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Emmentaler: Bessere Zeiten sind angebrochen

Die Produktionsfreigabe für Emmentaler AOC ist neu auf 92 Prozent festgesetzt worden. Ausserdem soll bald Rahmemmentaler auf den Markt kommen.

von Alimenta Import

Es ist schon lange her seit die Prozent-Zahl der Produktionsfreigabe mit einer «Neun» ausgestattet war. Mit diesen Worten drückt Vorstandsmitglied und Mengensteuerungsverantwortlicher, Christoph Räz seine Erleichterung aus.

Nicht nur wegen der besseren Marktaussichten und der damit einhergehenden höheren Produktionsfreigabe, auch durch neue Projekte lassen sich viele Käser vom Enthusiasmus der Verantwortlichen anstecken. Ein Projekt hat der Präsident der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland, Jürg Simon, anlässlich der Delegiertenversammlung vom Dienstag, 20.4. in Gossau gleich zu Beginn angetönt. Eigentlich eine ganz traditionelle Spezialität, der Rahmemmentaler. Denn mit Produktvarietäten lassen sich auch Marktchancen zu schaffen. Ausserdem will die Sortenorganisation sowieso alte Rezepte wieder zum Leben erwecken. So bestehen uralte Pflichtenhefte zur Produktion von Rahmemmentaler. Ermutigend seien auch erste Konsumententests verlaufen, gibt Simon Auskunft. Wann, wie und wo der neue Emmentaler hergestellt werden wird lässt Simon noch offen. Momentan seien 3 Käsereien ins Projekt einbezogen. Eventuell könne die Markteinführung schon nächstes Jahr erfolgen. Und das Beste: «Zum ersten Mal gibt es keine Widerstände gegen ein neues Projekt», so der Präsident der Sorte.

Was hingegen nicht gemacht werden soll ist eine Billiglinie. Oft gefordert aus dem Lager der Emmentalerproduzenten, die endlich Kapazitäten auslasten wollen. Doch die Gefahr das Original zu kannibalisieren sei eindeutig zu gross. Sowieso, im Zweifelsfall soll der Markenartikel Emmentaler eher teurer als zu billig verkauft werden, war von Simon zu hören.

Das vor einem Jahr von den Delegierten verabschiedete 7-Punkte-Programm soll mit aller Kraft umgesetzt werden. Dazu gehört auch die Vereinheitlichung der Verpackung. Die Käsereimarke soll ein Key Visual darstellen und soll bis zur Verpackung durchgezogen werden. Weiter soll die Fokussierung der Kernmärkte angestrebt werden. Dies sind Italien, die Schweiz und Deutschland. In Deutschland soll in den nächsten zwei Jahren 30% mehr Menge abgesetzt werden soll. Andreas-Müller Henze, SCM-Chef von Deutschland, präsentierte anlässlich der DV den Emmenaler TV-Spot, der in Deutschland 69% der Zielgruppe erreiche.
Emmentaler AOC bleibt mit gegen 20 000 Tonnen der meist exportierte Käse. Erst mit einer Menge von gegen 11 000 Tonnen folgt der Gruyère AOC. Gesamthaft soll der Absatz des Emmentalers um 15% auf wieder 31 500 t gesteigert werden.

Auch mit Push-Massnahmen lassen sich Mehrverkäufe erzielen, erklärt Marketingleiter Christoph Stadelmann der ES. So seien mit einem Leporello auf der Emmentalerverpackung im März 4% mehr abgesetzt worden.
Ein strategisches Fernziel soll die europaweite Anerkennung der Marke «Emmentaler AOC», sein. «800 Jahre Geschichte lassen sich nicht einfach wegwischen», so Simon zu den Chancen der Anerkennung.

Auch der Emmentaler AOC lässt sich von der Aschewolke nicht abschotten. Der Überraschungsgast der Emmentaler DV, Sponsoringpartner, Nadja Kamer, ist vom Flugverbot in Athen überrascht worden und sitzt dort fest. Sie liess per Mail verlauten, dass sie sich wie während der olympischen Spiele in Vancouver vorkomme. Warten auf die nächste Startverschiebung. hps