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KURZNEWS 4. Mai 2010

Bauernverband kritisiert ETH-Entscheid / Die besten Obstsäfte ausgezeichnet / Lizenz zum Kaffee-Degustieren / Pistor fit für die Zukunft / Internethandel wächst

von Foodaktuell Importer

Bauernverband kritisiert ETH-Entscheid

Die ETH Zürich löst das Departement für Agrar- und Lebensmittelwissenschaften per Ende 2011 auf und integriert die beiden Bereiche in neue Departemente. Der Schweizerische Bauernverband befürchtet, dass mit dieser Neuorganisation die agronomischen Fächer an Bedeutung verlieren. „Aus dem Auge, aus dem Sinn“, dies sind die Befürchtungen des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) bei der Neuaufteilung der Departemente an der ETH Zürich. Per 2012 formieren sich die Lebensmittelwissenschaften zusammen mit den Bewegungswissenschaften zum neuen Departement „Gesundheit und Umwelt“ und die Agrarwissenschaften mit den Umweltwissenschaften zu „Umwelt und natürliche Ressourcen“, so die vorläufigen Namen. Dabei geht die Einheit von Produktion und Verarbeitung der Lebensmittel verloren.

Durch die Umstrukturierung verliert der Agronomiestudiengang an Bedeutung: denn mit dem Namen verschwindet auch die Sichtbarkeit an der ETH. Gerade im heutigen Umfeld ist es wichtig, dass ausreichend gut ausgebildete Führungskräfte der Landwirtschaft zur Verfügung stehen, um die Zukunft der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft aktiv mitzugestalten. Ob dies mit der Neuorganisation des Studiengangs Agronomie gewährleistet werden kann, ist fraglich. (SBV 4. Mai 2010)

Die besten Obstsäfte ausgezeichnet

Im Verlaufe des letzten Winters haben rund 540 Obstbetriebe, bäuerliche Mostereien und
kleingewerbliche Obstverarbeiter an regionalen Vorausscheidungen zum Schweizerischen
Qualitätswettbewerb für Süssmost teilgenommen. 10 Prozent der besten Säfte aus den elf
Sektionen qualifizierten sich für die Teilnahme an der Finalrunde, welche vom Fachzentrum
Bäuerliche Obstverarbeitung (FZ BOV) des Schweizerischen Obstverbandes (SOV)
organisiert wurde.

Die Finalrunde fand am 14. April in Grangeneuve statt. Neun Jury-Mitglieder beurteilten 48
Muster der Kategorie Süssmoste (klar und naturtrüb), vier der Kategorie Mischsäfte und zwei
der Kategorie Gärsäfte (Apfelwein). Sie bewerteten nach den Kriterien Visueller Eindruck,
Geruch, Geschmack und Gesamteindruck/Harmonie.

Die Experten-Jury attestierte den meisten Saftmustern eine gute bis hervorragende Qualität.
Sie zeichnete sie aus mit fünf Gold-, 13 Silber- und 27 Bronzemedaillen. Jedes Saftmuster
wurde mit einem ausführlichen Degustationsbericht ausgezeichnet. Die Betriebe, deren Säfte
mit Gold ausgezeichnet wurden, stammen aus den Kantonen Bern, Schwyz, St. Gallen,
Waadt und Wallis.

Gold-Gewinner:

Chassot Emmanuel 1964 Conthey Süssmost – Jus de pomme
Horber Guido 9200 Gossau Süssmost – Jus de pomme
Marty David 6423 Seewen Süssmost – Jus de pomme
Mosterei Gfeller 3076 Worb Süssmost – Jus de pomme

Jahressieger 2010: Pache Denis et Samuel 1032 Romanel-sur-Lausanne Süssmost – Jus de pomme

Mit dem Schweizerischen Qualitätswettbewerb für Süssmost macht das FZ BOV des SOV
einerseits die Öffentlichkeit auf die Vielfalt und die Qualität der Produkte aus der bäuerlichen
Obstverarbeitung aufmerksam. Andererseits erhalten die teilnehmenden Obstverarbeiter die
Rückmeldung einer neutralen Jury über die Qualität ihrer verarbeiteten Produkte, die in
zunehmendem Mass in der Direktvermarktung angeboten werden. Süssmost aus der
bäuerlichen Obstverarbeitung erfreut sich bei den Konsumenten steigender Beliebtheit. (SOV 1.5.2010)

