Datum:

KURZNEWS 20. April 2010

MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes / Zwiebel macht Nahrung haltbarer / EU kommentiert Stevia positiv / Indien entwickelt Gentech-Huhn / Danone beendet kritisierte Jogurt-Werbung / steigende Käse-Importe

von Foodaktuell Importer

Gastronomen fordern: Schluss mit MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes!

Über 2000 Gastronomen aus der ganzen Schweiz sind am Montag, 19. April 2010, in über 50 Reisecars und Postautos nach Bern gereist und durch die Berner Altstadt auf den Bundesplatz marschiert. Sie kämpfen für die Beseitigung der Mehrwertsteuer-Diskriminierung des Gastgewerbes. Für Speisen und alkoholfreie Getränke im Restaurant muss nämlich dreimal so viel Mehrwertsteuer bezahlt werden als im Detailhandel. Diese Benachteiligung des Gastgewerbes und seiner Gäste ist ungerecht. GastroSuisse, der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz, startete deshalb zum ersten Mal in seiner Geschichte eine eidgenössische Volksinitiative.

Der Verzehr von Speisen und Getränken in einem Restaurant, einem Café oder einer Bar ist heute alltäglich und für viele Menschen über Mittag sogar unumgänglich. Trotzdem werden die Gäste und das Gastgewerbe durch den Staat bestraft und diskriminiert, denn der Verzehr von Getränken und Speisen wird mit einem Mehrwertsteuersatz von 7,6% belegt. Der Verzehr der gleichen Getränke und Speisen aus einem Take-away-Kiosk oder aus dem Laden wird jedoch nur mit 2,4% besteuert.

Das Gastgewerbe fordert in seiner Volksinitiative, dass Speisen und alkoholfreie Getränke unabhängig vom Verzehrort gleich besteuert werden. “Wir starten heute die Unterschriftensammlung für ein legitimes Anliegen unserer Gäste”, so GastroSuisse-Zentralpräsident Klaus Künzli in seiner Ansprache auf dem Bundesplatz. “Es ist ungerecht, wenn Sie für ein Mittagessen im Restaurant 7,6% Mehrwertsteuer bezahlen, während der Schnellverpfleger unter den Lauben seine Pizzaschachtel für 2,4% von der Stadt entsorgen lässt”, rief er den zahlreichen Konsumenten zu, die sich zur Kundgebung gesellten.

“Ich kann mich nicht damit abfinden, dass Gäste und Gastgewerbe seit Jahren durch die nationale Steuerpolitik im Vergleich zu anderen Konsumenten und Anbietern ungleich behandelt werden”, erklärte Ständerat Dr. Hans Hess, Mitglied des überparteilichen Initiativkomitees. Im Dezember 2004 habe er daher im Ständerat eine Motion eingereicht. Der Bundesrat hat auf seine Motion mit einem neuen Vorschlag geantwortet und dem Parlament eine Botschaft für einen Einheitssatz unterbreitet, der sehr kontrovers aufgenommen wurde.

Offen bleibt zurzeit die Frage, wie es mit dem Einheitssatz weiter geht.
Ständerat Dr. Hans Hess signalisierte deshalb grosses Verständnis für die Unzufriedenheit der Wirte, die zur Kenntnis nehmen mussten, dass sich bei der Mehrwertsteuer des Gastgewerbes so schnell nichts ändert.

Zusätzlich zu Ständerat Dr. Hans Hess sind weitere namhafte Persönlichkeiten bereit, mit ihrem Namen bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern dieses Landes für ein Ende der Diskriminierung einzustehen. Im Initiativkomitee figurieren unter anderem zwölf Ständeräte und Nationalräte, die weltbekannten Spitzenköche Philippe Rochat und André Jaeger, Hans-Ulrich Bigler, der Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, und Urs Masshardt, der Direktor der Arbeitnehmerorganisation Hotel- und Gastro-Union.

