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News am Weekend 18. April 2010

Emmi übernimmt Fromalp / SCAE-Sonderschau „Gourmet Café“ / Auflage des GGA-Gesuchs für ,Absinthe", ,Fée verte" und ,La Bleue" / Studie: Regionales Wirtschaften als Chance für Lebensmittelhandel

von Foodaktuell Importer

Spezialitäten von Fromalp: Käse in Scheiben

Emmi übernimmt Fromalp und stärkt Auslandgeschäft

Emmi hat einen Kaufvertrag für die Fromalp AG (Zollikofen/BE)
unterzeichnet, ein international tätiges Unternehmen zur Herstellung und zum Vertrieb
von Käsespezialitäten. Der Vertrag mit der Fromalp-Besitzerin, der deutschen Hochland
SE, wird nach Genehmigung durch die Schweizer Wettbewerbskommission umgesetzt.
Fromalp passt gut in die internationale Wachstumsstrategie von Emmi. Der Kauf hilft mit,
den Export von Raclette und Fondue zu stärken und damit den Milchabsatz der
Schweizer Landwirtschaft zu stützen.

Im liberalisierten Käsemarkt muss Emmi gezielt im Ausland wachsen, um langfristig erfolgreich
zu bleiben. Heute hat Emmi im internationalen Geschäft noch eine unterkritische Grösse und
kann deshalb für sich alleine die Exporte von Fondue und Raclette nicht wesentlich steigern.
Urs Riedener, CEO Emmi, betont: «Wir können mit der Integration des Auslandgeschäftes von
Fromalp die Käsespezialitäten international noch besser vermarkten, wovon auch die
Schweizer Milchwirtschaft profitiert. Emmi ist in der Landwirtschaft verankert und kann im
Export Käse aus der Schweiz glaubwürdiger anbieten als ein Betrieb in ausländischem Besitz.»

Der Kaufvertrag mit der Fromalp-Besitzerin Hochland SE wurde unter dem Vorbehalt
unterzeichnet, dass die Schweizer Wettbewerbskommission die Transaktion genehmigen wird.
Emmi erwartet keine wettbewerbsrechtlichen Einschränkungen, da der Schweizer Käsemarkt
gegenüber der EU seit 2007 vollständig liberalisiert ist.
Der Schweizer Käsemarkt wurde ab 2002 schrittweise geöffnet. Das hat den Wettbewerb
spürbar verstärkt: In den letzten fünf Jahren sind die Importe aus dem Ausland um fast 30
Prozent gestiegen, die Exporte ins Ausland erhöhten sich dagegen nur um knapp 10 Prozent.
Die Käsehandelsbilanz der Schweiz hat sich in diesem Zeitraum um fast 4000 Tonnen
verschlechtert.

Die Fromalp AG ist spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb von typischen Schweizer
Käseprodukten. Das Unternehmen erarbeitete im Jahr 2009 mit rund 150 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern einen Umsatz von zirka CHF 100 Millionen. Der Exportanteil liegt bei 40 Prozent.

Emmi kann den Kauf von Fromalp mit bestehenden Mitteln und Kreditlinien finanzieren. Die
Vertragsparteien haben Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart.
Die Wertschöpfungsketten der Käsesparte von Emmi und der Fromalp sind weitgehend
identisch. Deshalb kann Emmi mit der Integration des Fromalp-Geschäftes Synergien nutzen,
die Effizienz steigern und Kosten senken. Die Kostenvorteile geben Emmi die finanziellen
Möglichkeiten, stärker in die Vermarktung im Ausland zu investieren.

Markenhersteller wie Emmi benötigen eine bestimmte Grösse, um international erfolgreich zu
sein: Sie müssen genügend Umsatz erarbeiten, damit sie die notwendigen Marketingausgaben
für die grossen Märkte finanzieren können. Zusätzlich brauchen sie eine gewisse Marktstellung,
um als kompetenter Partner des Handels akzeptiert zu werden und die nötige Beachtung bei
den Konsumenten zu finden.

Emmi wird das heutige Fromalp-Gebäude in Zollikofen weiterhin geschäftlich nutzen. Die
künftigen Aktivitäten werden im Rahmen der bevorstehenden Integrationsarbeiten definiert.
Dabei will Emmi die vorhandenen Synergien maximal ausnützen. Diese Zielsetzung kann dazu
führen, dass in den nächsten Jahren die Produktion von Zollikofen mindestens teilweise in
andere Emmi Betriebe verlagert wird. Möglich ist auch eine gewisse Umnutzung des Fromalp-
Gebäudes für logistische Zwecke. Der bisher von Fromalp geführte Betrieb Lützelflüh bleibt
bestehen.

