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KURZNEWS 20. Juli 2010

Migros ist offiziell beste Schweizer Firma / EU-Kommission plädiert für Lockerung des Tiermehlverbots / Cremo bezahlt 2,5 Rappen mehr für Milch / Bündner Käser sind im Streit um AOC-Label / Erhalt der Artenvielfalt bringt wirtschaftliche Vorteile

von Foodaktuell Importer

Migros ist offiziell beste Schweizer Firma

Die Migros liegt bei der neusten Reputations-Umfrage von GfK Switzerland (Hergiswil, NW) an der Spitze
von 50 führenden Schweizer Unternehmen. Die 3’400 befragten Personen
haben der Migros für ihre unternehmerische Leistungen aber auch für
ihr soziales und ökologisches Engagement Bestnoten erteilt.

Der “GfK Business-Reflector 2010” wurde in enger Zusammenarbeit
mit der Universität Zürich durchgeführt und stützt sich auf deren
Reputations-Theorie ab. Einzelinterviews mit 3’400 Personen zu Fragen
über die Qualität der Angebote, das Ansehen, den wirtschaftlichen
Erfolg, das soziale und ökologische Verhalten, die Innovationskraft
etc. bei kommerziellen Unternehmen bildeten die Grundlage für ein
objektives und präzises Reputations-Monitoring.

“Die Migros erreicht in allen Bereichen Spitzenwerte. Das zeigt,
dass die Migros mit ihrer Strategie auf dem richtigen Weg ist. Ihr
Bekenntnis zu Swissness, Regionalität und der Schweiz als
Produktionsstandort bringen der Migros gerade in wirtschaftlich
schwierigeren Zeiten viel Sympathie ein”, bestätigt Matthias Vonwil,
Studienleiter bei der GfK.

Entscheidend für die Bestnoten sind auch das ausgezeichnete
Preis-Leistungs-Verhältnis sowie das Engagement der Migros für
soziale und ökologische Anliegen – Werte, für die sich die Migros
seit ihrer Gründung einsetzt. “Dass die Migros als zuverlässigstes,
sympathischstes und freundlichstes Unternehmen wahrgenommen wird, hat
natürlich mit dem zu tun, was die Kunden unmittelbar erleben. Ganz
wichtig für die Reputation ist aber auch das, was man in den Medien
über das Unternehmen hört und liest”, erklärt Matthias Vonwil.

Hitparade 2010
1 Migros-Genossenschafts-Bund
2 Swatch Group
3 Lindt & Sprüngli
4 Raiffeisenbank
5 Synthes
6 Nestlé
7 Coop
8 Kantonalbanken
9 Schindler Aufzüge
10 Rolex

Die repräsentative Studie „GfK Business-Reflector 2010“ ist seit über zwanzig Jahren ein wichtiger Seismograph in der Schweizer Unternehmenslandschaft. Die Ergebnisse basieren auf über 3’400 Befragungen in der Schweiz. Ziel der Studie ist ein objektives und präzises Reputations-Monitoring für kommerzielle Unternehmen. Dabei werden unter anderem Aspekte wie Image, Bekanntheit, Qualität, Innovation, emotionale Komponenten und – in der Schweiz einzigartig – Nachhaltigkeit untersucht. Schweizer Firmen können gezielt an ihrem Ruf arbeiten und sich bewusst positionieren.

Um eine Benchmark in der Schweizer Unternehmenslandschaft zu etablieren, wird seit 2009 eine Kerngruppe von 50 führenden Schweizer Unternehmen jährlich abgefragt. Die Auswahl erfolgt nach folgenden Kriterien: Die wichtigsten Schweizer Branchen entsprechend ihrer Bruttowertschöpfung, die grössten Schweizer Arbeitgeber und alle 20 SMI-Titel.
Die Umfrage wird in Zusammenarbeit mit der Schweizer Gesellschaft für Marketing (GfM) und der Universität Zürich, Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) durchgeführt.