Die heute lancierte eidgenössische Volksinitiative will gleich lange Spiesse für alle. Sie stärkt damit die Konkurrenzfähigkeit des Schweizer Gastgewerbes, das 228’000 Personen beschäftigt und rund 10’000 Jugendlichen einen Arbeitsplatz bietet. Das Gastgewerbe ist eine eigentliche “Jobmaschine”, die angesichts der schwierigen Märkte und des starken Frankens vor grossen Herausforderungen steht. Umso wichtiger ist es, bei der Mehrwertsteuer gegenüber anderen Ländern, wie beispielsweise Frankreich, nachzuziehen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Gastronomie zu stärken.
(Gastrosuisse 19.4.2010)

Zwiebel macht Nahrung haltbarer

Rohe Zwiebel sind gesund und eignen sich hervorragend dazu, Nahrung länger haltbar zu machen. Zu diesem Schluss kommen spanische Forscher im “International Journal of Food Science and Technology”. Sie suchten in Extrakten von drei Zwiebelsorten nach antioxidant sowie antimikrobiell wirkenden Inhaltsstoffen. Mehrere der gefundenen Substanzen zeigten sich als wirkungsvolle Gegenmittel für Bakterien, die Lebensmittel vergiften oder zersetzen.

Fündig wurden die Forscher vor allem in den Essigester-Lösungen einer gelben Zwiebelart. Hier entdeckten sie Quercetin und Kaempferol, zwei auch “Flavonoide” genannte wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die besonders gute antibakterielle Wirkung haben. So hemmen sie etwa das Wachstum der Erreger Bacillus cereus, Staphylococcus aureus, Microcroccus luteus und Listeria monocytogenes. Bei Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa wirken die Zwiebelstoffe allerdings weniger, bei Candida albicans gar nicht.

“Dank dieser Eigenschaften ist die Zwiebel eine natürliche Alternative zu künstlichen Konservierungsmitteln, die sonst in der Nahrungsindustrie verbreitet sind”, berichtet Studienleiter Jonathan Santas, Ernährungswissenschaftler an der Universität Barcelona.

Daneben dürfte Zwiebel auch die gesündere Alternative zu künstlichen Konservierungsstoffen sein. Frühere Studien haben gezeigt, dass Flavonoide wegen ihrer Antioxidantien besonders positive Auswirkungen auf den Körper verleihen. So hemmen sie Entzündungen, schützen das Herz, erweitern die Gefässe und wirken auch dem Krebs entgegen. In mehreren Früchten sind diese Stoffe ebenfalls enthalten. (pte 17.4.2010)

US-Wissenschaftler warnen vor Herbizidresistenz

16.04.2010 – (lid) – Mit dem zunehmenden Anbau von gentechnisch veränderten Kulturen in den USA wachsen Risiken wie Resistenzen. Sie müssten bei allen Vorteilen im Auge behalten werden, warnt der US-Forschungsrat NRC. Dieser hat Nutzen und Risiken des Gentech-Anbaus analysiert und erste Ergebnisse veröffentlicht. Als wirtschaftliche Vorteile nennen die Wissenschaftler, dass Landwirte höhere Erträge einfahren und für Herbizide sowie Insektizide weniger Geld ausgeben müssen, wie agrarzeitung.de schreibt. Den geringeren Bedarf an Pflanzenschutzmitteln schreibt der NRC zusätzlich der Umwelt gut, ebenso wie die geringere Anzahl Überfahrten, die bei Totalherbiziden erforderlich sind. Schliesslich erlaubt der Anbau herbizidresistenter Pflanzen den zunehmenden Verzicht auf den Pflug.

Dagegen stehen Gefahren eines übermässigen Gebrauchs des Herbizidwirkstoffs Glyphosat. Nach Angaben des NRC haben in den USA bereits neun Unkrautarten Resistenzen entwickelt. Ausserdem weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass zurzeit möglicherweise nicht alle negativen Auswirkungen auf die Umwelt sicher erfasst werden. Schliesslich warnen die Wissenschaftler vor sozialen Folgen, wenn kleine und wirtschaftlich schwächere Betriebe im Wettbewerb verlieren, weil sie keine Gentech-Pflanzen anbauen wollen oder sich das teure Saatgut nicht leisten können. (LIF 16.4.2010)

EFSA veröffentlicht eine positive Stellungnahme über Stevia

Die europäische Lebensmittelsicherheits-Behörde (European Food Safety Authority, EFSA) hat kürzlich eine wissenschaftliche Stellungnahme herausgegeben, in der sie bestätigt, dass Steviol Glykoside, die Süssstoffe, die von der Steviapflanze extrahiert werden, sicher für den Gebrauch in Nahrungsmitteln und Getränken sind und ausserdem legten sie eine erlaubte Tagesdosis (Acceptable Daily Intake, ADI) für ihren sicheren Verbrauch fest.

