Datum:

André Straub ist gegangen

Erneut macht Fromalp Schlagzeilen, die die Gerüchteküche in der Käserbranche brodeln lassen: Der bisherige Chef André Straub ist Ende Februar gegangen. Begründungen gibt es kaum.

von Alimenta Import

Fromalp hat einen neuen Geschäftsführer erhalten. Er heisst Josef Stitzl und ist Bereichsleiter im deutschen Mutterhaus Hochland SE im allgäuischen Heimenkirch. Stitzl werde die Geschäfte von Fromalp interimistisch führen, da sich der bisherige Fromalp-Chef André Straub und der Hochland-Vorstand darauf geeinigt hätten, das Arbeitsverhältnis per sofort aufzulösen, heisst es in einer am 26. Februar abgefassten, kurzen Mitteilung. Straub führte die Geschäfte des Unternehmens, das 160 Mitarbeiter beschäftigt und die Hälfte des Umsatzes mit seinem Exportgeschäft erwirtschaftet,
seit 2006.

Kein Kommentar zu den Gründen

Weshalb kam es zur Trennung? Weil sie einvernehmlich sei, hätten beide Seiten vereinbart, sich über die Gründe nicht zu äussern, lässt Fromalp-Geschäftsleitungsmitglied Rolf Gasser verlauten und führt weiter aus: «Sie ­liegen jedenfalls nicht in unterschiedlichen Auffassungen über die Geschäftsentwicklung und die verschiedenen Geschäftsfelder. Die Trennung wird keine Auswirkungen auf die Geschäftsfelder haben, die Kundenbeziehun­gen werden unverändert weitergeführt.» Auch von André Straub ist nicht zu erfahren, weshalb es so weit gekommen ist.
In der Mitteilung heisst es, dass Josef Stitzl die Geschäfte nur zwischenzeitlich ­führen wird. Ist trotzdem davon auszugehen, dass die Fromalp-Besitzerin Hochland das in Zollikofen BE ansässige Unternehmen künftig direkt aus Deutschland lenkt? – Nein, antwortet Rolf Gasser. Hochland sei dezentral ausgerichtet. Die Ländergesellschaften entschieden «eigenverantwortlich», und Hochland lege Wert darauf, dass Management sowie Ge­schäfts­führung aus dem jeweiligen Land kommen würden und genaue Kenntnisse des Landes hätten. «Genau deswegen wurde die Position interimistisch besetzt. Fromalp und Hochland sind ab sofort damit befasst, eine langfris­tige Nachfolgeregelung zu finden.»

Brodeln in der Gerüchteküche

Letztmals machte Fromalp im September vergangenen Jahres Schlagzeilen («Alimenta» 17/09). Dann nämlich hat das Unternehmen die Affinage von Gruyère-Käse an die Migros-Tochter Mifroma verkauft. André Straub hat damals bekräftigt, sich dadurch besser auf
die Kernkompetenzen, die Herstellung und Vermarktung industrieller Käseprodukte, beschränken zu können. Gleichtzeitig betonte er, im Geschäft mit Emmentaler AOC weiterhin aktiv zu bleiben. «Mit einem Marktanteil von 14 Prozent ist Fromalp ein bedeutender Affineur und Vermarkter», sagte er damals. Trotz diesem Bekenntnis zum Emmentaler hält sich in Käserkreisen seit September das Gerücht hartnäckig, Fromalp suche ebenfalls nach einem Käufer des Sortenkäsegeschäfts. «Nein», heisst es dazu von Fromalp. Das Unter­nehmen hoffe, dass die Sortenorganisation Emmen­taler Switzerland das 7-Punkte-Programm umsetze und auf diesem Weg ein Überan­gebot und damit ein Preiszerfall verhindert werde. Und mit der Trennung von André Straub hätte das Emmentaler-Geschäft schon gar nichts zu tun.
Ob diese Antworten Ruhe in die Gerüchteküche bringen werden, ist zu bezweifeln.­