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Deutschland sieht Erholung an den Milchmärkten

Nach den schwierigen Jahren 2008 und 2009 sieht der Deutsch Milchindustrie-Verband (MIV) für dieses Jahr eine deutliche Erholung der Märkte für Milch und Milcherzeugnisse.

von Alimenta Import

Der MIV geht laut Agra-Europe Mitteilung vom 20. April davon aus, dass sich die Lage für die Milcherzeuger in den nächsten Monaten weiter verbessern wird. Die Notierungen in Deutschland und Europa hätten in den letzten Wochen erheblich angezogen, da am Weltmarkt die Preise stiegen. Die Wende habe mehrere Ursachen: Weltweit sei die sonst stetig wachsende Milchproduktion unter anderem klimabedingt in den vergangenen acht Monaten um rund 1 Prozent gesunken. Wichtige Anbieterländer auf den internationalen Märkten wie Australien und Argentinien hätten bis zu 6 Prozent weniger Milch erzeugt.

Auch in Neuseeland und den USA sei die Ausweitung der Milchproduktion nicht wie erwartet eingetreten. In Europa habe sich die Milcherzeugung trotz Quotenerhöhung ebenfalls rückläufig entwickelt und liege 4,2 Prozent unter der EU-Quote. Der harte Winter habe den Anstieg der Milchproduktion insbesondere in Osteuropa verzögert.

Gleichzeitig hat sich die Nachfrage nach Milchprodukten laut Angaben des MIV global erholt. Der internationale Handel mit Produkten wie Milchpulver oder Butter habe sich wieder intensiviert. Aktuell wird die Tonne Vollmilchpulver bei grossen Auktionen für rund 4’000 US-Dollar gehandelt, verglichen mit nur 2’000 US-Dollar im Herbst 2009. Auch bei Butter hätten die Weltmarktpreise in ähnlichem Masse angezogen. Dieser Aufwärtsentwicklung dürften dann auch sukzessive die übrigen Milchprodukte folgen. So gebe es deutliche Anzeichen dafür, dass in Deutschland bei Käse das historische Preistief verlassen werde, erklärte der Milchindustrie-Verband.

Einzig die Verbraucher in Deutschland konsumierten rund 4 Prozent weniger Milch und Milchprodukte als im Vorjahr. Die Lager für Milchprodukte seien seit Weihnachten «wie leergefegt»”, stellte der MIV-Vorsitzende Karl-Heinz Engel ergänzend fest. Brüssel werde schon bald mit ersten Auslagerungen aus der Intervention beginnen, wobei diese Mengen aber schon vorverkauft seien. lid