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WEEKENDNEWS 13. Juni 2010

Bio-Logo erhöht Kaufanreiz / Health claims – wer prüft? / Milchbranche: eigene Qualitätskontrollen / Tomatensorte Toscanella von Syngenta in der Kritik / Nahrungsmittelallergien seltener als angenommen

von Foodaktuell Importer

Studie zeigt: Bio-Logo erhöht den Kaufanreiz

Das 2001 eingeführte Biosiegel wirkt – und zwar direkt aufs Gehirn. Das zeigen Forscher der Universitäten Bonn und Greifswald in einem Experiment mit insgesamt 30 Personen. Das Logo stimuliert demnach einen Teil des Belohnungsystems im Gehirn, das so genannte ventrale Striatum. Diese Aktivierung spiegelt sich auch im realen Kaufverhalten wieder: Im Schnitt waren die Teilnehmer bereit, 45 Prozent mehr Geld für Produkte mit dem Siegel zu zahlen. Die Studie erscheint in Kürze in der Zeitschrift Neuroimage.

Die Teilnehmer mussten vor dem Experiment vier Stunden fasten. Dann zeigten die Forscher ihnen Bilder von Brot, Eiern oder Bananen. Jedes Produkt tauchte genau zweimal auf – einmal mit dem Biosiegel, einmal mit einem (fiktiven) Logo für konventionelle Nahrungsmittel. Die ausgehungerten Probanden konnten nun shoppen gehen und das jeweils gezeigte Produkt ersteigern. Die ersteigerten Lebensmittel mussten sie später tatsächlich bezahlen. Ergebnis: Im Schnitt legten die Teilnehmer für Lebensmittel mit dem Biosiegel 45 Prozent mehr Geld auf den Tisch als für konventionelle Produkte.

Während des Experiments registrierten die Forscher zudem mit einem Hirnscanner, welche Gehirnbereiche ihrer Probanden besonders aktiv waren. „Das Biosiegel aktiviert das ventrale Striatum“, fasst der Bonner Neurowissenschaftler Nicolas Linder das Hauptergebnis zusammen. „Diese Region im Gehirn zählt zum so genannten Belohnungssystem. Sie wird immer dann aktiv, wenn wir eine erstrebenswerte Erfahrung machen.“ Am stärksten fiel diese Aktivierung bei Versuchspersonen aus, die „im wirklichen Leben“ häufig zu Bioprodukten greifen.

„Es ist interessant, dass ein abstraktes Logo eine solche Wirkung entfaltet“, sagt der Letztautor der Studie Dr. Bernd Weber. Weber leitet die Arbeitsgruppe NeuroCognition-Imaging am Bonner Life&Brain Zentrum und ist Vorstandsmitglied des neuen Center for Economics and Neuroscience. „Unsere Studie zeigt nachdrücklich, welch grosse Bedeutung die Auszeichnung von Produkten auf das Kaufverhalten haben kann.“ (Center for Economics and Neuroscience, Arbeitsgruppe NeuroCognition-Imaging, Life&Brain Zentrum, Universität Bonn / idw)

Stärkt die Abwehrkräfte“ – Wer prüft solche Aussagen?

Angaben darüber, wie beispielsweise ein Schokoriegel auf die Gesundheit wirkt, müssen wissenschaftlich belegt sein: Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde verlangt vom Hersteller entsprechende Nachweise. Die „Nachrichten aus der Chemie“ zeigen anhand von Beispielen, welche Angaben die Behörde zugelassen hat und welche bei der Prüfung durchgefallen sind. Doch selbst wenn ein Zusammenhang zwischen Lebensmittel und Wirkung belegt ist, sind solche Hinweise problematisch.

„Health claim“ ist der englische Begriff für gesundheitsbezogene Aussagen auf Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln. Beispielsweise sollen Streichfette mit Phytosterolen den Cholesterinspiegel senken und so das Risiko für koronare Herzkrankheiten senken. Ersteres stimmt tatsächlich, meint die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA.

