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Kennzeichnung: «Choice»-Label kommt nicht gut an

Weiter geht es im Hickhack um die Kennzeichnung von gesunden oder «ungesunden» Lebensmitteln. Der Kassensturz berichtete unter anderem aus Holland wo das Label in Kraft ist.

von Alimenta Import

Braucht es das Label Nummer 61 für Lebensmittel wirklich? Diese rhetorische Frage stellte Ueli Schmezer in der gestrigen Kassensturz Ausgabe. Konsumentenschützer und die Nahrungsmittelindustrie halten das vom Bundesamt für Gesundheit vorgeschlagene Label für unsinnig.

Doch in Holland kennt man dieses Label schon seit vielen Jahren. «Ein wissenschaftlicher Rat stellt die Kriterien zusammen, die erfüllt sein müssen, damit ein Produkt das Label erhält», erklärt Léon Jansen. Er hat im Auftrag der Stiftung Choices International in den Niederlanden das Label eingeführt. Das Label habe zum Beispiel dazu geführt, dass ein Joghurt-Produzent 100’000 Kilogramm weniger Zucker pro Jahr verwende.<object data=”http://www.sf.tv/videoplayer/embed/4bd5cde8-2f70-4222-8a16-ddbd45956340″ type=”application/x-shockwave-flash” style=”width:490px;height:295px”><param name=”movie” value=”http://www.sf.tv/videoplayer/embed/4bd5cde8-2f70-4222-8a16-ddbd45956340″/><param name=”quality” value=”high” /><param name=”allowFullScreen” value=”true” /><a href=”http://videoportal.sf.tv/video?id=4bd5cde8-2f70-4222-8a16-ddbd45956340″ alt=”zum Videoportal des Schweizer Fernsehens”>Kassensturz vom 02.03.2010</a></object>

So können Süsswaren das Label erhalten. Doch im Guetzliregal befinden sich nur zwei Produkte mit der Auszeichnung. Sie enthalten Früchte und weniger Kristallzucker. Auch Mayonnaise gibt es mit Label. Tatsächlich enthält sie weniger Fett als andere. Aber ist sie deswegen gesund? Umgekehrt ist in der Früchte und Gemüseabteilung das Label kaum anzutreffen. Der Grund: Nicht alle Produzenten machen mit – das Label ist freiwillig.

Auch die Schweizer Lebensmittelproduzenten kritisieren das «Choice»-Label. «Wir haben keine Freude an einem neuen Label. Es teilt unsere Produkte in gute und schlechte Lebensmittel ein», sagte Lorenz Hirt, Co-Präsident der Föderation der Lebensmittel-Industriellen im Kassensturz. Besonders ein Ärger: Normale Schweizer Vollmilch würde kein Label erhalten – weil es zu viel tierische Fette habe. «Auch Schweizer Käse fällt durch wegen der Salze. Unserer Meinung nach ist dies unsinnig», sagt Lorenz Hirt. pd/hps