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Bell spürt rauen Wind im Ausland

Der Fleischverarbeiter Bell ist 2009 weiter gewachsen, der Gewinn wurde aber durch die Übernahmen im Ausland geschmälert. Krise und Preisdruck schlugen dort mehr zu Buche als in der Schweiz.

von Alimenta Import

Mit einem Nettoerlös von 2,548 Mrd. Franken hat Bell einen neuen Rekordumsatz erzielt. Das Plus um 31,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist drei Ausland-Übernahmen zu verdanken: die französische Poulette im Juli 2008 sowie die deutschen Zimbo im Dezember 2008 und Abraham im Dezember 2009. Goodwill-Abschreibungen hätten indes den Jahresgewinn um 5,9 Prozent auf 55,56 Mio. Fr. gedrückt, hiess es an der Bilanzmedienkonferenz der Coop-Tochter vom Donnerstag, 18. Februar.
Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um 20 Prozent auf 95,0 Mio. Franken, wobei die EBIT-Marge (Betriebsgewinn/Umsatz) von 4,1 auf 3,7 Prozent sank.

Bell-Chef Adolphe Fritschi ist mit den Zahlen «eigentlich zufrieden», auch wenn er mehr erwartet habe. In der Schweiz habe man 2009 «fast nichts gespürt vom Konsumrückgang», doch im Ausland sei das Geschäft eben «eine Nummer härter». Immerhin zeichne sich in manchen Märkten 2010 bereits eine Erholung von der Krise ab. Gemessen am Inland-Nettoerlös von 1,78 Mrd. Fr. ist das Auslandgeschäft mit 0,77 Mrd. Franken Nettoerlös bereits bedeutend. Die Engagements seien langfristig, betonte Fritschi. Die Strategie sei, im Nachbarländern Firmen zu übernehmen und zu vernetzen, um von dort aus als «Brückenköpfe» weiter zu expandieren. lid