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Die Konzentration setzt sich fort

Immer weniger Unternehmen der europäischen Süsswarenwirtschaft teilen den Umsatz untereinander auf. Am weitesten ist die Konzentration bei ­Kaugummi fortgeschritten. Vielfältig präsentiert sich der Schokoladenmarkt.

von Alimenta Import

Die Süsswarenwirtschaft Westeuropas hat die Wirtschaftskrise bislang gut gemeistert. Wie Erhebungen des Marktforschungsinstituts Nielsen und des Süsswarenhandelsverbandes Sweets Global Network (SG) in Deutschland, Grossbritannien, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Italien zeigen, entwickelte sich die Absatzmenge im Jahr 2009 zwar verhalten, doch die Umsätze legten in vielen Sparten leicht zu. Dies teilte der Verband am 25. Mai mit. Vor allem die Produktgruppe salzige Snacks verzeichneten über alle sechs Länder hinweg mit einem Absatzzuwachs von 2 und Umsatzsteigerungen von 6,6% eine gute Performance.
«Die führenden Hersteller in den Wa­rengruppen Kaugummi, Zuckerwaren und ­Süssgebäck konnten stärker zulegen als die kleineren», stellt Hans Strohmaier, Geschäftsführer von SG, fest. Als Folge der insgesamt geringen Wachstumsperspektiven schreite der Konzentrationsprozess im Süsswarenmarkt länderübergreifend voran.

Viele Markenartikel im Schokoladenmarkt
Demgegenüber zeigt vor allem der euro­päische Schokoladenwarenmarkt eine starke Herstellervielfalt. Die Top-3-Hersteller kommen in dieser Sparte auf gut 38%. 49%
des Umsatzes werden in den sechs Ländern von den übrigen Herstellern erwirtschaftet, während die Handelsmarken auf knapp 16% ­kommen. Allerdings zählten laut Nielsen die kleineren Hersteller in fast allen Ländern im letzten Jahr zu den Verlierern. Nur in Deutsch­land und Belgien gelang ihnen ein überdurchschnittlich positives Ergebnis. 
Kaum anders sieht die Herstellerkonzentration im Zuckerwarenmarkt aus, in dem ­neben den Topherstellern mit einem Anteil von insgesamt 36% auch die kleineren Player erfolgreich beteiligt sind, die zusammen Markt­anteile von 48% halten.
Kaugummi ist das Segment mit der gröss­ten Herstellerkonzentration unter allen untersuchten Warengruppen. Im europäischen Markt verfügen die Top-3-Hersteller mit einem Anteil von 86% über eine dominante Position.

Salzige Snacks: Handelsmarken gewinnen

Anders sieht die Situation bei den salzigen Snacks und bei Süssgebäck aus: Vor allem Deutschland und Frankreich sorgen bei ­salzigen Snacks mit hohen Handelsmarken­anteilen zwischen 42 und 44% dafür, dass ­deren Anteil europaweit schon 28% ausmacht. Die Marktanteile der Top-3-Hersteller liegen ­zwischen 30% in Frankreich und 40% in Deutschland. Neben den Topherstellern können sich in beiden Ländern auch viele kleinere Anbieter behaupten. Deutlich höhere Anteile haben die Top-3 in Grossbritannien (72%), Belgien (67%), den Niederlanden (65%) und Italien (60%).
Ähnliche Konstellationen gibt es nach wie vor im Süssgebäckmarkt. Hier verfügen die kleineren Hersteller in allen sechs Ländern über einen Marktanteil von rund 46%. Da der Handelsmarkenanteil allein schon bei rund 30% liegt, erreicht der Marktanteil der Top-3-Hersteller nur rund einen Viertel. Dies ist
der niedrigste Anteil aller fünf untersuchten Waren­gruppen.­