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Emmi übernimmt Fromalp

Emmi hat einen Kaufvertrag für die Fromalp AG unterzeichnet. Damit soll der Export von Raclette und Fondue gestärkt werden.

von Alimenta Import

Im liberalisierten Käsemarkt muss Emmi gezielt im Ausland wachsen, um langfristig erfolgreich zu bleiben. Heute hat Emmi im internationalen Geschäft noch eine unterkritische Grösse und kann deshalb für sich alleine die Exporte von Fondue und Raclette nicht wesentlich steigern. Urs Riedener, CEO von Emmi, betont: «Wir können mit der Integration des Auslandgeschäftes von Fromalp die Käsespezialitäten international noch besser vermarkten, wovon auch die Schweizer Milchwirtschaft profitiert. Emmi ist in der Landwirtschaft verankert und kann im Export Käse aus der Schweiz glaubwürdiger anbieten als ein Betrieb in ausländischem Besitz.»

Mehr Wettbewerb im vollständig liberalisierten Käsemarkt
Der Kaufvertrag mit der Fromalp-Besitzerin Hochland SE wurde unter dem Vorbehalt unterzeichnet, dass die Schweizer Wettbewerbskommission die Transaktion genehmigen wird. Emmi erwartet keine wettbewerbsrechtlichen Einschränkungen, da der Schweizer Käsemarkt gegenüber der EU seit 2007 vollständig liberalisiert ist.?

Der Schweizer Käsemarkt wurde ab 2002 schrittweise geöffnet. Das hat den Wettbewerb spürbar verstärkt: In den letzten fünf Jahren sind die Importe aus dem Ausland um fast 30 Prozent gestiegen, die Exporte ins Ausland erhöhten sich dagegen nur um knapp 10 Prozent. Die Käsehandelsbilanz der Schweiz hat sich in diesem Zeitraum um fast 4000 Tonnen verschlechtert.

Synergien ermöglichen verstärktes Wachstum im Ausland
Die Fromalp AG ist spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb von typischen Schweizer Käseprodukten. Das Unternehmen erarbeitete im Jahr 2009 mit rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von zirka CHF 100 Millionen. Der Exportanteil liegt bei 40 Prozent.

Emmi kann den Kauf von Fromalp mit bestehenden Mitteln und Kreditlinien finanzieren. Die Vertragsparteien haben Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart.

Die Wertschöpfungsketten der Käsesparte von Emmi und der Fromalp sind weitgehend identisch. Deshalb kann Emmi mit der Integration des Fromalp-Geschäftes Synergien nutzen, die Effizienz steigern und Kosten senken. Die Kostenvorteile geben Emmi die finanziellen Möglichkeiten, stärker in die Vermarktung im Ausland zu investieren.

Markenhersteller wie Emmi benötigen eine bestimmte Grösse, um international erfolgreich zu sein: Sie müssen genügend Umsatz erarbeiten, damit sie die notwendigen Marketingausgaben für die grossen Märkte finanzieren können. Zusätzlich brauchen sie eine gewisse Marktstellung, um als kompetenter Partner des Handels akzeptiert zu werden und die nötige Beachtung bei den Konsumenten zu finden.

Zollikofen bleibt ein Emmi Standort
Emmi wird das heutige Fromalp-Gebäude in Zollikofen weiterhin geschäftlich nutzen. Die künftigen Aktivitäten werden im Rahmen der bevorstehenden Integrationsarbeiten definiert. Dabei will Emmi die vorhandenen Synergien maximal ausnützen. Diese Zielsetzung kann dazu führen, dass in den nächsten Jahren die Produktion von Zollikofen mindestens teilweise in andere Emmi Betriebe verlagert wird. Möglich ist auch eine gewisse Umnutzung des Fromalp-Gebäudes für logistische Zwecke. Der bisher von Fromalp geführte Betrieb Lützelflüh bleibt bestehen.

Sollte es zu Produktionsverlagerungen kommen, sieht Emmi gute Möglichkeiten, die betroffenen Mitarbeiter von Fromalp in ihren verschiedenen Betrieben weiter beschäftigen zu können. Emmi verfügt heute in der Region Bern über mehr als 1000 Arbeitsplätze. Die Mitarbeiter von Fromalp werden entsprechend ihrer Qualifikationen für offene Stellen bevorzugt berücksichtigt. pd/hps