Österreich: Red Bull nun auch im Kaffeesegment

Die Red Bull GmbH aus Fuschl am See in Österreich plant über seine Tochtergesellschaft Afro Coffee, Salzburg, Kaffee-Restaurants aufzubauen. Wir sind gerade dabei, im Franchise-System den österreichischen Kaffeehaus-Markt aufzurollen, verspricht Catherine Bürger, Marketingverantwortliche bei Afro Coffee gegenüber dem Wirtschaftsblatt, Wien. Nach einem Test-Café im eigenen Betrieb in Salzburg sind in 2010 bis zu drei Standorte geplant. Wahrscheinlich werden in Wien und Graz, vielleicht auch in Linz, Salzburg und Innsbruck Niederlassungen entstehen. Ein Standort soll zwischen 200 bis 300 Quadratmeter gross sein; dort sollen Kaffee, Tee und Speisen aus Afrika sowie Mode- und Merchandising-Artikel angeboten werden. (Backspiegel 30.4.2010)

Bio Alpenland Tilsiter lanciert

Die Sortenorganisation Tilsiter Switzerland lanciert den Bio AlpenlandTilsiter. Dieser wird erstmals an der BEA in Bern vorgestellt und wird ab Juli 2010 bei Coop erhältlich sein. Der Bio AlpenlandTilsiter entsteht in der Familienkäserei Maseltrangen in Rufi SG. Die Bio-Rohmilch aus silofreier Fütterung wird zweimal täglich frisch angeliefert. Sie stammt von Bio Suisse-zertifizierten Betrieben aus der Umgebung. Bei der Lancierung in Bern lud Schwingerkönig Jörg Abderhalden zur Autogrammstunde. Käsermeister Paul Hug vermittelte einen umfassenden Einblick in die handwerkliche Produktion des Bio AlpenlandTilsiter. (LID 30.4.2010)

Erstmals Sensorik-Lizenzen für Kaffee erteilt

Die erstmals durchgeführte Kursreihe Sensorik-Lizenz Kaffee steht in der Tradition der beiden
Sensorik-Lizenzen Wein und Olivenöl. Sie dauerte von Dezember 2009 bis April 2010. Die zehn
Teilnehmerinnen und Teilnehmern stammten aus der Kaffee- als auch der erweiterten Lebensmittelbranche.
Neun Personen sind zur Schlussprüfung angetreten, sechs wurden den praktischen
wie auch theoretischen Anforderungen gerecht und erhielten am 26. April 2010 die Sensorik-
Lizenz Kaffee: Keila Dohner (Zürich), Nicole Gisi (Wädenswil), Thomas Gromann (Zürich), Gisela
Hühn (Wädenswil), Sascha Müller (Bern), Marco Valpiani (Zürich).

Der Kursreihe war in fünf Module unterteilt, die gemeinsam einem Zeitaufwand von drei vollen
Kurstagen entsprachen. Geschult wurden die Wahrnehmung von Kaffee im Gaumen und in der
Nase, die Interaktionen sensorischer Wahrnehmungen sowie Kaffeefehler und Aspekte der Kaffeebeurteilung.
Sensorik ist die Wissenschaft der Beschreibung und Bewertung von Lebensmitteleigenschaften
mit Hilfe der menschlichen Sinnesorgane. Sie dient unter anderem der Qualitätsbeurteilung.
Das Erkennen, die Beschreibung sowie die Einschätzung der Intensität sensorischer
Eigenschaften unter Verwendung einer gemeinsamen Sprache unterstützt die Objektivierung und
Professionalisierung der Beurteilung von Lebensmitteln. (ZHAW 28.4.2010)

Pistor macht sich fit für die Zukunft

Auch 2009 widerspiegelt das kontinuierliche Wachstum von Pistor. Obwohl das ambitionierte Umsatzziel nicht ganz erreicht wurde, ist das Resultat zufrieden stellend ausgefallen – gemessen an den schwierigen Rahmenbedingungen. Mit zum guten Ergebnis beigetragen haben die straffe Kostenkontrolle und eine spürbare Effizienzsteigerung.

