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Ozon-Sterilisation für die Abfüllung

Die Ozon-Sterilisation der Becher und Abdeckfolie für Abfüllmaschinen in der Molkerei- und der Getränkeindustrie bietet gegenüber konventionellen Verfahren die Keimfreiheit des verpackten Endprodukts zum halben Preis.

von Alimenta Import

Trotz Hygienevorkehrungen steckt in den Ultra-Clean-Ketten immer noch eine Schwachstelle: Das Endprodukt gelangt zwar keimfrei zur Abfüllmaschine, dort kommt es jedoch mit Bechern und Folien in Kontakt, für die keine Garantie der Sterilität besteht.

Überdruckprinzip verspricht Erfolg
Die beiden deutsch-israelischen Firmen Beth-El Industries und Fischer-Planning haben ein SIP-(Sterilization-in-Place)Verfahren der Ver­packung entwickelt, das mit Ozon arbeitet. Das Erfolgsrezept für preiswerte Keimarmut ist das Überdruckprinzip, gepaart mit kons­truktiven Details, wie etwa Labyrinthdichtungen, die alle Angriffe von innen und von aussen auf die Funktionsfähigkeit der Filter abwehren.

Das Ozon wird durch einen Generator aus der Umgebungsluft direkt an der Abfüllmaschine produziert. Vor dem Befüllen wird jeder Becher mit Ozon ausgeblasen, das Ozon danach über einen Kohlefilter wieder abgesaugt und neutralisiert. Ähnlich sterilisieren die Entwickler die Aluminium- oder die Kunststofffolie des Verschlusses.

Die Patentanmeldung der «Steri-Package» (Arbeitstitel) betrifft diese letzte Stufe einer vollständigen Ultra-Clean-Kette, die aus den Überdruckfiltern Sterivent für die Tanks, ­Laminarflow-Filtern für die Befüllmaschinen sowie der SIP-Ozonierung der Verpackungsmaterialien besteht. Die bereits patentierten Hepa-Einheiten Sterivent und Laminarflow hätten sich bei Lebensmittelverarbeitern wie Coca-Cola, Nestlé oder Unilever bewährt, heisst es bei den Herstellern. Sie hätten die Haltbarkeit des Füllguts erheblich verlängert. Der zusätzliche Ozonierungsprozess dürfte das Verfalldatum der Lebensmittel weiter ­hinausschieben.

Peroxid: Bisheriges Mittel der Wahl
Bislang haben sich Hersteller, die eine lange Lebensdauer des Produkts anstreben, vor­wiegend mit aseptischen Abfüllmaschinen auf der Basis von Peroxid beholfen. Wasserstoffperoxid wirkt bakterizid, viruzid, fungizid, tötet also durch Oxidation Bakterien, Viren, Pilze und Sporen ab beziehungsweise unterdrückt ihre Vermehrung. Wasserstoffperoxid ist allerdings flüssig. In vielen Prozessen, zum Beispiel in Verbindung mit Pulvern oder
Zucker, strebt man dagegen eine Trockensterilisation an. Peroxid kann sich als Niederschlag in der zu sterilisierenden Verpackung ­absetzen und muss über einen nachgeschalteten Verdampfungsprozess entfernt werden.
Dieses Desinfektionsmittel fällt zudem unter die Gefahrstoffverordnung. Peroxide sind labile Verbindungen und können be­sonders in höheren Konzentrationen und bei erhöhter Temperatur explosives Verhalten zeigen.
Und Peroxide sind brandfördernd. Ihre Zersetzung unter Bildung von Radikalen wird durch erhöhte Temperatur und Lichteinfall begünstigt. Peroxidische Verbindungen soll­ten aus diesem Grund bei 15 Grad und in licht­­un­durchlässigen Gefässen aufbewahrt werden.
Der Aufwand an Verfahrenstechnik (Entfernen des Peroxids) sowie der Beschaffung, der Logistik und der Lagerhaltung verteuert damit diese Form der Dekontaminierung erheblich.

Keimzahl quasi null
Die Wirksamkeit des Verfahrens mit Ozon ist erwiesen. Beth-El und Fischer-Planning liessen beim anerkannten Hygieneinstitut Migal-Laboratories in Galiläa (Israel) die ­Keimzahlen an verschiedenen Proben untersuchen. Die CFU-Werte je 100 Milliliter sprechen für sich (CFU, Kolonie bildende Einheiten): Bei kontaminierten Verpackungen mit 17 und 38 Einheiten – wie sie in der Praxis bei nicht aseptischen Prozessen gemessen werden – reduzierten sich nach dem Sterilisationsprinzip die Kolonie bildenden Einheiten auf einen Wert kleiner 1, was wegen der Standardabweichung quasi 0 entspricht. In einer zweiten Reihe belastete Migal die Becher überhöht mit 57 und 55 Kolonien. Auch die tötete die Beth-El-/­Fischer-Methode vollständig ab (kleiner 1).
Weitere Informationen unter www.fischer­planning.com und www.be-food.com
*?Der Autor hat diesen Artikel im Auftrag von Beth-El und Fischer-Planning verfasst.