GfK Switzerland ist mit einem Umsatz von 78,8 Millionen CHF (2009) und einem Marktanteil von über 37% das grösste Marktforschungsinstitut der Schweiz und bietet Marktforschungsdienstleistungen in allen Bereichen. (19.7.2010 MGB / GfK Switzerland)

SV Schweiz übernimmt Gastrobetrieb der Zunft zur Schmiden

Dübendorf, 20. Juli 2010 SV Schweiz – Seit 1412 befindet sich die Zunft zur Schmiden im «Haus zum Goldenen Horn» an der Marktgasse 20 im Zürcher Niederdorf. Mit der umfassenden Renovation der Infrastruktur und Haustechnik wird die wertvolle Bausubstanz für nachfolgende Generationen erhalten. Neu können auch die oberen Stockwerke über einen Personenlift erreicht werden.

Eine langfristige, wirtschaftlich erfolgreiche Zusammenarbeit liegt im Interesse beider Partner. Deshalb wird aus betriebswirtschaftlichen Gründen das Restaurant nicht weitergeführt. Der einzigartige spätgotische Zunftsaal von 1520 wird jedoch neu als hochstehender Veranstaltungsort für Firmen- und Privatanlässe positioniert. SV Schweiz, Marktleaderin in der Gemeinschaftsgastronomie, führt historische Eventlokalitäten wie das Schloss Laufen am Rheinfall oder das Restaurant Schützenhaus in Basel. Darüber hinaus ist das Unternehmen beispielsweise für das Catering in der Zürcher Maag Event Hall oder im Stade de Suisse in Bern verantwortlich.

EU-Kommission plädiert für Lockerung des Tiermehlverbots

16.07.2010 – (lid) – Die EU-Kommission will das Verbot der Verfütterung von Tiermehl lockern. Die EU-Kommission will, dass künftig wieder Rindermehl an Schweine, Geflügel oder Fische verfüttert werden darf, nicht hingegen an andere Rinder. Grund für die Lockerung sei, dass BSE, auch Rinderwahnsinn genannt, in Europa mittlerweile nahezu ausgerottet ist, schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Dies sei den strengen Hygienevorschriften zu verdanken, erklärte die EU-Kommission. 2009 war kein Tier mehr positiv auf BSE getestet worden. BSE war Mitte der Achtziger Jahre erstmals in Grossbritannien aufgetaucht und breitete sich in ganz Europa aus. 1996 verhängte die EU ein Importverbot gegen britisches Rindfleisch, weil zuvor ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von BSE-infiziertem Fleisch und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen festgestellt worden war.

Erstes Hundefutter aus reinem Schweizer Fleisch

16.07.2010 – (lid) – Die Migros bringt das erste Hundefutter auf den Markt, welches ausschliesslich mit Schweizer Rohstoffen produziert wird. Das Futter wird unter dem Namen “Asco Swiss Premium” auf den Markt kommen. Im Gegensatz zu anderer Tiernahrung sei das Futter nicht nur in der Schweiz hergestellt, sondern bestehe auch aus Schweizer Rohstoffen, teilt die Migros mit. Durch die Verwendung von Schweizer Fleisch kann abgesichert werden, dass die Schweizer Tierschutzstandards eingehalten werden.

Cremo bezahlt 2,5 Rappen mehr für Milch

15.07.2010 – (lid) – Der Milchverarbeiter Cremo erhöht den Preis um 2,5 Rappen pro Kilogramm A-Milch. Damit steigt der Milchpreis von 58 auf 60,5 Rappen. Der A-Milchpreis wird bei Cremo für 83 Prozent der Milch ausbezahlt. Das Freiburger Unternehmen macht aber aufgrund des schwachen Euros einen Rückbehalt von 0,5 Rappen für verkäste Milch, wie der schweizerbauer.ch schreibt. Der Milchpreis für B-Milch liegt zurzeit bei rund 40 Rappen

Auch 2010 guter Impfschutz gegen Blauzungenkrankheit

Bern, 15.07.2010 BVET – Über 70 Prozent der Rinder und Schafe älter als drei Monate wurden 2010 gegen die Blauzungenkrankheit geimpft. Damit konnte ein guter Impfschutz aufrechterhalten werden, auch wenn die Rate leicht tiefer liegt als in den Vorjahren. Die Zahl der Meldungen über vermutete Nebenwirkungen ging stark zurück. Die Blauzungenkrankheit befällt Wiederkäuer und ist für Menschen ungefährlich.