Sollte es zu Produktionsverlagerungen kommen, sieht Emmi gute Möglichkeiten, die
betroffenen Mitarbeiter von Fromalp in ihren verschiedenen Betrieben weiter beschäftigen zu
können. Emmi verfügt heute in der Region Bern über mehr als 1000 Arbeitsplätze. Die
Mitarbeiter von Fromalp werden entsprechend ihrer Qualifikationen für offene Stellen bevorzugt
berücksichtigt. (Mitteilung Emmi)

Sonderschau „Gourmet Café“ parallel zum Gourmet & Bocuse d’Or Europa 2010

Der Bocuse d’Or ist wohl der weltweit wichtigste Wettbewerb für Spitzenköche. Momentan werden die Landesmeister in spannenden Wettbewerben bestimmt. Für die Schweiz war es am 1. März im Berner Kursaal vor 1’000 begeisterten Zuschauern Frank Giovanni (Sous-chef in Philippe Rochat’s Hôtel de Ville Crissier). Er wird sich mit neunzehn europäischen Siegern am Bocuse d’Or Europe am 7. und 8. Juni 2010 in Genf messen.

Die Ausscheidung wird Philippe Rochat in Anwesenheit von Fredy Girardet und Joël Robouchon geleitet. Chefs und Gastronomen aus ganz Europa werden ein begeistertes Publikum sein. Die Sieger nehmen 2011 am Bocuse d’Or International in Lyon teil.

Vom 6. bis 8. Juni zeigen 120 Aussteller diesen exklusiven Besuchern ihre massgeschneiderten Lösungen und Innovationen. Natürlich ist dieser Event auch ein Magnet für die aktive Gastronomieszene aus der Westschweiz, Savoien und Rhône-Alpes.

SCAE wird an diesen drei Tagen ganz in der Nähe der Koch-Wettbewerb-Szene eine Sonderschau „Gourmet Café“ für Speciality Coffee präsentieren. Es stehen Wettkämpfe zwischen schweizerischen und französischen Baristi (kurz vor den Weltmeisterschaften in London), Leistungsschaus Latte-Art und Coffee in good Spirits, Cup-Tasting für Besucher sowie Sensorik Demonstrationen auf dem Programm.

Rund um die Schaufläche stehen Ausstellungsstände für Anbieter von Kaffee, Kaffeemaschinen und verwandte Gebiete. Unsere Aktivitäten werden von der Messeleitung vor und während des Salons stark beworben nach dem Motto „zu jedem exzellenten Mahl gehört ein exzellenter Kaffee“. (Mitteilung SCAE)

Auflage des GGA-Gesuchs für ,Absinthe”, ,Fée verte” und ,La Bleue”

Das Bundesamt für Landwirtschaft veröffentlicht heute im Schweizerischen Handelsblatt das Gesuch um Eintragung der geschützten geografischen Angabe (GGA) der Bezeichnungen ,Absinthe”, ,Fée verte” und ,La Bleue”.

Die drei Bezeichnungen benennen ein und dasselbe Produkt: eine Spirituose, die aus landwirtschaftlichem Ethylalkohol, Wasser und einer spezifischen Kräutermischung hergestellt wird. Mit ihrer Eintragung als GGA sollen insbesondere Nachahmungen und Anmassungen vermieden sowie der gute Ruf und die Originalität des Produkts geschützt werden. Das geografische Gebiet der Verarbeitung ist der Bezirk Val-de-Travers im Kanton Neuenburg.

Die grüne Fee entstand Ende des 18. Jahrhunderts im Val-de-Travers und wurde rasch zu einem grossen Erfolg, der zum wirtschaftlichen Aufschwung der Region beigetragen hat. Über seinen ganz eigenen Geschmack hinaus, verdankt der Absinth seine Berühmtheit verschiedenen anderen Faktoren wie den komplexen Riten, die mit seinem Genuss verbunden sind, sowie der Leidenschaft, die seine angenommenen heilenden und schädlichen Wirkungen hervorriefen.

Auch sein Verbot, das von 1910 bis 2005 dauerte, vermochte die enge Bindung zwischen diesem Produkt und dem Val-de-Travers nicht auszulöschen. Der Ruf des Absinthe hat sich immer weiter ausgebreitet, was seiner bewegten Geschichte und den Mythen, die ihn umgeben, zuzuschreiben ist.