Das Ergebnis ist stark durch die Betriebsgesellschaft Pistor AG geprägt. Sie erzielte eine Umsatzsteigerung von 1,2 Prozent, welche stark durch das Wachstum im Gastrosegment geprägt ist. Die Proback AG hat sich in der Bäckerbranche als Vertrauenspartner für eine erfolgreiche Zukunftsplanung etabliert. Die Rohstoffhandelsfirma Fairtrade SA hat vor dem Hintergrund eines turbulenten Jahres an den Rohwarenbörsen ein sehr gutes Ergebnis erzielt.

Die Pistor Holding Genossenschaft erhält von der Pistor AG eine Dividende von 7,1 Mio. Franken. Davon fliessen 4 Mio. Franken Rückvergütung an die Genossenschafter der Pistor Holding Genossenschaft. Auch von der Fairtrade SA fliesst wie in den Vorjahren eine Dividende in Höhe von 0,25 Mio. an die Pistor Holding Genossenschaft.

Der Gesamtumsatz der Pistor AG nahm 2009 um 8,4 Mio. Franken zu (+1,2%) und erreichte 691,5 Mio. Franken. Im Eigenlager beträgt die Zunahme 6,4 Mio. Franken (+1,2%); im Verrechnungsverkehr “PistorPlus” 2 Mio. Franken (+1,3%). Gebremst wurde das Wachstum zum einen von den Auswirkungen der Finanzkrise, zum anderen von der negativen Teuerung. Mit zum guten Ergebnis beigetragen haben die straffe Kostenkontrolle und eine spürbare Effizienzsteigerung. Trotz der regen Bautätigkeit in Rothenburg konnten die steigenden Kosten auf einem moderaten Niveau gehalten werden.

Für einmal erfährt der Umsatz ab Eigenlager im Bäckereisegment eine Reduktion von 1,4 Mio. Franken auf 379 Mio. Franken (-0,4%). Im Gastrosegment dagegen konnte die Pistor AG ihre Marktposition weiter ausbauen, was sich in einer Umsatzsteigerung von 7,8 Mio. Franken (5,1%) widerspiegelt. Das Bäckereisegment bleibt aber mit 70,3 Prozent Umsatzanteil immer noch dominant.

Im April 2009 startete das Projekt fit@pistor: Im Hinblick auf die Inbetriebnahme des Warenumschlagszentrums WUZ im Herbst 2010 stand dabei die Überprüfung der internen Prozesse im Zentrum. Eine wichtige Voraussetzung für den Projekterfolg war es, die Mitarbeitenden aller Abteilungen und Stufen aktiv einzubinden. Interdisziplinäre Teams analysierten in Workshops die bestehenden Prozesse und ermittelten Verbesserungspotenziale. Immer mit dem Ziel, noch schneller, effizienter und flexibler auf neue Kundenbedürfnisse und aktuelle Marktentwicklungen einzugehen. Denn: Pistor will ihren Kunden weiterhin den gewohnt hohen Leistungs- und Servicestandard bieten.

Im Zentrum der Logistikprojekte stand im vergangenen Jahr die Grossbaustelle WUZ. Ende Dezember 2009 wurde das Dach planmässig geschlossen, sodass bis Mitte Mai 2010 der Einbau der Fördertechnik und danach schrittweise die Inbetriebnahme des Gesamtsystems erfolgen kann. Bereits gestartet worden ist die Planung für den Umbau des Hauptlagers in ein Kühllager und die anschliessende Erweiterung des Tiefkühllagers um die freigewordene Fläche des alten Kühllagers. Über die Umsetzung wird Mitte 2010 entschieden. Dieser Um- und Ausbau ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung unseres Sortimentes im Kühl- und Tiefkühlbereich.