Mit 71% lag die Impfrate leicht tiefer als 2009 (89%) und 2008 (77%). Gemäss Berechnungen wurde jedoch ein ausreichender Schutz gegen die Blauzungenkrankheit erreicht, da der so genannte Infektionsdruck dank der Impfkampagnen der Vorjahre deutlich geringer ist. Die leicht tiefere Impfrate erstaunt nicht, war die Blauzungenimpfung zwar auch 2010 obligatorisch, die Tierhaltenden konnten sich jedoch per Gesuch von der Impfpflicht abmelden. 14% nutzten diese Möglichkeit – mit grossen kantonalen Unterschieden von 0% in Genf bis zu über 30% in St. Gallen.

Die Zahl der Meldungen über vermutete Nebenwirkungen ging stark zurück. Bis Ende Juni gingen 2010 rund 130 Meldungen beim Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI) ein. 2009 waren es im gleichen Zeitraum über 900. Auch wenn Nebenwirkungen bei Impfkampagnen stets möglich sind, ist bei den meisten Meldungen ein direkter Zusammenhang mit den Impfungen unwahrscheinlich.

Keine einzige Ansteckung mit der Blauzungenkrankheit konnte 2010 in der Schweiz nachgewiesen werden. Auch in den Nachbarländern wurden dieses Jahr dank den Impfkampagnen noch keine Fälle gemeldet. So entspannt die Seuchenlage im Moment ist – über das Vorgehen 2011 wird erst im Herbst zusammen mit den landwirtschaftlichen Organisationen und den kantonalen Veterinärämtern entschieden.

Die Blauzungenkrankheit ist im Oktober 2007 erstmals in der Schweiz aufgetreten. Sie befällt vor allem Rinder, Schafe und Ziegen. 2008, 2009 und 2010 wurde die Nutztierpopulation mit einer Impfkampagne geschützt. Die Schweiz ist in der Folge mit insgesamt 76 Fällen nur wenig betroffen. Siehe www.bluetongue.ch.

Bündner Käser sind im Streit um AOC-Label

14.07.2010 – (lid) – Bündner Käseproduzenten haben Einsprache gegen das AOC-Gesuch der Organisation Bündner Bergkäse angekündigt. Die Organisation Bündner Bergkäse hatte ein Gesuch eingereicht, um die Marke Bündner Bergkäse mit dem AOC-Label zu schützen. Die Mehrheit der Bündner Käser erfüllen aber das AOC-Pflichtenheft nicht, schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Insbesondere das Kriterium des Silofutter-Verbots stellt ein Problem für die Käsereien dar. Die Käseproduzenten fürchten bei einer Gutheissung des Gesuches, dass sie ihre Produkte teilweise umbenennen müssten. Bedroht wären dann etablierte Marken wie der Davoser oder Savogniner Bergkäse.

USA: Bio-Fast-Food-Kette ist in Planung

13.07.2010 – (lid) – Zwei ehemalige Manager von McDonald’s wollen in den USA eine Fast-Food-Kette mit ökologischem Flair gründen. Die neue Kette soll sich neben den gesünderen Speisen auch durch die Gestaltung der Lokalitäten von der Konkurrenz abheben. So seien Kräutergärten auf den Dächern, Parkplätze auf dem Rasen, frische Blumen auf den Tischen sowie biologisch abbaubares Besteck geplant, schreibt das US-Magazin Advertising Age. Die Eröffnung der ersten Filiale ist auf Anfang 2011 geplant. Als Ziel werden 250 Filialen bis ins Jahr 2016 angegeben. Mike Donahue, einer der Gründer, relativiert dieses Ziel allerdings: Das einzig handfeste Ziel sei zurzeit die Errichtung einer Filiale, um abzuklären, wie das Konzept am besten funktioniere.

