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Lamy: Dank WTO weniger heftige Krise

Die Gefahr, dass sich Volkswirtschaften in der aktuellen Wirtschaftskrise abschotten, scheint unbegründet. Nach Ansicht des Generaldirektors der Welthandelsorganisation WTO, Pascal Lamy, gibt es kaum protektionistische Tendenzen.

von Alimenta Import

«Unter dem Strich sind die Weltmärkte heute so offen wie vor der Krise», sagte Lamy in einem Interview mit der «Berner Zeitung» vom 6. März. Die WTO habe in der Krise mitgeholfen, die Weltwirtschaft offen zu halten. Dabei hätte die Heftigkeit der Krise durchaus zu mehr Protektionismus führen können – wie in den 1930er-Jahren.

Lamy plädierte für die Schaffung einer «WTO im Finanzbereich”. Die aktuelle Krise sei auch die Folge mangelnder internationaler Regulierung. Der WTO- Direktor kritisierte in diesem Zusammenhang die wenig aktive Kommunikationspolitik von Notenbankern: “Ihre Arbeitskultur besteht darin, so obskur zu sein wie nur möglich.»

Zur blockierten, im Jahr 2001 in Doha lancierten Runde zur weiteren Liberalisierung des Welthandels, äusserte sich Lamy einmal mehr zuversichtlich: Nach acht Jahren Verhandlungen liege ein Kompromiss «in Reichweite». Die WTO- Mitglieder seien sich zu 80 Prozent einig.

Einigkeit bestehe bei der umstrittenen Öffnung der Agrarmärkte: Subventionen für die Landwirtschaft müssten gekürzt, Zollbarrieren abgebaut, Exportsubventionen vollständig gestrichen werden. Die Schweizer Bauern müssten sich davor nicht fürchten. Sie hätten sich in den vergangenen Jahren im Export «gut geschlagen». lid