Allerdings gibt es keine Studien, welche die zweite Behauptung belegen. Daher darf die Angabe auf Streichfetten nur lauten: „Phytosterole senken nachweislich den Blutcholesterinspiegel. Niedrige Cholesterinspiegel senken nachweislich das Risiko für die Entwicklung koronarer Herzkrankheiten.“ In keiner Weise belegen liess sich dagegen die Aussage, dass Kinderschokolade „hilft zu wachsen“. Diese Angabe darf der Hersteller daher nicht auf die Verpackung drucken.

Wenn eine Prüfung negativ ausfällt, heisst das nicht unbedingt, dass eine Wirkung nicht existiert: Oft weisen die Studien lediglich Mängel auf oder liefern widersprüchliche Ergebnisse. Besteht ein Health claim die Prüfung, ist ebenso nicht gesagt, dass das entsprechende Nahrungsergänzungsmittel ein wertvoller Bestandteil der Ernährung ist. Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel unterliegen keiner Zulassung, daher bewertet die Efsa zwar die Wirkung, aber nicht immer die Sicherheit einer Zutat. Die Substanz kann unbekannte Nebenwirkungen erzeugen oder mit Medikamenten wechselwirken. Für Phytosterole gibt es beispielsweise eine maximale Tagesdosis, ausserdem sollten Kinder und Schwangere diese Substanzen nicht zu sich nehmen.

Die Lebensmittelchemiker Leane Lehmann und Harald Esch geben in den „Nachrichten aus der Chemie“ einen Überblick über die Bewertung von Health claims für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmitteln. Sie erklären, wie die Behörde solche Angaben prüft, und zeigen, warum der Verbraucher ein Health claim immer auch mit Vorsicht betrachten sollte. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den „Nachrichten aus der Chemie” über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der grosse Stellenmarkt. (idw 8.6.2010)

Milchbranche soll Qualitätskontrollen künftig selber machen

08.06.2010 – (lid) – Die Revision der Milchprüfungsverordnung will der Milchbranche mehr Verantwortung bei der Qualitätskontrolle übertragen. Die Zahl der Kontrollen soll beinahe verdoppelt werden. Am 8. Juni hat das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement die Anhörung zu den Neuerungen bei der Milchprüfungsverordnung eröffnet: Der Bund will sich nach der Abschaffung des behördlich-milchwirtschaftlichen Inspektions- und Beratungsdienstes auf die Festsetzung der Rahmenbedingungen und auf die Sicherheit der Konsumenten beschränken.

Die Milchbranche hingegen soll für die Durchführung und Koordination der Qualitätskontrollen verantwortlich sein, wie das Bundesamt für Veterinärwesen am 8. Juni in einer Medienmitteilung schreibt. Die Höchstwerte der Zell- und der Keimzahl in der Milch bleiben unverändert. Nicht mehr Teil der Verordnung ist der Gefrierpunkt, weil er für die Lebensmittelsicherheit unbedeutend ist. Erhöht wird dagegen die Frequenz der Milchuntersuchungen von heute 1-mal auf künftig 2-mal pro Monat.

Tomatensorte Toscanella von Syngenta in der Kritik

07.06.2010 – (lid) – Mit einer Strassenaktion in Basel lancierte die Erklärung von Bern (EvB) am 7. Juni ihre Kampagne gegen die Toscanella-Tomate. Mit einer gigantischen Fruchtschale, in der sich eine Toscanella-Tomate und ein Giftfass mit Syngenta-Logo befanden, machten sie Coop-Kunden darauf aufmerksam, dass die Tomate ein Produkt von Syngenta ist. Mit dem Kauf dieser Sorte würden die Konsumierenden unwissentlich die skrupellose Firmenpolitik des weltgrössten Pestizidproduzenten unterstützen – mit Todesfolgen in Entwicklungsländern. Die EvB fordert deshalb die Kunden dazu auf, die Toscanella, die sie “Toxanella“ nennt, im Regal liegen zu lassen und nach Tomaten zu Fragen, deren Saatgut nicht von Syngenta stammt.

