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MSc ist erfolgreich gestartet

Im Herbst 2009 haben elf Studierende das Masterstudium in Life Sciences mit Vertiefung Food and Beverage Innovation (FBI) an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil aufgenommen.

von Alimenta Import

Ein MSc-Studium der Vertiefung Food and Beverage Innovation beginnt mit zwei sogenannten Mentoring Days vor dem offiziellen Herbstsemesterstart. Während dieser zwei Tage haben die Studierenden Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen und nochmals die eigenen Ziele zu überprüfen. Das Studium selbst besteht aus Grundlagen- und Vertiefungsmodulen und fast zur Hälfte aus der MSc-Thesis (siehe Grafik).
Die vier attraktiven Vertiefungsmodule sollen hier etwas detaillierter beleuchtet werden. Es sind die Module Innovation, Supply Chain Management, Global Food Policy, -Product and Process Design.

Wie kreiert man Innovationen?

Die heutigen MSc-Studierenden sind die Innovations-Entwicklerinnen und -Entwickler von morgen. Die Fähigkeit, regelmässig Neuheiten auf den Markt zu bringen, ist für -Unternehmen der Lebensmittelbranche entscheidend. Hier setzt das Modul Innovation an. Es vernetzt wissenschaftliche Kenntnisse mit dem strategischen Marketing, der Produkt- und Prozessentwicklung und der Implementierung im Markt in enger Zusammen-arbeit mit Industrie- und Handelspartnern. Innovation wird dabei ganzheitlich verstanden und im Sinne nachhaltiger Produkt- und/oder Prozessentwicklung systematisch erlernt. Dabei werden Aspekte der Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und der öffentlichen Gesundheit berücksichtigt. Beim Start des Moduls definierten die Studierenden selbst ein Suchfeld für ein innovatives Produkt ihrer Wahl. Es folgte Systemanalyse, Evaluation, Ideenentwicklung, die Verdichtung zu Konzepten und die Suche nach ökonomischen Bewertungskriterien. Organisations- und marktpsychologische Einsichten rundeten das Modul ab.
Die Innovations-Konzepte konnten an einem «Think Tank»-Tag internen und externen -Experten vorgestellt werden. Diese haben die praktische Umsetzbarkeit der studentischen Ideen aus ihrer Perspektive gründlich unter die Lupe genommen. Die Innovationsprojekte reichen von vollständigen Phantasiegebilden bis zu von der Industrie gestützten Ideen. Wichtig ist, dass praxisnahe Produkt- und Prozessinnovationen erfahr- und erlebbar werden. Der Frage, was über Top oder Flop im Regal entscheidet, wird hier ganzheitlich auf den Grund gegangen.
 
Die optimale Versorgungskette
Im Modul Supply Chain Management geht es unter anderem um verschiedene Arten von Versorgungsketten, um Rahmenbedingungen, welche die Supply Chain beeinflussen, um Kennzahlen, mit denen diese analysiert und aus denen Massnahmen zur optimalen Gestaltung der Supply Chain hergeleitet werden. Ein ebenfalls wichtiger Teil dieses Moduls ist das Food Packaging: keine Produktinnovation ohne Verpackungsentwicklung.

Ein Blick in die Lebensmittelpolitik
Das Modul Global Food Policy startete im März erstmals. Beleuchtet werden die Mechanismen, welche nationale und internationale Behörden, Regierungen, öffentliche, aber auch private Institutionen anwenden, um ihre Ziele zu erreichen. Das betrifft den Anbau, die -Produktion und die Verteilung der Lebensmittel bis hin zur Vermarktung und Ver-wendung der Produkte. Es geht aber auch -darum, wie die Lebensmittelproduktion und -bereitstellung global beeinflusst wird, und um das Konsumentenverhalten verschiedener Kulturen. Der Export von Produktinno-vationen stellt weitere Anforderungen an ?die Kenntnisse der Innovationsteams; welche -Gesetze, Normen und Richtlinien gelten ?am Zielvermarktungsort, und welchen Kaufentscheidungskriterien folgen die dortigen Konsumenten?

Hält das Produkt, was es verspricht?

Im Modul Product and Process Design wird die technische Umsetzung einer Produkt- oder Prozessinnovation bearbeitet. Lebensmittel und Getränke sollen einerseits einen hohen Nährwert aufweisen, möglichst frisch, geschmackvoll und bekömmlich sein, andererseits wird eine angemessene Haltbarkeit -erwartet. Dazu werden spezifische Verarbeitungstechnologien vertiefter beleuchtet wie Technologien zur Extraktion wertbestimmen-der Inhaltsstoffe, zur Veredelung/Verarbeitung durch mikrobiologische Starterkulturen sowie Aspekte der hygienisch einwandfreien Herstellung von Lebensmitteln.

Forschung ist Innovation

Die Master-Thesis ist das eigentliche «pièce de résistance». Denn in dieser abschliessenden Arbeit gilt es, die wissenschaftliche Qualifikation zu erarbeiten und zu vertiefen. Die Studie-renden werden in die Forschungsteams integriert. Sie arbeiten an den Themen aus den Forschungsschwerpunkten der verschiedenen Fachstellen des Instituts. Neben der wissenschaftlichen Arbeitsweise erlernen die Studierenden, wie sie ein Forschungsprojekt selbstständig leiten und bearbeiten. Unterstützung für die Master-Thesis erfahren sie dabei im Rahmen des FBI-Mentoringprogrammes.
* Die Autorin ist Leiterin MSc-Studiengangsvertiefung Food and Beverage Innovation der ZHAW, Wädenswil