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Qualitätsstandard der Milch muss auf heutigem Niveau bleiben

Jacques Gygax schreibt in seinem Standpunkt, dass die geplanten Kosteneinsparungen durch die Auflösung des MIBD, bis jetzt ausgeblieben sind.

von Alimenta Import

Als vor fünf Jahren die Auflösung der Strukturen des milchwirtschaftlichen Informations- undBeratungsdienstes (MIBD) in die Wege geleitet wurde, hatte sich Fromarte vergeblich dagegen gewehrt. Wie zu erwarten war, hat die finanzielle und organisatorische Entflechtung – die Beratung wurde mehrheitlich in die Eigenverantwortung der Branche übergeben, die Inspektion fiel an die Kantone und für die Qualitätskontrolle ist der Bund zuständig – keinen Nutzen gebracht. Man erinnere sich: Das schlagende Argument für die Auflösung des MIBD war Kosteneinsparungen. Der Beweis, dass Kosteneinsparungen effektiv realisiert wurden, ist bis heute nicht erbracht. Ausgerechnet das zuständige Bundesamt für Veterinärwesen (BVet), das die Umstrukturierung des ehemaligen MIBD durch­gesetzt hatte, hatte sich bei den Kosten für die Qualitätskontrollen (QK) mächtig verkalkuliert. Die Branchenverbände haben sich deshalb in einem bis Ende 2010 laufenden Abkommen geeinigt, einen Teil der QK-­Kosten zu tragen.

Entsprechend der Sachlage und als Konsequenz der mangelnden Unterstützung des BVet für die Qualitätsstrategie der Schweizer Milchbranche wird die QK per 2011 in die Verantwortung der Branchenorganisationen überführt. Das hat zur Folge, dass sich der Gesetzgeber nur noch auf die minimalen Anforderungen des acquis communautaire (Lebensmittelrecht der EU) beschränkt. Die Branchenpartner sind ge­fordert, verarbeitungsspezifische ­Kri­terien und Preisbezahlungs­systeme für die Rohmilch künftig privatrechtlich festzulegen und vertraglich zu vereinbaren.

Fromarte ist der Meinung, dass die Qualitätsstrategie wichtig und richtig für die Zukunft der Schweizer Milchwirtschaft ist. Dieser Weg ist nur möglich, wenn das Qualitätsniveau des Rohstoffs Milch mindestens auf dem heutigen Niveau erhalten, wenn nicht erhöht wird. Dieses sind auch die Forderungen, die Fromarte mit den Partnerorganisationen, den Schweizer Milchproduzenten (SMP) und der ­Vereinigung der Milchindustrie VMI, aktiv diskutieren wird. Fromarte wird für die Käsereimilch die Federführung übernehmen und im Sinne einer Branchen­lösung (Vereinbarung zur Ausgestaltung der Milchkaufverträge) die spezifische Qualitätsbezahlung für Käsereimilch überar­beiten. Diesbezüglich sollen im Frühling den Sortenorganisa­tionen Vorschläge zu Themen wie Kriterien, Anzahl Analysen oder Sanktionen unterbreitet werden.