In seiner wissenschaftlichen Stellungnahme kommt das Gremium für Lebensmittelzusatzstoffe und Nährstoffquellen, die Lebensmitteln zugefügt werden (ANS) der EFSA zu dem Schluss, dass in Anbetracht der verfügbaren toxischen Daten, „Steviol Glykoside, die mit den JECFA -Spezifikationen übereinstimmen, nicht Krebs erzeugend und genotoxisch sind oder mit Reproduktiv/Entwicklungs-Toxizitäten in Verbindung stehen“.

Das ANS-Gremium legte ebenfalls eine erlaubte Tagesdosis für Steviol Glykoside, in Form von Steviol Äquivalenten, von 4 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag fest, was der gleichen erlaubten Tagesdosis entspricht, die zuvor von dem gemeinsamen FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) bestimmt wurde.

Die Stellungnahme durch die Expertengruppe von EFSA basiert auf einer strengen Sicherheitsbewertung eines von einigen Bewerbern, einschliesslich Cargill, eingereichten wissenschaftlichen Dossiers. Cargill ist der Hersteller des Süssstoffs Truvia™. Dieser überaus wohlschmeckende Nullkalorien-Süssstoff wird aus dem Blatt der Steviapflanze gewonnen. Die wissenschaftliche Stellungnahme bezieht sich auf sieben Steviol Glykoside: Steviosid, Rebaudiosid A, Rebaudiosid C, Dulcosid A, Rubusosid, Steviolbiosid und Rebaudiosid B.

Truvia™ Süssstoff, der US-Marktführer in einer neuen Kategorie Stevia-basierter Süssstoffe wird mit Rebiana hergestellt, eine extrem reine und pure Form des Rebaudiosid A mit 97 Prozent. Rebaudiosid A wird aus dem best-schmeckendsten Teil des Steviablattes gewonnen und ist eines der Steviol Glykoside, die von der EFSA bewertet wurden. Truvia™ Rebiana ist 200mal süsser als Zucker und bietet zahlreiche neue Chancen und Möglichkeiten für Unternehmen aus der Nahrungsmittel- und Getränkebranche, um Produkte mit Süsse ohne Kalorien zu entwickeln. (Cargill 15.4.2010)

Indien entwickelt Gentech-Huhn

In Indien ist eine genetisch veränderte Hühnerrasse entwickelt worden, die im Vergleich zu anderen Rassen stärker Fleisch ansetzt und zudem auch in der Behandlung von Krankheiten verwendet werden kann. Wie Wissenschaftler vom Project Directorate on Poultry am 12. April laut “The Wall Street Journal Indien” verlauten liessen, sei dies die erste erfolgreich veränderte Tierrasse im Land. Indien hat bis jetzt die Nutzung von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht zugelassen.

Das gentechnisch veränderte Huhn sei nach zweijähriger Forschungsarbeit bereit für die kommerzielle Verwendung, sagte der Leiter der Forschungsgruppe T.K. Bhattacharya zu Dow Jones. Die neue Hühnerrasse soll mit 300 Eiern in 72 Wochen auch rund doppelt so viele Eier legen können wie ein Durchschnittshuhn in Indien, sagte Bhattacharya weiter. Nach Angaben von aiz.info werden GVO-Hühner bisher vor allem in den USA, Kanada, Grossbritannien und China gezüchtet. (LID 15.4.2010

Österreich verbietet Anbau der Gentech-Kartoffel “Amflora”

