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KURZNEWS 3.August 2010

Klonmilch und -fleisch / Streit um Schächtfleisch / Markenstreit um Budweiser Bier / Nestlé steigt ins Geschäft mit klinischer Ernährung ein / Von Mühlenen gewinnt Auszeichnung "bester Schweizer Käse" / Warum Äpfel so gesund sind / Danone steigert Umsatz

von Foodaktuell Importer

EU-Kommission sieht keine Gefahr durch Klonmilch und -fleisch

03.08.2010 – (lid) – Die EU-Kommission erklärte die Milch und das Fleisch der Nachkommen von Klontieren für ungefährlich.Eine andere Position vertritt die britische Lebensmittelbehörde (FSA): Sie sieht in der Milch von Nachkommen geklonter Tiere ein neuartiges Lebensmittel und fordert deshalb eine gesonderte Zulassung, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Zurzeit existiert auf europäischer Ebene keine solche Regel. Verboten sind lediglich die Produkte von geklonten Tieren, nicht aber diejenigen von deren Nachkommen. Das EU-Parlament fordert, dieses Verbot auch auf die Nachkommen auszuweiten, weil ethische und gesundheitliche Bedenken vorlägen.

Bundesverwaltungsgericht entscheidet in Schächtfleischstreit

02.08.2010 – (lid) – Das Bundesverwaltungsgericht hat einem jüdischen Fleischimporteur recht gegeben, der gegen die Vergabe von Schächtfleischkontingenten an eine muslimische Grossmetzgerei Beschwerde eingereicht hatte. In der Schweiz ist laut Tierschutzgesetz die Produktion von Schächtfleisch verboten. Die Einfuhr ist erlaubt, aber streng kontingentiert. Jüdische und muslimische Importeure können Kontingente ersteigern, wenn sie Geschäftsbeziehungen zu Verkäufern von koscherem respektive Halal-Fleisch nachweisen.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hatte 2008 den Importeuren mitgeteilt, dass sie für beide Fleischarten kontingentsberechtigt seien, sofern sie den Nachweis für eine der beiden Arten erbringen. Daraufhin erhielt eine muslimische Grossmetzgerei den Zuschlag für einen Posten koscheren Fleisches, wie die Nachrichteagentur SDA schreibt. Dagegen erhob der jüdische Importeur Einspruch, weil er befürchtete, dass das Fleisch als Halal-Fleisch abgesetzt wird. Das Bundesverwaltungsgericht hiess diese Beschwerde nun gut, womit künftig für jede Fleischsorte ein einzelner Nachweis erforderlich ist. Das Urteil kann noch vor Bundesgericht angefochten werden.

Anheuser-Busch unterliegt im Markenstreit um Budweiser

02.08.2010 – (lid) – Die Marke Budweiser darf auch in Zukunft nur von der tschechischen Brauerei Budějovický Budvar verwendet werden. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied in letzter Instanz gegen den US-belgischen Getränkekonzern Anheuser-Busch. Anheuser-Busch hatte 1996 die Eintragung der Marke Budweiser als Gemeinschaftsmarke für Bier und weitere Getränke beantragt, wie Agra-Europe schreibt.

Budějovický Budvar hatte dagegen Einspruch eingelegt und bereits in erster Instanz recht erhalten. Anheuser-Busch darf demzufolge weiterhin keine Getränke unter dem Namen Budweiser vermarkten, weil die älteren Markenrechte bei der tschechischen Brauerei liegen. Zeitweise war es Anheuser-Busch sogar untersagt gewesen, Bier unter dem Namen “Bud” zu verkaufen, weil nach Ansicht der deutschen Brauerei Bitburger zu grosse Ähnlichkeit zu “Bit”, dem Markenkürzel von Bitburger Bier, bestand. Bitburger unterlag jedoch 2006 vor Gericht in diesem Markenstreit.

Bündner Bauern gewinnen Preis für innovative Berglandwirtschaft

02.08.2010 – (lid) – Für ihre gemeinsame Produktion und Vermarktung von Schaf- und Ziegenmilch haben drei Unterengadiner Familien eine Auszeichnung für innovative Berglandwirtschaft erhalten. Zum dritten Mal hatte am 2. August die Interessengemeinschaft für Schweizer Bergprodukte ihren von der Migros gesponserten Preis vergeben. Dieses Jahr geht er nach Tschlin: Dort haben zwei Familien einen gemeinsamen Stall errichtet, wo sie Schaf- und Ziegenmilch produzieren. Eine dritte Familie verarbeitet die Milch zu Käse und Molkereiprodukten, welche unter den Labels „Bun Tschlin“ und „Alpina Vera“ vermarket werden.

Der Unternehmergeist sei beeindruckend, schreibt die IG Schweizer Bergprodukte in einer Medienmitteilung. Mit dem Preis wolle man die Eigeninitiative und Kooperation der drei Familien honorieren, die Aussergewöhnliches zustande gebracht hätten. In der Interessengruppe Schweizer Bergprodukte sind Firmen und Organisationen vertreten, die sich für die Vermarktung von Produkten aus dem Schweizer Berggebiet einsetzten. Gegründet wurde sie vor sechs Jahren. Präsident ist SVP-Nationalrat Toni Brunner.