Die massgeschneiderten Dienstleistungen der Proback AG waren in der Bäckerbranche auch 2009 sehr gefragt. So verzeichneten Coachings und individuelle Seminare in den Betrieben eine starke Zunahme. Die Proback AG erfüllt innerhalb der Firmengruppe einen Leistungsauftrag und erhielt für ihre Tätigkeit einen Beitrag von 493’000 Franken. Der Aussenumsatz ist gegenüber 2008 um -7,3% auf 191’000 Franken gesunken. Darin enthalten sind Honorare für Geschäftsvermittlungen, Betriebsanalysen, Kundenumfragen sowie Coachings.

Für die Rohstoffhandelsfirma Fairtrade SA war das Jahr geprägt von markanten Preissteigerungen für international gehandelte Rohwaren auf breiter Front. Dank bereits früh auf Termin abgeschlossenen Kontrakten, die 2009 zur Auslieferung kamen, erzielte Fairtrade jedoch ein sehr gutes Ergebnis. So stieg der Jahresgewinn bei einem nur geringem Umsatzwachstum von 1 Prozent um 28,2 Prozent auf 218’000 Franken an.

Die Pistor Firmengruppe weist zusammenfassend einen Konzernumsatz von 714,7 Mio. Franken aus. Das Vorjahresergebnis wurde damit um 9,3 Mio. Franken übertroffen (+1,3%). Es resultiert ein Jahresgewinn von 12,8 Mio. Franken. Die Gewinnabnahme von 0,5 Mio. Franken (-3,4%) ergibt sich im Wesentlichen aus den höheren Rückvergütungen an die Genossenschafter der Pistor Holding Genossenschaft. (Pistor 28. April 2010)

«Bocuse d’Or Europe» mit Schweizer Kalbfleisch.

Am 7. und 8. Juni 2010 ist Genf das Zentrum der europäischen Spitzengastronomie, denn
dann nehmen die besten Köche unseres Kontinents am «Bocuse d’Or Europe» teil. Der
Kochwettbewerb findet während der französisch-schweizerischen Gastronomiefachmesse
«Gourmet» statt und geniesst in der Branche höchstes Ansehen. Die Gewinner dieser
Ausscheidung werden nächstes Jahr am weltweiten Finale teilnehmen. Es geht in Genf also
auch um die Ehre, die traditionsreiche europäische Küche präsentieren zu dürfen.
Wenn es um so viel geht, überlassen Spitzenköche kein Detail dem Zufall. Für sie ist es
selbstverständlich, dass sie nur Zutaten von erster Qualität einsetzen. Schweizer Kalbfleisch
kann diesen höchsten Ansprüchen genügen und ist deshalb von den Organisatoren exklusiv
für die Rezeptkreationen vorgegeben worden.

Phillippe Rochat vom «Hôtel de Ville» in Crissier ist ein Aushängeschild unserer Schweizer
Kochkunst. Wann immer er kann, verwendet er selber Fleisch aus der Region und kennt seine
Lieferanten persönlich. Er hat sich dafür eingesetzt, dass am «Bocuse d’Or Europe» mit
Schweizer Kalbfleisch gekocht wird. «Die konstant hohe Qualität der Schweizer Produktion
bietet beste Voraussetzungen für einen fairen Wettkampf» meint er dazu und ist stolz darauf,
dass sein Heimatland mit seinen Erzeugnissen auf diesem Spitzenniveau mithalten kann.

Solches Vertrauen entsteht nicht durch Zufall. Schweizer Fleisch – und speziell auch das
Schweizer Kalbfleisch – wird unter besten Voraussetzungen produziert. Das beginnt schon
mit der Tierhaltung, wo grosser Wert auf eine artgerechte Aufzucht gelegt wird.
Unser kleinräumiges Land ist für die naturnahe Produktion in einer ökologisch ausgerichteten
Landwirtschaft wie gemacht. Gentechnisch verändertes Futter ist hierzulande verboten. Auf
kurzen Transportwegen gelangen die Tiere in die verarbeitenden Betriebe, welche eine
überblickbare Grösse haben und streng kontrolliert werden.
Für die lückenlose Qualitätssicherung kann das Fleisch aller Huftiere von der Ladentheke bis
zum Geburtsbetrieb zurückverfolgt werden. Und über Allem wachen strenge Gesetze für
Tierschutz, Tierhaltung und eine rigorose Hygiene im ganzen Verarbeitungsprozess.