Urwald: Erhalt der Artenvielfalt bringt wirtschaftliche Vorteile

London/Berlin (pte/13.07.2010/13:55) – Etwa die Hälfte aller europäischen und US-amerikanischen Konsumenten lehnt Produkte von Unternehmen ab, die den Artenschutz ignorieren. Nach dem aktuellen Report “The Economics of Ecosystems and Biodiversity” (TEEB) http://www.teebweb.org können Unternehmen daher eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Verlust der Artenvielfalt spielen.

Doch auch seitens der führenden Wirtschaftsbosse gibt es klare Ansagen. Einer Umfrage des weltweit agierenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) http://www.pwc.de zufolge ist in manchen Regionen mehr als die Hälfte der CEOs der Meinung, dass der Artenverlust große Nachteile für die Wachstumschancen der Unternehmen darstellt. “Mit der Veröffentlichung des Reports heute, Dienstag, in London, wird sich die Prozentzahl noch weiter erhöhen”, so Kristina Jahn, PwC-Expertin für das Thema Biodiversität, gegenüber pressetext.

“Bei einer Umfrage unter CEOs im Vorfeld des Wirtschaftsgipfels in Davos im Jänner 2010 schätzten 27 Prozent der 1.200 befragten Unternehmenslenker den Rückgang der Artenvielfalt als Risiko für das Wachstum ihres Unternehmens ein”, erklärt Jahn. “Doch seither hat sich ersten Schätzungen zufolge vieles geändert und die Zahl ist weiter angestiegen.” Im TEEB-Bericht wird beispielsweise deutlich, dass die Nachfrage nach zertifizierten Waren stark angestiegen ist.

Jahn sieht darin positive Signale. “Die Ölkatastrophe im Golf ist in dieser Bilanz noch nicht miteinbezogen. Diese wird nochmals zu einem Umdenken führen”, zeigt sich Jahn überzeugt. “Vielen Entscheidungsträgern in Unternehmen ist sehr schnell klar geworden, dass der Verlust der Artenvielfalt sehr rasch vor sich geht – wesentlich schneller als etwa die Auswirkungen der Klimaerwärmung.”

“Die volkswirtschaftlichen Verluste aus dem Verlust Rückgang der Artenvielfalt liegen nach Schätzungen der TEEB-Studie zwischen zwei und viereinhalb Billionen US-Dollar jährlich”, erklärt Jahn. “Kluge Unternehmer verstehen, dass Biodiversität und Ökosystem-Dienstleistungen, wenn sie in der Wertschöpfung integriert sind, einerseits Kosten einsparen und andererseits neue Einnahmen generieren”, meint Joshua Bishop, Chef-Ökonom der Artenschutzkonvention IUCN und Koordinator des aktuellen TEEB-Reports.

Ehemalige Umweltsünder wie etwa das Bergbauunternehmen Rio Tinto, das in der Vergangenheit für zahlreiche Umweltschäden einen schlechten Ruf genoss, hat mit einem “Net Positive Impact”-Programm ein Bekenntnis zur Artenvielfalt abgelegt. In diesem Programm wird in einigen Gebieten der Abbau von Bodenschätzen ausgesetzt. Zudem gibt es ein Renaturierungsprogramme für Regionen, in denen der Bergbau Schäden verursacht hat.

Forscher stehen Berechnungen zum ökonomischen Wert der Biodiversität häufig kritisch gegenüber, da sie eine solche Hochrechnung als problematisch erachten. “Solche Berechnungen des ökonomischen Wertes von komplexen Ökosystemen sind wohl aus der Schwierigkeit entstanden, Entscheidungsträgern in der Politik den ökologischen Wert eines Ökosystems zu vermitteln”, meint der Korallenexperte Christian Wild, Leiter der Coral Reef Ecology Arbeitsgruppe am GeoBio-Center München http://www.palmuc.de/core.