In Österreich darf die umstrittene Gentech-Kartoffel “Amflora” nicht angebaut werden.
Nachdem Ende März neben der EU-Kommission auch das Antragsland Schweden sein Okay für den Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel “Amflora” gegeben hatte, war “Amflora ” für die gesamte EU zum Anbau und für industrielle Verwendungen, nicht jedoch als Lebensmittel, zugelassen. In Österreich wird diese GV-Sorte aber aufgrund der Anfang April 2010 in Begutachtung gegangenen Verordnung des Gesundheitsministeriums nicht angebaut werden dürfen. Auch der Nationalrat hatte sich am 26. März 2010 in einem entsprechenden Entschliessungsantrag für ein Anbauverbot von “Amflora ” in Österreich ausgesprochen.

“95 Prozent der Bevölkerung in Oberösterreich lehnen den Einsatz von Gentechnik auf unseren Feldern ab. Wir fordern daher nachdrücklich das Recht auf Selbstbestimmung beim Anbau von GVO-Saatgut ein. In dieser zentralen Lebensfrage lassen wir uns von der Europäischen Kommission nicht in die Knie zwingen “, zitiert der österreichische Agrarpressedienst AIZ Oberösterreichs Agrarlandesrat Stockinger. Neben dem bundesweiten Importverbot für GVO-Saatgut habe man mit dem oberösterreichischen Gentechnikvorsorge-Gesetz 2006 eine doppelte Sicherheit geschaffen, die einen GVO-Anbau ausschliesse. (LID 15.4.2010)

Danone rückt von kritisierter Jogurt-Werbung ab

Die nach Einschätzung von Kritikern “dreisteste Werbelüge des Jahres 2009” soll vorerst nicht wiederholt werden: Der Lebensmittelhersteller Danone hat am 15. April 2010 in Paris angekündigt, die Marketing-Strategie für seine Jogurt-Produkte “Actimel” und “Activia” zu ändern. Sie zielte auf die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung der Milchprodukte ab. Der weltgrösste Jogurthersteller kündigte ausserdem an, zwei Anträge bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma zurückzuziehen, berichtet die Nachrichtenagentur SDA. Mit den beiden Anträgen hatte der Konzern seine Werbestrategie eigentlich decken wollen.

Die EFSA hätte nach dem Willen von Danone die angeblich gesundheitsfördernden Eigenschaften der beiden Jogurts bestätigen sollen.
Die Behörde prüft auf Basis eines Gesetzes aus dem Jahr 2006 Tausende solcher Produktbeschreibe auf deren tatsächliches wissenschaftliches Fundament. Die Erkenntnisse werden schliesslich von der EU-Kommission verwendet, die dann eine Entscheidung trifft. Die EU-Regelungen zu nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben über Lebensmittel seien unklar, begründete Danone den Rückzug der Anträge. Man wolle zunächst weitere Gespräche darüber abwarten. (LID 15.4.2010)

8. Kochwettbewerb von «La Cuisine des Jeunes»

«Schweizer Fleisch» fördert seit langem den Nachwuchs in der Gastronomie, denn junge
Talente beleben die Branche. Zum 8. Mal findet jetzt wieder der Kochwettbewerb von
«La Cuisine des Jeunes» statt. Junge Köchinnen und Köche können ihre Kreationen mit
Schweizer Fleisch einreichen. Das Motto 2010 heisst «A la manière suisse», gekocht
wird mit Fleisch vom Schweizer Schwein.

Der Kochwettbewerb von «La Cuisine des Jeunes» fördert die Karrierechancen junger Köchinnen
und Köche mit beruflichen Ambitionen. In den Jahren nach der Lehre können sie sich
hier ein erstes Mal der Berufswelt präsentieren. Kreativität, Detailliebe und fachliches Können
sind im gleichen Masse gefragt und werden bewertet. Dieser Anlass ist nicht nur für den
Nachwuchs wichtig, denn er leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des hohen Qualitätsniveaus
in der Schweizer Gastronomie.