Für Dr. Regula Kennel, Leiterin GB Marketingkommunikation von Proviande
(Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft) ist dieser Erfolg von Schweizer
Kalbfleisch sehr wichtig: «Die Gastronomie macht etwa 50% des Fleischkonsums aus und ein
solcher internationaler Auftritt ist beste Werbung für unsere Exportanstrengungen». Aber
gerade weil Schweizer Produkte begehrt seien «..wird eine kontrollierte Herkunftsgarantie
immer wichtiger. Das Label «Suisse Garantie» bietet da als einziges Gewähr dafür.»

Die ausländischen Teilnehmer am «Bocuse d’Or Europe» üben schon heute mit dem edlen
Schweizer Kalbfleisch. Zahlreiche Bestellungen aus verschiedenen europäischen Nationen
zeigen das rege Interesse am Experimentieren damit.
Aber auch unser eigener Kochnachwuchs profitiert von der hohen Schweizer Fleischqualität.
Für Jungköche führt «Schweizer Fleisch» jährlich den Kochwettbewerb «La Cuisine des
Jeunes» durch, bei dem sich die jungen Talente zum ersten Mal der Fachwelt präsentieren
können. Übrigens: Die vier Gewinner des letzten Jahres helfen als Commis den
internationalen Spitzenköchen am Bocuse d’Or Europe. (Proviande 27.4.2010)

Weniger Umsatz, mehr Gewinn für Minoteries

Die Groupe Minoteries SA ist trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes mit dem Geschäftsjahr 2009 zufrieden. Der Umsatz sank um 3,8 Prozent auf 132,9 Millionen Franken, der Nettoertrag stieg um 5,4 auf 7 Mio. Franken. Der gesunkene Umsatz sei auf Preissenkungen bei den Rohstoffe und Fertigprodukten zurückzuführen, heisst es in einer Medienmitteilung. Die Preisreduktionen hätten durch ein Mengenwachstum im Müllereisektor um 1,4 Prozent und im Bereich Haustiernahrung um ein Prozent abgeschwächt werden können. Die Entschuldung, eine der wichtigsten Ziele des Unternehmens, wurde um 7,2 Mio. Franken auf 7 Mio. Franken gesenkt. (LID 26. April 2010)

Internethandel wächst

TESCO ist die grösste Handelskette auf der britischen Insel und europaweit führend, wenn es um den Verkauf von Lebensmitteln und Nonfood-Artikeln per Internet geht. Laut Bilanz 2009/2010 erreichte der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr ein Volumen von 2,4 Mrd. Euro, immerhin ein Plus von 14 Prozent. Wie Firmenchef Terry Leahy auf der Bilanzpressekonferenz bekannt gab, liegt die Zahl der aktiv am Internet-Handel teilnehmenden Kundenhaushalte bereits bei mehr als einer Million. Der Food-Bringdienst habe in Grossbritannien im vergangenen Geschäftsjahr mehr als eine Milliarde Verkaufseinheiten ausgeliefert. Auch in Frankreich wächst der Internethandel mit Lebensmitteln und Nonfood-Artikeln. Dort bieten die Händler an, die Bestellung per Internet entgegenzunehmen und die Ware fertig verpackt an einem Autoschalter an den Besteller abzugeben.

Dieser Autoschalter liegt entweder direkt an einem der SB-Warenhäuser oder an einer unabhängigen Ladestation an einer Ausfallstrasse. Das System wird mit unterschiedlicher Intensität von Auchan, Leclerc, System U, Carrefour, Intermarché, Casino und inzwischen auch von einem CC-Markt der Metro angeboten. In Deutschland setzte der Internethandel 2009 Waren im Wert von 15,5 Mrd. Euro um, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Inzwischen macht der Internet-Handel rund die Hälfte des Versandhandelsumsatzes aus. Lebensmittel werden in Deutschland allerdings nur in sehr geringem Umfang per Internet angeboten. Lidl verkauft über diesen Weg Wein, Edeka vertreibt unter edeka24.de ein abgespecktes Lebensmittelsortiment. (Bakcspiegel 23.4.2010)