Datum:

Online-Shopping erobert den Alltag

Bücher, Kleider, Accessoires und Reisen sind zwar die Leader in Webshops, aber Interesse besteht auch am Online-Kauf von Lebensmitteln. Leshop.ch und Coop-at-Home wachsen.

von Foodaktuell Importer




Von A wie Assam-Tee bis Z wie Zwiebelbratwurst kann man heute fast alles in Webshops einkaufen und liefern lassen. Sogar der bekannte Bücher-Webshop Amazon verkauft nebenbei Obst und Gemüse. Bei Nespresso gehört der Kapsel-Vertrieb übers Internet zum Konzept: die Firma umgeht damit bewusst den Detailhandel. Anonym einkaufen geht nicht – ein Vorteil für Anbieter, die Kundendaten sammeln wollen. Bild: Metzgermeister Albert Gmür, Gründer des Delikatessen-Webshops «gotlet.ch» bietet kleinen aber feinen Herstellern eine Verkaufs-Plattform für ihre Produkte.

In den frühen 90er Jahren entstanden die ersten – noch sehr rudimentären – Online-Shops. Das Geschäft mit dem Online-Handel hat sich seither rasant
entwickelt. Eine weltweite Nielsen-Umfrage zeigt, welche Bedeutung der virtuelle
Schaufensterbummel für die Verbraucher in der Schweiz hat. Immerhin geben bereits 36
Prozent der Befragten an, mehr als fünf Prozent ihrer monatlichen Ausgaben beim Online-
Shopping zu tätigen.

Die Top-Produkte beim Online-Shopping sind eindeutig Bücher: 45 Prozent der Befragten in der
Schweiz geben an, in den nächsten sechs Monaten den Online-Kauf von Büchern zu planen. An
zweiter Stelle liegen Flugtickets (41%), gefolgt von Kleidung, Schuhen, Accessoires (35%) und
Reisen/Hotelreservierungen (29%).

Interesse am Online-Kauf von Lebensmitteln

Aus aktuellem Anlass ist natürlich auch die Bereitschaft der Verbraucher zum Online-Einkauf von
Lebensmitteln interessant. In der Schweiz ist das Online-Shopping von Lebensmitteln aufgrund der
parallel vorhandenen Online-Shops starker Einzelhandelsunternehmen bereits stärker verbreitet als
in Deutschland und Österreich (Kosmetik/Lebensmittelvorräte 17%, Lebensmittel frisch 13%,
alkoholische Getränke 7%). „Die höheren Werte in der Schweiz zeigen das Potenzial, welches im
neuen Engagement von Amazon und Otto im Online-Lebensmittelverkauf in Deutschland und
Österreich liegt. In diesen Ländern gibt es noch wenig vergleichbare Angebote“, erklärt Petra
Kacnik, Director Consumer Research DACH bei The Nielsen Company.

32 Prozent der Online-Shopper in der Schweiz geben an, am Häufigsten bei Anbietern zu kaufen,
die parallel ein Ladengeschäft betreiben. 20 Prozent kaufen bei Anbietern, die ausschliesslich
Online-Shopping offerieren und 23 Prozent wenden sich an Online-Shops, die auch über Kataloge
oder Telefon verkaufen. Seiten, die Produkte von verschiedenen Online-Shops anbieten, nutzen die
Befragten nach eigenen Angaben deutlich seltener. Hier zeigen sich relativ grosse Unterschiede
zwischen der Schweiz und den deutschsprachigen Nachbarländern.

Den Schweizer Werten merkt
man an, dass dort grosse Lebensmittelhändler sowohl über stationäre Geschäfte als auch über
Online-Shops verfügen, während in Deutschland und Österreich reine Online-Händler den stärksten
Zulauf haben.

Internetbewertungen vor allem bei Recherche wichtig

Eines der Haupt-Assets von Online-Shops sind die Bewertungen anderer User. Es zeigt sich zwar,
dass Freunde (52%) und Familie (49%) nach wie vor das grösste Vertrauen bei Kaufempfehlungen
geniessen. An dritter Stelle folgen jedoch die Online-Produktbewertungen mit einem Viertel der
Nennungen. Insbesondere im Vorfeld der Kaufentscheidung, bei der Recherche nach
Produkten, haben Online-Bewertungen und Meinungen einen wichtigen Einfluss. So würde etwa ein
Viertel der schweizerischen Online-Shopper keine elektronischen Geräte oder Autos mehr kaufen,
ohne vorher online nachzufragen, was von diesen zu halten ist. Auch bei Software (17%) und
Flugtickets (jeweils 17%) sowie Versicherungen (16%) wird die Vorab-Recherche immer
entscheidender. (Text: Nielsen)

Webshops für Weine sind im Kommen

09.07.2010 – (lid) – Der Weinhandel verlagert sich immer stärker ins Internet. Nach Einschätzung des Weinblogs weindegu.com, ist nicht einer der grossen Weinhändler wie Coop oder Denner online führend, sondern der Biowein-Versandhändler Delinat. Der Blog geht davon aus, dass Delinat einen Umsatz von ungefähr 40 Millionen Franken online erwirtschaftet. Allerdings sei es schwer, den Umsatz genau zu eruieren, da sich die Weinhändler bei Zahlen sehr verschwiegen gäben, schreibt weindegu.com.