Nestlé steigt ins Geschäft mit klinischer Ernährung ein

02.08.2010 – (lid) – Nestlé übernimmt die englische Firma Vitaflo. Diese produziert Nahrungsmittel für Personen, die an vererbten Stoffwechselkrankheiten leiden.
Die Akquisition der in Liverpool ansässigen Vitaflo erlaube es, im schnell wachsenden Markt für klinische Ernährung Fuss zu fassen, schreibt Nestlé am 2. August in einer Medienmitteilung. Wachsend sei der Markt, weil immer bessere Diagnoseverfahren immer mehr Fälle aufdecken würden. Zudem zeigten Fortschritte in der Wissenschaft die Vorzüge klinischer Ernährung als Bestandteil der Behandlung auf.

Auf 2‘500 bis 50‘000 Geburten komme eine Person, die an vererbter Stoffwechselkrankheit leidet. Vitaflo hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Nahrungsmitteln spezialisiert, die sich für diese Personengruppe eignen. In den letzten drei Jahren wies Vitaflo ein Wachstum von rund 30 Prozent auf und erwirtschaftete einen durchschnittlichen Umsatz von 40 Millionen Schweizer Franken.

Eigenes Rapsöl pressen lassen

02.08.2010 – (lid) – Liebhaber von Rapsöl können neu ihr eigenes Öl per Internet bestellen und pressen lassen. Möglich macht dies die Pflanzenoel.ch AG. Bisher hatte Markus Deppeler von der Ölmühle am Hardhof in Tegerfeld vor allem Raps für den Eigenbedarf von Landwirten gepresst. Neu macht er dies auch für Privatpersonen. Und das geht so: „Statt bei uns eine kleine Flasche Rapsöl zu kaufen, können nun auch Privatpersonen 15 oder 30 Liter Rapsöl abgefüllt in 5-Liter-Bag-in-Boxes bestellen.

Das bestellte Öl wird von unseren Rapssamen erst auf Bestellung gepresst und im Namen des Kunden gelabelt“, erklärt Deppeler gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Kunden können ihr Öl, dessen Herstellzeit zwischen vier und sechs Wochen beträgt, online bestellen. Zwar seien seine Produkte, die aus regional angebautem Raps gemacht werden, teurer als im Supermarkt. Gemessen an der Qualität von Raps und dem schonenden Kaltpressen seien die 16 Franken pro Liter äusserst billig, sagt Deppeler.

Migros lanciert neue Premium-Linie

30.07.2010 – (lid) – Die Migros lanciert unter dem Namen Migros Premium eine neue Produktlinie, die für hochwertige Qualität zu gutem Preis stehen soll. Mit Migros Premium werden Produkte aus dem bisherigen Kernangebot der Migros einen neuen Look erhalten, schreibt die Migros in einer Medienmitteilung. Damit wird die Verpackungsvielfalt der Migros weiter verkleinert, was bessere Übersicht und Transparenz schaffen soll. Aktuell sind rund 20 Artikel im Premium-Look erhältlich, bis zum Ende der Umstellung 2011 sollen es 350 Artikel sein.

Die Preise der Produkte ändern sich nach der Umstellung nicht. Laut Monika Weibel, Mediensprecherin der Migros, handelt es sich bei Migros Premium-Artikeln in erster Linie um hochwertige, industriell hergestellte Produkte. Im Gegensatz dazu stammten die Produkte aus der bestehenden Gourmet-Linie Migros Sélection hauptsächlich von externen, meist kleineren Betrieben und würden oft in Handarbeit hergestellt.

Von Mühlenen gewinnt Auszeichnung “bester Schweizer Käse”

Der Käse “Le Gruyère Premier Cru” von Walo von
Mühlenen hat am internationalen Käsewettbewerb vom 27./28. Juli 2010
in Nantwich (Cheshire, England) Gold gewonnen und die Auszeichnung
“bester Schweizer Käse” erhalten. “Le Gruyère Premier Cru” wurde
bereits im vergangenen Jahr 2009 zum besten ausländischen Käse
gekürt.

Der erneute Erfolg bestätigt die Erstklassigkeit des Gruyère
Premier Cru aus dem Hause von Mühlenen. Damit ist von Mühlenen der einzige Käsehersteller, der in Nantwich zweimal die Auszeichnung “bester ausländischer Käse” und “bester
Schweizer Käse” gewonnen hat. Im Ganzen nahmen über 3’000 Käsesorten
aus 24 Ländern teil. Die folgenden Käse wurden in der Klasse DP 201 “bester Schweizer
Käse” ausgezeichnet:

Gold: Le Gruyère Premier Cru, hergestellt in der Käserei Struss,
von Franz Jungo, 14 Monate gereift (von Mühlenen)

Silber: Le Gruyère Premier Cru, hergestellt in der Käserei Lanthen
von Markus Sturny, 14 Monate gereift (von Mühlenen)

Bronze: Le Gruyère Kaltbach hergestellt von Emmi

Der Internationale Käsewettbewerb in Nantwich besteht seit 1897
und ist damit einer der traditionsreichsten Käseevents der Welt. Es
ist das traditionelle “Sommerpicknick” der englischen Käseindustrie,
welches alljährlich während zwei Tagen im Juli auf einer grünen Wiese
in der Nähe des Städtchens Nantwich stattfindet. Der Anlass ist mit
über 30’000 Besuchern sehr populär.

