzlich vertretene Unternehmen aus Deutschland sowie 1.164 Aussteller und 64 zusätzlich vertretene Unternehmen aus dem Ausland. Zur ISM 2010 kamen rd. 32.000 Fachbesucher aus über 140 Ländern, der Auslandsanteil lag bei 64 Prozent. Die 41. ISM findet statt vom 30. Januar bis 2. Februar 2011. (Mitteilung Kölnmesse)

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