Am Wettbewerb darf teilnehmen, wer zwischen 2006 und 2010 die Kochlehre erfolgreich abgeschlossen
hat oder abschliessen wird. Gefragt ist ein fantasievolles, perfekt ausgearbeitetes
Rezept mit Schweizer Schweinefleisch als Hauptbestandteil, welches zum diesjährigen Motto «A la manière suisse» passt.
Die hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von Erhard Gall, diplomierter Küchenchef und ehemaliger
Gastronomie-Fachlehrer, wählt aus den Einsendungen die vier Finalistinnen und Finalisten
aus. Diese müssen am 19. Oktober 2010 im «La Table de Urs Hauri» in Bern vor Jury,
Presse und Publikum beweisen, was sie am Herd können. Die Gewinnerin oder der Gewinner
erhält eine Trophäe und 1500 Franken in bar. Für die übrigen Finalteilnehmer gibt es je 500
Franken und ein Diplom.

«La Cuisine des Jeunes» ist nicht nur ein Kochwettbewerb, sondern auch die Plattform für
ambitionierte Jungköche in der Schweiz. Hier werden die jungen Profis auf ihren ersten Schritten
in die Arbeitswelt begleitet, das Networking unter ihnen wird gefördert und junge Talente
werden mit erfahrenen Meistern zusammengebracht. «La Cuisine des Jeunes» ist ein Projekt
von «Schweizer Fleisch». Die Mitgliedschaft ist gratis und unverbindlich.

Weitere Informationen und das Siegerrezept von 2009 sind auf www.lcdj.ch zu finden. (Proviande 15.4.2010)

Käser sind besorgt über ansteigende Importe

Die Schweizer Käser sind zufrieden über ihre Erfolge im Ausland. An der Delegiertenversammlung des Käserverbandes Fromarte vom 15. April in Bern hob Präsident René Kolly den Weltmeistersieg des Neuenburger Käsers Cédric Vuille für seinen Gruyère AOC in den USA hervor. Auch die Gesamtwertung der Weltmeisterschaften wurde von den Schweizern angeführt. Die preisgekrönten Käser werden am 24. April auf dem Flughafen Kloten feierlich empfangen.

Weniger zufrieden zeigte sich Kolly mit der Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Käses. Die Import-Export-Bilanz weise einen Überhang von 20 Millionen Kilogramm Milch auf Seiten der Käseimporte aus. Das Preis- und Mengenniveau der Schweizer Milch müsse deshalb vertraglich auf einem Niveau geregelt werden, das es ermögliche, die Käsemarktanteile im Inland zu halten und sie im Ausland auszubauen. Ferner gelte es, einen Platz zwischen den wertschöpfungsstarken traditionellen Käse und der Milchpulver- und Butterherstellung zu belegen.

Ferner hat das Bundesamt für Gesundheit das Qualitätsmanagementssystem, das von der Fromarte entwickelt wurde, genehmigt. Dies sei ein wichtiger Meilenstein für die Käsereibranche, hiess es in Bern. Dadurch werde den gewerblichen Betrieben die Erfüllung der lebensmittelrechtlichen Vorschriften wesentlich erleichtert. Das System sei die erste vom Bund anerkannte Branchenleitlinie für die Milchverarbeitung. (LID 15.4.2010)

Hügli: Ertragssteigerung / organisches Umsatzwachstum im 2009

Für Hügli lag der Akzent im Geschäftsjahr 2009 eindeutig auf Ertragssteigerung. Es galt die starke Umsatzentwicklung des Vorjahres 2008 – plus 16% – nun auch in deutlich steigende Erträge umzusetzen. Wir können feststellen, dass uns dies mit Erhöhungen des Betriebsergebnisses EBIT um 17.0% und des Konzerngewinns um 19.6% recht gut gelungen ist. Dies ist auch deshalb besonders erfreulich, weil die Rahmenbedingungen mit schlechter Wirtschaftslage und immer ungünstiger werdenden Währungsrelationen – starker Schweizer Franken, schwache europäische Währungen – alles andere als einfach waren.
Im ersten Quartal 2010 gelang mit einem organischen Umsatzsatzwachstum von +9.5% ein besonders dynamischer Start in das neue Jahr. Der weiterhin negativ wirkende Währungseinfluss ergab in CHF noch ein Umsatzplus von +8.5%. Für das ganze Jahr 2010 erwarten wir ein organisches Umsatzwachstum von +5% sowie eine überproportionale Steigerung des Betriebsergebnisses. (Hügli 15.4.2010)

