Datum:

Neue CO2-Ziele mit mehr Erdgas erreichbar

Eine Kilowattstunde Erdgas anstelle von Heizöl oder Benzin reduziert den CO2-Ausstoss um rund 25 Prozent. Diese Energie ist sofort, konstant und ausreichend verfügbar.

von Foodaktuell Importer

Ein weiterer Vorteil des Gasherds ist die schnelle Reaktion, wenn man die Heizstufe hinauf- oder hinunterschaltet. Mit Gas lässt sich die Wärme fein dosieren und erheblich Energie sparen. Erdgas ist fast immer billiger als Strom.

Bild: Erdgaskochherd im Gasthof Kreuz in Egerkingen.

“Die neuen ehrgeizigen CO2-Ziele der Schweiz – eine
Reduktion um 20 Prozent bis 2020 im Inland, sind nur durch den
vermehrten Einsatz von Erdgas zu erreichen. Denn diese Energie ist
sofort, konstant und in ausreichendem Ausmass verfügbar.” Dies
erklärte der Präsident des Branchenverbands der Schweizer
Erdgas-Wirtschaft, der ehemalige Zuger Nationalrat Hajo Leutenegger,
an der Generalversammlung des Verbands der Schweizerischen
Gasindustrie (VSG) in Bern.

2009 wurden in der Schweiz knapp 35
Milliarden Kilowattstunden (kWh) Erdgas genutzt. Um dieselbe
Energiemenge in Form von Heizöl auszuliefern, wären über 147’000
Fuhren mit Tanklastwagen nötig gewesen. Zudem wäre die Umwelt letztes
Jahr mit zusätzlichen 2,5 Millionen Tonnen CO2 sowie Feinstaub und
weiteren Schadstoffen belastet worden.

Eine Kilowattstunde Erdgas anstelle von Heizöl oder Benzin
reduziert den CO2-Ausstoss um rund 25 Prozent. Somit liessen sich
durch den vermehrten Einsatz von Erdgas sowohl als Heizenergie wie
auch als Treibstoff die CO2-Emission markant reduzieren. Zudem
speisen die Versorger immer mehr CO2-neutrales einheimisches Biogas
aus biogenen Abfällen ins Erdgas-Netz ein, was die Umwelt-Bilanz
zusätzlich verbessert.

Wärmeres Wetter bremste Absatz

2009 erreichte der Erdgas-Absatz in der Schweiz 34,817 Milliarden
Kilowattstunden. Der Rückgang von 4% gegenüber dem Vorjahr (36,276
Mrd. kWh) ist in erster Linie auf das wärmere Wetter zurückzuführen.
Die Zahl der Heizgradtage (3’182) lag 5% unter dem Wert des
Vorjahres. In den industriellen Bereichen drückte auch die
wirtschaftliche Lage auf den Absatz. Dennoch konnte Erdgas seine
Präsenz im Schweizer Energiemarkt durch Netzerweiterungen, 13 neu
erschlossene Gemeinden und neue Kunden weiter festigen und ausbauen.

Erdgas-Netz wird immer dichter

Verschiedene lokale Erdgas-Versorger erweiterten auch letztes Jahr
ihre Netze um insgesamt rund 300 Kilometer und erschlossen neue
Gebiete. Über zwei Drittel der Bevölkerung in der Schweiz wohnt
mittlerweile in mit Erdgas erschlossenen Gemeinden. Das unterirdische
Transportsystem mit einer Länge von über 18’000 Kilometern ermöglicht
eine konstante und sichere Versorgung der Erdgas-Kunden in der
Schweiz mit Wärme und Prozessenergie ohne zusätzliche Verkehrs- und
Umweltbelastung.

Erdgas mehrheitlich aus Westeuropa

Vom 2009 importierten Erdgas stammten rund zwei Drittel aus
EU-Ländern und Norwegen. Ein Drittel wurden aus in weiter entfernten
Regionen wie etwa Russland oder Nordafrika importiert. Die Schweiz
verfügt über verschiedene, hauptsächlich langfristige Importverträge
mit grossen und langfristig zuverlässigen Lieferanten in Deutschland,
den Niederlanden, Frankreich und Italien. Diese betreiben auch grosse
unterirdische Speicheranlagen. Mit russischen Lieferanten bestehen
keine Verträge. Hauptimporteur Swissgas ist ferner gemeinsam mit
deutschen und österreichischen Partnern direkt in der norwegischen
Erdgas-Förderung aktiv.

Nahezu 9’000 Erdgas-Autos

Weiter gewachsen ist letztes Jahr der Absatz von Erdgas und Biogas
als Treibstoff. Er stieg gegenüber dem Vorjahr um 28% und entspricht
umgerechnet der Menge von knapp 19 Millionen Litern Benzin. Der
Biogas-Anteil liegt bei 19%. Die Zahl der Erdgas-Fahrzeuge stieg
innert einem Jahr um 1’500 auf knapp 9’000. Das Tankstellennetz in
der Schweiz umfasst heute 120 Stationen.

Anmerkungen:

34,817 Mrd. Kilowattstunden (kWh) = 34’817 Gigawattstunden (GWh) =
ca. 3,5 Mrd. Kubikmeter Erdgas.

1 kWh Erdgas entspricht 0,1009 Liter
Heizöl EL

Es gibt 8653 Erdgas-Fahrzeuge: 6’468 PW, 1’952 leichte Nutzfahrzeuge und
Kleinbusse, 166 Busse, 57 Lastwagen.

(Mitteilung VSG / ASIG)