Die Lancierung von Marken wie Toscanella zeige, dass sich Syngenta nicht mehr mit dem Verkauf von Pestiziden und Saatgut an Bauern begnüge, sondern daran sei, die Kontrolle über den vollen Lebenszyklus von der Aussaat bis ins Verkaufsregal zu übernehmen. Unsere gesamte Nahrungsmittelproduktion wird immer abhängiger von wenigen Konzernen”, wird EvB-Landwirtschaftsexperte François Meienberg in einer Medienmitteilung zitiert. “Das ist weder im Interesse der Konsumierenden noch der Bauern. Es braucht endlich griffige Massnahmen, die diese fatale Entwicklung stoppen.“ Deshalb wendet sich die EvB zusammen mit der Stiftung für Konsumentenschutz in einem offenen Brief an die Schweizer Detailhändler und fordert von diesen mehr Produkttransparenz und konkrete Massnahmen gegen die gefährliche Konzentration im Saatgutmarkt.

Coffein wirkt gegen Entzugseffekte und kann Angst auslösen

Kaffee, Tee und Energy-Drinks: Weltweit konsumieren Menschen Koffein, um morgens wach zu werden oder abends fit zu bleiben. Wer sich vom Kaffeeautomaten durch den Tag begleiten lässt, gewöhnt sich schnell an die Effekte – und muss schon bei kurzem Entzug mit Müdigkeit, Kopfschmerzen und nachlassender Konzentration rechnen. Bei Menschen mit einer bestimmten Genvariante kann die Naturdroge Koffein sogar Angst auslösen. Eine Forschergruppe aus Bristol, London, Würzburg und Münster hat den Zusammenhang zwischen Koffein, Angst und Aufmerksamkeit, Gewöhnungseffekten und Genetik nun näher untersucht.

„Ein regelmässiger Koffeinkonsum scheint vor allem den negativen Effekten des Entzugs entgegenzuwirken“, so Dr. Christa Hohoff von der Universität Münster, eine Hauptautorin der Studie. 379 Personen haben daran teilgenommen. Eine Hälfte davon konsumierte gewöhnlich wenig oder gar kein Koffein, bei der anderen Hälfte lag der Konsum im mittleren bis hohen Bereich – umgerechnet mindestens etwa eine Tasse Kaffee am Tag. 16 Stunden lang verzichteten alle Teilnehmer vollständig auf Koffein. Danach wurde ihnen entweder Koffein oder ein Placebo verabreicht und das gefühlte Mass an Angst, Aufmerksamkeit und Kopfschmerzen bestimmt.

„Schon vor einigen Jahren konnte mit Beteiligung münsterscher Forscher nachgewiesen werden, dass eine genetische Variante im Adenosin-A2A-Rezeptor Einfluss auf die gefühlte Angst hat“, erläutert Hohoff: „An diesem Rezeptor dockt das Koffein im menschlichen Gehirn hauptsächlich an.“ Für die aktuelle Studie untersuchte die Biologin im Labor für Molekulare Psychiatrie der Uni-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie die unterschiedlichen Rezeptor-Varianten. Bei der Studie bestätigte sich, dass Personen mit einer bestimmten Gen-Ausstattung in ihrer Angst stärker durch Koffein beeinflusst werden. Vom Konsum hält sie das offenbar nicht ab: Die Probanden mit der speziellen Rezeptorvariante nehmen durchschnittlich sogar mehr Koffein zu sich. Das führt wiederum zu einer Gewöhnung und dadurch zu einer Abnahme des Angstgefühls.

Bekamen die Studienteilnehmer mit höherem Koffeinkonsum nach den 16 Stunden Entzug ein Placebo verabreicht, reagierten sie mit Kopfschmerzen und deutlich verringerter Aufmerksamkeit. Eine Koffeingabe dagegen verhinderte Kopfschmerzen und hob gleichzeitig die Aufmerksamkeit an – aber nur bis zum Basalwert, also auf das Niveau, das die Studienteilnehmer mit geringerem Konsum ohnehin auch in der Placebo-Bedingung hatten. Regelmässiger Koffeinkonsum wirke wohl in erster Linie den Entzugseffekten entgegen, so Hohoff: Wer Kaffee oder Tee trinkt, wird dadurch zwar durchaus aufmerksamer, aber eben nur relativ zu seinem niedrigeren Ausgangslevel als regelmässiger Konsument.