Mit dem Register der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben lassen sich geografische oder traditionelle Bezeichnungen von landwirtschaftlichen und verarbeiteten landwirtschaftlichen Erzeugnissen schützen, deren Qualität und Haupteigenschaften durch ihre geografische Herkunft bestimmt werden. Ist ein Name geschützt, darf er nur von Produzentinnen und Produzenten benutzt werden, die aus dem entsprechend definierten geografischen Gebiet stammen und sich an ein detailliertes Pflichtenheft halten. Die Eintragungsgesuche müssen öffentlich aufgelegt werden. Innert einer Frist von drei Monaten können Personen, die ein schutzwürdiges Interesse geltend machen können, und die Kantone Einsprache erheben.

Das Bundesregister der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben zählt heute 27 Eintragungen: 19 GUB und 8 GGA. Die Unterlagen können unter www.blw.admin.ch (Themen > Produktion + Absatz > Kennzeichnung und Absatzförderung > Ursprungsbezeichnungen) eingesehen werden. (BLW 31.3.10)

Studie: Regionales Wirtschaften als Chance für Lebensmittelhandel

Nirgendwo ist die regionale Ausprägung und persönliche Beziehung so stark wie beim Essen und Trinken. Regionale Produkte spielen eine sehr wichtige Rolle dabei. Sie schaffen emotionale Beziehungen, stiften regionale Identitäten und sind somit wesentliche wirtschaftliche Faktoren. Experten präsentierten im März die Studie “Regionales Wirtschaften – Chance für Lebensmittelunternehmen?”

Dabei kommen die Wissenschaftler zum Schluss, dass meisterliche Handwerksbetriebe ein Garant für stabile Wirtschaftskreisläufe sein können. Regional hergestellte Lebensmittel bringen nämlich – von der Produktion über die Vermarktung bis zum Einkaufsverhalten – regionale und überregionale Wertschöpfung. Damit sichern sie zum Nutzen aller die Region als lebbaren und erlebbaren Raum.

“Der Konsument kauft mit handwerklich hergestellten Waren nicht nur höchste Produkt-, sondern auch ein Stück Lebensqualität im Ort”, so Paulus Stuller, Präsident der Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes. Er leiste damit einen Beitrag zur Absicherung der Arbeitsplätze in der Region und ein Mehr an Ausbildungsplätzen für die lokale Jugend.

“Bei den Handwerksbetrieben in der Region ist soziale Verantwortung ein selbstverständlicher Bestandteil ihres Tuns. Regionale Lebensmittelgewerbebetriebe stehen daher für Lebensqualität in den Regionen”, erklärt Stuller. Sie erfüllen wesentliche wirtschaftliche, nachhaltige, soziale und kulturelle Funktionen. “Lebensmittelhandwerke verkörpern den Nimbus des Bewährten und Immerwährenden. Damit werden Werte wie Verlässlichkeit, Vertrauen und Nachhaltigkeit verbunden”, ergänzt der Experte.

“99,6 Prozent der heimischen Unternehmen sind Klein- und Mittelbetriebe (KMU)”, erklärt Hans Janik vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend. “Insgesamt waren zuletzt mehr als 2,2 Mio. Personen in der gewerblichen Wirtschaft beschäftigt. Nahezu 61 Prozent hatten ihren Arbeitsplatz in einem KMU”, so Janik. “Doch nicht nur die Beschäftigung ist von Relevanz: Auch rund 60 Prozent der Brutto-Wertschöpfung wurde von KMU erwirtschaftet.” Für die KMU spreche zudem auch der Zuwachs an Beschäftigten.

Um konkret zu analysieren und praktische, zukunftsorientierte Lösungen auf breiter, interdisziplinärer Basis zu erhalten, werden nun die Ergebnisse der von der Wirtschaftskammer beauftragten Studie “Regionales Wirtschaften – Eine Chance für LM-Unternehmen?” vorgestellt.

Die Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes http://www.lmakademie.at möchte die Kunden stärker für das meisterliche Handwerk und die Regionalität der Produkte sensibilisieren. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ), von der Wirtschaftskammer Österreich, von der AMA- Marketing und von der EU kofinanziert und vom Projektpartner Volksbank unterstützt. (Die Lebensmittelakademie 3.3.10)