Mit dieser Auszeichnung hat die Familie von Mühlenen nach dem
Weltmeister Titel am World Cheese Award 1992, 2002, 2005, dem
Weltmeistertitel 2006 in Wisconsin USA, erneut für den Schweizer Käse
einen grossen Erfolg erzielt. Von Mühlenen widmet sich seit vier
Generationen den traditionellen Rohmilchkäsen aus der Schweiz und
vertreibt diese mit einem eigenen Vertriebsnetz in der ganzen Welt. (29.7.2010 von Mühlenen AG)

Warum Äpfel so gesund sind

Pflanzenstoffe in Äpfeln reparieren geschädigte Darmzellschichten: Die Zellen schmiegen sich wieder dicht aneinander und die Zellzwischenräume schliessen sich. So passieren schädliche Stoffe die Darmwand nicht und gelangen nicht ins Blut. Ausserdem hemmen die Apfelinhaltsstoffe Entzündungen und verringern oxidativen Stress. Welche Substanzen schützen und wirken, berichten die „Nachrichten aus der Chemie“.

Polyphenole in Äpfeln fangen in menschlichen Zellen Radikale ab und beeinflussen Signalkaskaden. Die Apfelinhaltsstoffe mobilisieren ausserdem Enzyme, beispielsweise solche, die für Entgiftungen zuständig sind. Zudem bildet der Körper mit den Pflanzenstoffen weniger der Botenstoffe, die Entzündungen auslösen.

Um herauszufinden, wie genau die Substanzen aus Äpfeln wirken, reicht es nicht, die Polyphenole so zu untersuchen, wie sie in den Früchten vorliegen. Wichtig ist, wo und wie der menschliche Körper die Stoffe aufnimmt und verarbeitet. Dabei ist eine Ussing-Kammer hilfreich, die den Verdauungstrakt simuliert: Einzelne Schichten von Darmzellen zeigen darin, welche und wie viele Stoffe hindurch gelangen.

Polyphenole finden sich nicht nur in Äpfeln, sondern auch in anderen Obst- und Gemüsesorten, beispielsweise in Zwiebeln und Heidelbeeren. Beim Klären von Fruchtsäften gehen sie teilweise verloren – naturtrüber Apfelsaft enthält also mehr Polyphenole als klarer Apfelsaft. Wo ein Apfel wächst, ist für den Polyphenolgehalt nicht bedeutsam; der Reifezeitpunkt, zu dem ein Apfel geerntet wird, kann jedoch den Gehalt beeinflussen.

Die Lebensmittelchemikerin Elke Richling gibt einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zu den Polyphenolen. Ihr Artikel erschien in der Märzausgabe der „Nachrichten aus der Chemie“. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den „Nachrichten aus der Chemie” über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der grosse Stellenmarkt. (GDCH 29. Juli 2010)

Danone steigert Umsatz und Gewinn

27.07.2010 – (lid) – Der französische Nestlé-Rivale Danone konnte seinen operativen Gewinn in der ersten Jahreshälfte 2010 um zwei Prozent auf 1,28 Mrd. Euro (1,72 Mrd. Franken) steigern. Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 8,36 Mrd. Euro (11,28 Mrd. Fr.), wie Danone am 27. Juli mitteilte. Zulegen konnte der französische Konzern vor allem in Schwellenländern. Zusätzlich half Danone die Erholung von Währungen wie dem russischen Rubel, dem mexikanischen Peso und dem brasilianischen Real.

Analysten hatten dem Lebensmittelkonzern bei beiden Kennziffern weniger zugetraut. Danone hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Auf vergleichbarer Basis sollen die Erlöse um mindestens sechs Prozent wachsen. Zuvor hatte die Messlatte bei mindestens 5 Prozent gelegen.Allerdings schmälere die Wirtschaftskrise weiter die Nachfrage in Europa.

Erste Biogas-Anlage im Tessin

27.07.2010 – (lid) – Die BKW-Tochter sol-E Suisse AG baut die erste Biogas-Anlage im Tessin. Die Anlage wird zurzeit in Cadenazzo zusammen mit einem Bauernbetrieb und einem Gemüseproduzenten erstellt. Die Kosten der “Biogas Piano di Magadino” belaufen sich auf 3,3 Millionen Franken, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Pro Jahr soll die Anlage 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, was dem Bedarf von 400 Haushalten entspricht. Die Jahresproduktion an Wärme wird 1,3 Millionen Kilowattstunden betragen. Insgesamt sollen so jährlich 1’500 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.