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Erdbeben in Schweizer «Limonaden-Landschaft»

Gleich zwei Traditionshäuser in der einheimischen Getränkelandschaft haben Kunden verloren. Der Detailhandel und die grossen Getränkekonzerne sind die Spielverderber.

von Alimenta Import

Seit 2003 werden die kleinen Schweppes-Fläschchen bei der Thurella in Eglisau abgefüllt. Schweppes-Lizenznehmer Feldschlösschen hat sich aber nun entschieden das Getränke ab Ende Jahr in Rhäzüns abzufüllen.

Laut der Nachrichtenagentur SDA verliert Thurella mit dem Schweppes-Auftrag rund 20 Prozent ihres Eglisauer Produktionsumsatzes von 110 Millionen Flaschen pro Jahr.

Für die in den roten Zahlen steckende Unternehmung ist dies eine Hiobsbotschaft die aber laut Kommunikationsbüro nicht aus heiterem Himmel gekommen sei. Ausserdem lasse dies nun Raum zu für andere Aufträge.

Mit den beiden Marken, obi und Rittergold, sei Thurella weiter gut auf Kurs. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die vor zwei Jahren übernommene Biotta AG, Tägerwilen. Doch in den USA hat die Wirtschaftskrise dem vor einem Jahr dort lancierten Gemüsesaft auch nicht gerade gut getan. Der Absatz sei noch nicht auf Touren gekommen.

Eine weitere Schreckensnachricht für das Unternehmen wurde auch letzte Woche publik. Coop zieht das deutsche Kultgetränk Bionade aus dem Handel zurück. Dieses war für die Thurella seit 2007 jedoch «nur» ein Handelsprodukt.

Auch in Rothrist stehen die Zeichen nicht gerade günstig. Zwar soll Rivella grün eine neue Rezeptur und eine neue Marketingoffensive erhalten, doch beim «gelben» ergeben sich Probleme. Coop hat Rivella gelb ausgelistet.

Laut Mediensprecherin ist der Schweizer Markt gesättigt und hart umkämpft. Darum sehen die Rothrister Wachstumspotential nur noch im Ausland, speziell in Deutschland. Dort konzentriert sich das Unternehmen seit 2008 auf München und Stuttgart. Jetzt soll auch noch Berlin dazukommen. Übrigens glaubt Rivella an Rivella gelb und will laut Pressesprecherin weiter in die Festigung des neuen Getränkes investieren. hps