Dass Koffein die Aufmerksamkeit dauerhaft steigert, ist wohl eine Illusion. Hohoff interessiert sich vor allem für die Frage, inwieweit Genetik die menschliche Psyche beeinflusst – wie bei den hier beobachteten Angst-Effekten. Auf ihren eigenen Morgenkaffee verzichtet sie trotz der Studienergebnisse nicht: „Ich mag den gefühlt belebenden Effekt, man hat die Illusion, aufmerksamer zu werden.“

Die Studie wurde nun in der renommierten Fachzeitschrift „Neuropsychopharmacology“ veröffentlicht. Der Originalartikel unter dem Titel „Association of the Anxiogenic and Alerting Effects of Caffeine with ADORA2A and ADORA1 Polymorphisms and Habitual Level of Caffeine Consumption” ist im Internet verfügbar. Weitere Informationen zu dieser Arbeit sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte und eine Reihe weiterführender Publikationen finden sich auf der Internetseite des Labors für Molekulare Psychiatrie. (Uni Münster. Literatur: Rogers P. et al. (2010): Association of the Anxiogenic and Alerting Effects of Caffeine with ADORA2A and ADORA1 Polymorphisms and Habitual Level of Caffeine Consumption. Neuropsychopharmacology advance online publication 2 June 2010; doi: 10.1038/npp.2010.71)

Nahrungsmittelallergien seltener als angenommen

Nahrungsmittelallergien sind vermutlich sehr viel seltener, als in der Öffentlichkeit vermutet wird. Die Diagnostik ist unzuverlässig und therapeutische Ansätze sind nicht evidenzbasiert („JAMA“). Schon bei der genauen Anamnese entpuppen sich viele Nahrungsmittelallergien als Unverträglichkeit. Nach Angaben von Jennifer Schneider Chafen (Stanford University School of Medicine) ist ein positiver Pricktest beim Hautarzt oder der Nachweis von spezifischen IgE im Serum längst kein Beweis für eine Allergie. Die Wahrscheinlichkeit beträgt jeweils nur etwa 50 %, dass die verdächtigten Nahrungsmittel für die Beschwerden verantwortlich sind.

Beweisen lässt sich dieses nur durch einen doppelblinden Expositionsversuch, der zeitaufwendig ist und aufgrund des Risikos einer anaphylaktischen Reaktion in den meisten Fällen unterlassen wird. Auch wissenschaftliche Untersuchungen zur Nahrungsmittelallergie sind selten, wie die Forscher feststellen mussten, die im Auftrag der National Institute of Health in Medline und drei weiteren Datenbanken nach Studien suchten. Sie fanden 12.378 Quellen, von denen aber nur 72 die angelegten Qualitätskriterien erfüllten. Darunter war nur eine einzige Studie zur Wirksamkeit einer Eliminationsdiät, die heute ein Standard in der Therapie ist und der sich viele Menschen aus eigenem Antrieb unterziehen.

Die meisten verzichten vermutlich völlig unnötigerweise auf einzelne Nahrungsmittel, denn die Prävalenz der Nahrungsmittelallergie beträgt nach Schätzung der Autoren höchstens 1 bis 2%. Eine Alternative zur Allergenvermeidung könnte eine Immuntherapie sein, bei der das Allergen in steigender Dosis gegeben wird, um eine langfristige Toleranz zu erzeugen. Doch auch dieser Therapieansatz ist den Autoren zufolge bei Nahrungsmittelallergien derzeit nicht ausreichend untersucht. Dieses gilt auch für „hydrolysierte“ Babynahrung, bei der die Proteine der Milch aufgespalten werden, um sie als Allergene auszuschliessen. Ebenso ist das präventive Potenzial von „hypoallergener“ Babynahrung oder Probiotika zu wenig untersucht. (behrs, Deutsches Ärzteblatt vom 12.05.2010)

