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Übernahmepoker: Ebro Puleva ist weiterhin begehrt

Nicht nur die französische Lactalis bietet im Übernahmepoker um die spanische Puleva Food. Das Geschäft könnte sich auch zur innerspanischen Angelegenheit entwickeln.

von Alimenta Import

Der spanische Milchmarkt steht gemäss Medienberichten vor einer Neuordnung. Mit Capsa (Corporación Alimentaria Peñasanta) feilscht nun auch der spanische Milch-Marktführer um die Molkereisparte von Ebro Puleva mit. Das Unternehmen bestätigte, ein Angebot für «Puleva Food» vorgelegt zu haben, das von einem Konsortium aus sieben Banken finanziell gestützt wird. Sollte Capsa den Zuschlag bekommen, würde sich der Marktanteil von 15,4 auf 29,2 Prozent erhöhen.

Beobachter räumen Capsa als einzigem rein spanischen Bieter gute Chancen ein. Vergangene Woche war bereits die spanische Gruppe Leche Pascual in den Bieterkampf eingestiegen, allerdings im Verbund mit dem Private Equity Fonds Pai Partners, der unter anderem 50 Prozent an Fruchtjoghurt-Hersteller Yoplait hält.

Leche Pascual käme im Verbund mit Puleva Food auf 26,7 Prozent Marktanteil und würde damit auf Platz 1 in Spanien vorrücken. Ebro Puleva, der größte spanische Nahrungsmittelhersteller, hat 2009 mit der Milchsparte 444 Mio. Euro Umsatz erzielt, 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Sparten-Ergebnis (Ebitda) stieg jedoch um 33,8 Prozent auf 67 Mio. Euro. Der Konzern-Nettogewinn legte mit 35 Prozent auf 176,5 Mio. Euro ebenfalls kräftig zu. Der Umsatz sank um 7 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro. pd/hps