Bio Suisse für faire Handelsbeziehungen im Inland

Bio Suisse schafft Rahmenbedingungen für faire Handelsbeziehungen im Inland. Dazu
gehören regelmässige Gesprächsrunden zwischen Marktpartnern und ein
Verhaltenskodex. Dies entschieden die Delegierten an ihrer Versammlung in Olten.
Präsidentin Regina Fuhrer gab ihren Rücktritt auf April 2011 bekannt.
Mit der neuen Richtlinie, die 2011 in Kraft tritt, will Bio Suisse die oftmals schon guten Handelsbeziehungen im
Inland weiter entwickeln. Ziel ist es, mit Marktpartnerschaften zwischen Produzenten, Verarbeitern und
Händlern eine nachhaltige Entwicklung der gesamten Wertschöpfungskette zu garantieren. Diesen
Grundsatzentscheid fällten die hundert Delegierten von Bio Suisse an ihrer Versammlung am Mittwoch in
Olten.

Gerechtigkeit und Fairness gehören seit jeher zum ganzheitlichen Grundverständnis des Biolandbaus. Der
Grundsatz „Fair für alle“ ist auch im Bio Suisse Leitbild festgehalten. Das bedeutet, dass die ganze
Wertschöpfungskette einbezogen ist und sich die Handelspartner zu einem verantwortungsvollen Umgang
verpflichten.
Unter Fairness versteht Bio Suisse:

• Langfristige Handelsbeziehungen, Vertrauen, gegenseitige Wertschätzung und Respekt unter den
Marktpartnern der Wertschöpfungskette.

• Partnerschaftliche und langfristige Zusammenarbeit und Verantwortung in Vertragsverhandlungen

• Gerechte Preisgestaltung

• Konstruktive Zusammenarbeit zur Förderung des Biolandbaus in der Schweiz.

Die am Mittwoch in Olten verabschiedete Richtlinie bietet die Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung
der fairen Handelsbeziehungen im Inland. Wichtigste Elemente sind ein partnerschaftlich zu erarbeitender
Verhaltenskodex, sowie gemeinsame Gesprächsrunden zwischen den Marktpartnern. „Wir machen heute
einen ersten Schritt auf einem neuen Terrain“, betonte Bio Suisse Präsidentin Regina Fuhrer. „Wir können und
müssen alle voneinander lernen.“

Regina Fuhrer gab an der Delegiertenversammlung in Olten ihren Rücktritt als Präsidentin auf April 2011
bekannt. Die 51-jährige Biobäuerin aus dem bernischen Burgistein wurde im Jubiläumsjahr 2001 als erste Frau
zur Präsidentin und damit zur höchsten Biobäuerin des Landes gewählt. Im kommenden Jahr wird Bio Suisse
ihr dreissijähriges Bestehen feiern – dies nimmt Regina Fuhrer zum Anlass für ihren Rücktritt.
Der Verband hat nun ein Jahr Zeit, das Präsidium neu zu besetzen. Das Amt wird demnächst ausgeschrieben. (Biosuisse 14.4.2010)
Weitere Auskünfte
Jacqueline Forster-Zigerli, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit Bio Suisse, 079 704 72 41

Zucker entwickelt sich vom Gewinner zum Verlierer

Zucker war unter den Rohstoffen der Gewinner des Jahres
2009. Der Weltmarktpreis hatte sich mehr als verdoppelt, nun kann Zucker einer der
Verlierer 2010 werden. Hohe Ernteerwartungen in Brasilien und Indien sowie die Aussicht
auf eine insgesamt deutlich entspanntere Angebotslage in der Saison 2010/11 haben die
Kurse nach unten gedrückt.