An zweiter Stelle folgt Mövenpick, wo “ein guter Anteil” des Umsatzes aufs Onlinegeschäft entfalle. Erst an dritter Stelle folgt Coop. Der Detaillist macht mit Online-Weinhandel rund 20 Millionen Franken Umsatz pro Jahr. Dies sind aber lediglich vier Prozent des gesamten Coop-Weinumsatzes.

Erst im Mai ins Onlinegeschäft eingestiegen ist Denner. Das grösste Sortiment bietet aber Flaschenpost.ch. Auf der Onlineplattform, mitbegründet von Renzo Schweri, Enkel des Denner-Gründers Karl Schweri, finden sich insgesamt 8’000 Weine von 50 Händlern. Pro Jahr schaffte das 2007 gegründete Unternehmen bisher ein Umsatzplus von 275 Prozent. Bezieht man den stationären Weinhandel mit ein, so bietet sich ein anderes Bild: Coop und Denner dominieren den Markt mit zusammen 70 Prozent Marktanteil und einem Umsatz von rund 1,1 Milliarden Franken deutlich.

Leshop.ch und Coop-at-Home verzeichnen Wachstum

09.07.2010 – (lid) – Die Internetläden Leshop.ch der Migros und Coop-at-Home von Coop verzeichneten im ersten Halbjahr 2010 ein starkes Umsatzwachstum.
Bei Leshop.ch konnte der Umsatz um 15 Prozent auf 75,4 Millionen Franken gesteigert werden. Coop-at-Home konnte den Umsatz um 14 Prozent steigern, genaue Halbjahreszahlen veröffentlicht Coop aber nicht.

Das iPhone wird für Onlinebestellungen bei den Detaillisten immer häufiger benutzt, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Der Anteil an iPhone-Bestellungen liegt bei Leshop.ch bei vier Prozent, wird aber nach Ansicht der Migros bald zehn Prozent betragen. Tiefer ist der Anteil iPhone-Kunden bei Coop: Lediglich ein Prozent der Bestellungen wurde mit dem iPhone aufgegeben. Dies könnte sich in Zukunft aber ändern, denn neu können Strichcodes auf Verpackungen per iPhone erfasst und die gescannten Waren auf diese Weise bestellt werden.

Nielsen über sich selbst

The Nielsen Company ist ein führendes globales Informations- und Medienunternehmen, das seinen Kunden
weltweit essentielle und integrierte Marketing- und Media-Informationen sowie Analysen und Branchenexpertise
zur Verfügung stellt. Nielsen nimmt führende Marktpositionen in den Bereichen Marketing- und
Verbraucherinformationen, Media-Informationen zu Fernsehen, Online-, Mobil- und weiteren Medien,
Fachmessen sowie Business Publications (Billboard, The Hollywood Reporter, Adweek) ein. Das in Privatbesitz
befindliche Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern aktiv mit Hauptsitz in New York (USA). Weitere
Informationen finden Sie im Internet unter www.nielsen.com sowie zur Schweiz unter www.ch.nielsen.com.

The Nielsen Company (Switzerland) GmbH, ein Unternehmen von „The Nielsen Company“, ist in der Schweiz
in Root Längenbold ansässig. Mit dem Detailhandelspanel (Retail Measurement Services) generiert Nielsen
Schweiz Informationen über Verkäufe, Marktanteile, Distribution, Preisgestaltung sowie Merchandising- und
Promotionsmassnahmen. Mit dem Haushaltspanel (Consumer Panel Services) wird das Kaufverhalten der
Verbraucher verfolgt. Zusätzlich zu den Panels bietet Nielsen Schweiz den Kunden hochqualitative Analysen
aus den Bereichen Mystery Shopping und Ad hoc-Befragungen (Consumer Research). Nielsen beschäftigt in
der Schweiz rund 160 Mitarbeiter. Mehr Informationen finden Sie unter www.ch.nielsen.com.

Die jüngste Welle der Nielsen Global Online Survey, der weltweiten Online-Verbraucherbefragung, fand
zwischen dem 8. und 26. März 2010 statt. Befragt wurden rund 27.000 Verbraucher in 55 Ländern in ganz
Asien/Pazifik, Europa, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Nordamerika zu verschiedensten Themen. Die
Stichprobe ist quotiert nach Alter und Geschlecht und repräsentativ für die Internet-Nutzer des jeweiligen
Landes. (Text: Nielsen)