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Optimieren von Prozessen

Prozesse optimieren, Hitze wieder verwerten und unnötiges Heizen von Anlageteilen zu vermeiden. Dies sind die zentralen Etappen der Energie­effizienz. Das grösste Potenzial liegt jedoch in der Erneuerung von Anlagen.

von Alimenta Import

Die CO2-Abgabe macht nicht nur von sich reden, sondern regt Berufsleute auch zum Handeln an. 256 gewerbliche ­Käsereien sind der Gruppe Benchmark von Fromarte beigetreten, um die Rückerstattung dieser Abgabe zu erhalten. Um ein Anrecht darauf zu haben müssen sie, als ganze Gruppe, ihren Energieverbrauch um 10% vermindern. Dies ist nicht so einfach. Fromarte hat daher in Zusammenarbeit mit der Energie-Agentur der Wirtschaft, dem Bundesamt für Energie, der Forschungsanstalt Agroscope und dem Ingenieurbüro Helbling einen Leitfaden zur Energieeffizienz in einer Käserei erstellt.
In einer Käserei wird praktisch immer ­geheizt oder gekühlt. Jede Verbesserung ­verursacht Investitionskosten und hat ein Sparpotenzial. Das Hauptanliegen des Leit­fadens ist es, jedem Käser zu ermöglichen, das Sparpotenzial für sein Unternehmen zu berechnen.

Drei Käsereien für ein Pilotprojekt
Florian Brunner, der Projektverantwortliche des Büros Helbling, hat drei Käsereien ausgewählt, um eine Detailanalyse durchzuführen. Jede Unternehmung hatte bereits vor der Mitarbeit am Pilot-Projekt Sparmassnahmen ergriffen. Michel Grossrieder von der Käsereri Moléson erzählt, dass er die Suche nach Lecks in Wasser- und Druckluftleitungen gestartet hat. Josef Gut, Sbrinz-Hersteller aus Buochs, hat vor mehr als zwei Jahren begonnen, einen Teil der Molke abzutrennen, bevor er den Käse erhitzt. Er hat mit 5% begonnen und schrittweise erhöht um die momentan ak­tuellen 20% zu erreichen. Hans-Peter Furrer von Les Reussilles verwendet das Käsebad zur Abkühlung der Molke und nutzt die im ­Sommer darin gespeicherte Wärme für den Beginn des Aufheizens der Milch.

Einsparungen beziffern
Am Schwierigsten ist die Einschätzung des Sparpotenzials. «Ich hatte viele Ideen. Das Büro Helbling hat mich auf die finanzielle ­Realität zurückgeholt, indem sie das Sparp­otenzial von jeder Investition berechnet haben», bestätigt Josef Gut. Michel Grossrieder stellt fest, dass «die Berechnung der Einsparung sehr theoretisch bleibt, da man keine Teilzähler hat.» Hans-Peter Furrer wollte die wieder gewonnene Energie in seinem Käsebad speichern, um diese mit Hilfe einer Wärmepumpe zu nutzen. Ein Ingenieurbüro schlug ihm eine komplexere Lösung vor, welche
sich als sehr teuer herausstellte. «Ich hatte einfache Ideen und habe festgestellt, dass die ­Ingenieure die Dinge manchmal komplizieren.» Erich Lüdi, von der Energie-Agentur der Wirtschaft, betont, dass «die Dimensionierung korrekt sein muss. Wenn dies nicht der Fall ist, verursacht die Investition zu hohe ­Kosten.»
Der Leitfaden zur Energieeffizienz wird allen Käsereien, Mitglied der Gruppe Benchmark oder nicht, angeboten. Erich Lüdi ist der Ansicht, dass dieser Leitfaden den Dialog mit den Unternehmen fördern wird. Josef Gut fügt hinzu: «In einer Käserei hat man viele andere Sorgen, es ist daher schwierig, auch noch an die Energieeffizienz zu denken.
Ich hoffe, dass der Leitfaden die Leute dazu ­anregt.»