Der Kursrutsch am Zuckermarkt ist genau
wie die Rekordjagd des vergangenen Jahres
ein Ausdruck für die stark gestiegene
Volatilität an den Rohstoffmärkten, die
durch Spekulation noch verstärkt wird. Die
rasante Talfahrt überrascht auf den ersten
Blick, denn der Markt bleibt angespannt :
Die Zuckerbestände befinden sich als Folge
der Angebotsdefizite in den
Wirtschaftsjahren 2008/09 und 2009/10 auf äusserst niedrigem Niveau und der Preisverfall
dürfte die Nachfrage beleben.

Besonderen Einfluss auf die Weltmarktpreise besitzen
Brasilien als weltweit wichtigster Produzent sowie Indien als grösster Konsument. Im
vergangenen Jahr hatten der schwache Monsun in Indien sowie heftige Regenfälle in
Brasilien die Preisrallye ausgelöst. Da die Saison 2009/10 noch bis September läuft und die
Ernte noch nicht eingefahren ist, könnten die Kurse kurzfristig wieder klettern. Zuletzt
haben sie sich bereits stabilisiert.

„Allzu grossen Spielraum nach oben dürften die Kurse aber nicht haben, da das Verhältnis
von Angebot und Nachfrage in der neuen Saison deutlich ausgeglichener sein dürfte“,
erklärte Leif Erik Rehder, Marktanalyst Rohstoffe bei der Agrarmarkt Informations GmbH.
„Zudem haben die Rekordpreise weltweit zu umfangreichen Neuanpflanzungen von
Zuckerrohr geführt, sodass das Angebot insgesamt grösser ausfallen dürfte. Die
Preisaussichten bewegen sich zur neuen Saison in dem für einen ausgeglichenen
Zuckermarkt gewohnten Korridor von 10 bis 15 US Cent je Pfund.“ (AMI 13.4.2010)

Erfolg beim Import von Würzfleisch erzielt

Seit Anfang Jahr kommt immer mehr oberflächlich gewürztes, ausländisches
Fleisch, insbesondere Kalbfleisch, mit tiefen Zollansätzen in die Schweiz. Dieses
droht Wertschöpfung, Einkommen und Arbeitsplätze in der Land- und
Fleischwirtschaft zu zerstören. Der Schweizerische Bauernverband hat sich für
eine Praxisänderung beim Import eingesetzt und einen ersten Erfolg erzielt.

Mit ganzen Pfefferkörnern versehen wird Fleisch vermehrt unter der Zollposition „Gewürztes Fleisch“ importiert. So profitieren die Händler von tieferen Zöllen. In der Schweiz werden die Körner abgewischt und das Fleisch als normales Fleisch vorwiegend im Gastrobereich verkauft. Insbesondere der Kalbfleischmarkt ist ein äusserst sensibler Markt und bereits relativ tiefe Zusatzmengen können ihn nachhaltig stören. Die Umgehung der Zollbestimmungen torpedieren die hohen Tierschutzstandards und die ökologische Produktion von Fleisch in der Schweiz.

Entsprechend hat sich der Schweizerische Bauernverband (SBV) intensiv dafür eingesetzt, dem Import von oberflächlich gewürztem Fleisch einen Riegel zu schieben. Dank seinem Einsatz hat die Zollbehörde nun eine Änderung der Verzollung beschlossen: Neu gehört mit ganzen Pfefferkörnern gewürztes Fleisch zolltechnisch in das Kapitel 2. Das heisst, für die Einfuhr dieser Ware wird künftig der höhere Ausserzollkontingentszoll-Ansatz verrechnet. Dies ist aus Sicht des SBV ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Dennoch wird er die Entwicklung der Importe unter der neuen Praxis mit grösster Aufmerksamkeit weiterverfolgen, um den Import alibimässig gewürztem Fleisch, zum Beispiel mit gebrochenen Pfefferkörnern, zu tiefen Zollansätzen zu unterbinden. Bei Bedarf wird er sich für eine weitere Anpassung der Verzollungspraxis einsetzen. Ein spezielles Augenmerk richtet er darauf, ob importiertes Würzfleisch gemäss geltendem Recht transparent als Fleischzubereitung deklariert ist und somit auch im Gastrokanal keine Täuschung der Konsumenten erfolgt. (SBV 13.4.2010)