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Gruyère ist erneut Weltmeister

Das zweite Mal in Folge wurde ein Gruyère von der Jury in Madison, USA, als bester Käse der Welt ein­gestuft. Cédric Vuille hat den siegreichen Käse hergestellt und ausgewählt.

von Alimenta Import

An den Weltmeisterschaften in Madison, Wisconin, USA, wurde der Käse von Cédric Vuille, Milchkäufer aus La Brévine, zuerst als Sieger der Kategorie ­«Gruyère», und danach auch als Gesamtsieger aller 2300 präsentierten Käse gekrönt. Cédric Vuille ist stolz und erhofft sich, dass sich dies positiv auf den Ruf des Gruyère in der ganzen Welt auswirkt. «Die Branchenorganisation (Interprofession) leistet gute ­Arbeit, und meine Bauern sehen, dass ein strenger Käser belohnt wurde.» Er ist überzeugt, dass es andere hervorragende Käse gibt. «Für mich ist der Gruyère einer der zehn ­besten Käse der Welt, andere wie ein Parmi­giano Reggiano oder ein Comté hätten aber auch gewinnen können. Es ist eine grosse Freude, Erster zu sein, aber es ist auch eine Anerkennung dafür, dass wir die Traditionen bewahrt haben.» Trotzdem, sein Gruyère ist beinahe perfekt, schliesslich haben ihm die dreissig Mitglieder der Jury 98,79 von 100 möglichen Punkten gegeben.
Der ausgewählte Laib hatte die Keller in La Brévine nie verlassen. Für den Wettbewerb muss er intakt sein, er darf also nicht an­gestochen werden. Zufällig gab es zwei Laibe vom selben Tag. Er probierte den einen und schickte den anderen ein. Neben diesem Laib Gruyère hat er auch einen Laib seiner Spezia­lität «Le Sybérien» nach Madison geschickt.

Beherrschen der Verfahren
Über seinen Beruf sagt Cédric Vuille: «Es ist nicht wirklich ein Beruf, es ist bei diesem ­Arbeitsaufwand eher eine Leidenschaft.» Sehr spannend findet er, dass man von einem ­lebendigen Produkt ausgeht, um ein komplett anderes daraus herzustellen. «Wichtig ist, dass man die Herstellverfahren beherrscht, welche nicht immer so ablaufen, wie es geplant wurde. Um darauf zu reagieren benötigt man Instinkt und Erfahrung.» Und was schätzt er am wenigsten an seinem Beruf? «Am deprimierendsten sind die ewigen Kontrollen. Ich verstehe den Sinn der Qualitätssicherung, aber dies ist ein wenig übertrieben. Ich habe alte Keller, und die Inspektoren finden immer wieder etwas daran auszusetzen.»
Eine Schweizer Delegation von zwölf Personen hat unter der Führung von Fromarte die Reise nach Madison zur Preisverteilung am 22. April angetreten. Andreas Leibundgut, der die Reise organisiert hat, erzählt, dass die Preisverteilung nicht lange dauerte, aber die Versteigerung der siegreichen Käse am Vor­abend sei umso spannender gewesen. Es sind die Zulieferunternehmen der Käsereien, welche bieten und den Preis auf bis zu 790 Dollar pro Pfund Käse hochtreiben.