Fleischforschung im Zeichen von Sicherheit und Qualität

Bundesministerin Ilse Aigner und Prof. Dr. Gerhard Rechkemmer, Präsident des MRIDas Max Rubner-Institut (MRI) bekommt ein „Internationales Kompetenzzentrum für Fleischqualität“. Dies verkündete Bundesernährungsministerin Ilse Aigner bei der Eröffnung der jährlichen Fachtagung „Kulmbacher Woche“ des Bundesforschungsinstituts am Standort Kulmbach vor rund 250 Zuhörern aus Wissenschaft, Unternehmen, Verbänden und Politik. Am Standort Kulmbach sind das Institut für Sicherheit und Qualität bei Fleisch, Teile des Instituts für Mikrobiologie und Biotechnologie sowie das Arbeitsgebiet Analytik des Max Rubner-Instituts angesiedelt.

Es gehe um die Erarbeitung europäischer Standards für die Qualität der wichtigsten Fleischarten, so die Ministerin. Gleichzeitig sei ein Ziel, das Bewusstein für die Sicherheit beim Produkt Fleisch entlang der gesamten Lebensmittelkette zu stärken. Die bisherigen Leistungen des Standorts Kulmbachs bieten dafür eine hervorragende Basis. „Die fachliche Exzellenz auf dem Gebiet der Fleischforschung in Kulmbach noch stärker international zu vertiefen, ist die Aufgabe der Zukunft,“ sagte Ministerin Aigner. Das neue Zentrum wird dem MRI-Institut für Sicherheit und Qualität bei Fleisch zugeordnet. Insgesamt stellt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) dafür in den nächsten Jahren bis zu 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Prof. Gerhard Rechkemmer, Präsident des Max Rubner-Instituts, begrüsste die Entscheidung des Bundesministeriums, die internationale Vernetzung des MRI noch stärker in den Fokus zu rücken. Durch geschlossene Kooperationenvereinbarungen mit verschiedenen Forschungseinrichtungen, etwa vor Kurzem mit der Universität Otago in Neuseeland, hat das MRI hier schon wichtige Schritte getan. Am neuen internationalen Zentrum soll nun schon im nächsten Jahr eine „Summer School for Research in Meat Quality“ für ausländische Wissenschaftler eingerichtet werden. (Max Rubner-Institut MRI)

Bio: weniger Pestizide aber qualitativ nicht immer besser

(ddp direct 28.5.2010) – Biolebensmittel sind nicht automatisch gesünder oder schmackhafter als konventionelle Lebensmittel. Nach den test-Qualtiätsurteilen gibt es im Durchschnitt auch sonst keine qualitativen Unterschiede. Allerdings bietet die Ökokost zwei Vorteile gegenüber der konventionellen: Pestizide kommen selten vor. Ausserdem engagieren sich die Bioanbieter wesentlich stärker für Umwelt und Soziales als Hersteller herkömmlicher Produkte. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Juni-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, für die sie eine Bilanz aus insgesamt 85 Lebensmitteltests der letzten acht Jahre gezogen hat, bei denen auch Bioprodukte geprüft worden waren.

Sowohl bei den herkömmlichen als auch bei den Biolebensmitteln gab es Produkte mit „sehr guten“, aber auch „mangelhaften“ test-Qualitätsurteilen – und das in recht ausgewogenem Masse. Bioprodukte haben die konventionelle Konkurrenz zum Beispiel bei Vollmilch oder bei Würzölen deutlich übertrumpft. Bei nativem Rapsöl hingegen schnitten viele konventionelle Produkte besser ab.

Frischem Bioobst, Biogemüse und Biotee können Verbraucher vertrauen: In 75 Prozent dieser Produkte waren gar keine Pestizide nachweisbar, hier ist Bio klar im Vorteil. Mit Keimen und der Sensorik also z. B. dem Geschmack und Geruch haben Bioprodukte heute seltener ein Problem. Obwohl viele Bioprodukte aus den Tests zwischen 30 bis 50 Prozent teurer waren als herkömmliche, unterstützt man mit ihrem Kauf eine ökologische, nachhaltige Landwirtschaft und die artgerechte Tierhaltung. Der ausführliche Test Bioprodukte ist in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/bioprodukte veröffentlicht.