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Diese Projektarbeiten fielen auf

Während der Fachschule 1 und 2 haben die Absolventen je eine Projekt­arbeit zu verfassen. Die meisten Projektvorschläge wurden in diesem Jahr von Betrieben aus der Praxis eingereicht.

von Alimenta Import

Die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften für die Milch verarbeitende Branche ist die Hauptaufgabe des Berufsbildungszentrums Natur und Ernährung (BBZN) Milchwirtschaft in Sursee. Im Rahmen ihrer Ausbildung zum Milchtechnologen mit eidg. Fachausweis oder Diplom führen die Absolventen eine Projektarbeit mit Schwergewicht Technologie (Fachschule 1) oder Betriebswirtschaft (Fachschule 2) durch. Dabei stiessen einige Arbeiten auf spezielles Interesse.

Alkoholgewinnung durch Molkeverhefung
Mit der Projektarbeit wurde abgeklärt, welche Herausforderungen sich für einen gewerbli­chen Milchverarbeitungsbetrieb ergeben, wenn Alkohol aus Molke hergestellt wird. Die Arbeit zeigte, dass sich aus finanziellen Gründen die Produktion von Industrie­al­kohol nicht rechnen würde, sondern ein qualitativ hochwertiger Branntwein erzeugt werden müsste. Die Praxisversuche, die von der Distillerie ­Diwisa in Willisau unterstützt wurden, haben ergeben, dass der Geschmack des Produkts unbefriedigend ist.

Sauermilchgetränk mit Baobabzusatz
Baobab wird aus der Frucht des Affenbrotbaums gewonnen. Es hat einen leicht säuerlichen Geschmack, ein schwaches, typisches Aroma und enthält einen hohen Anteil an Nahrungsfasern, weshalb die Kombination mit einem probiotischen Sauermilchprodukt aus ernährungsphysiologischer Sicht sinnvoll sein kann. Von der Firma Impag, Zürich, wurde die benötigte Menge an Baobabpulver bezogen. Im Rahmen der Projektarbeit wurde ein Sauermilchprodukt mit Lactobacillus acidophilus hergestellt und abgeklärt, ob Baobab mit Birnen- und Cranberry-Grundstoff harmoniert. Die sensorischen Tests zeigten jedoch, dass sich das Baobabaroma bei den getes­teten Grundstoffen nicht entfalten kann.

Mehr Effizienz für eine Joghurtabfülllinie
In einem grösseren Milchverarbeitungsbetrieb wurden die Kostenstrukturen der verschiedenen Produktionslinien miteinander verglichen. Dabei konnten grosse Unterschie­de festgestellt werden, vor allem der Zeitverlust durch Pausen, Reinigung und Spülen oder Maschinenstörungen war bei einigen Linien hoch. Die Linien wurden durch die Projektgruppe untersucht mit dem Ziel, die Kosten um 5 bis 10% zu reduzieren.
Die Untersuchungen zeigten, dass die Stillstandszeiten durch folgende Massnahmen reduziert werden könnten:
¦ Installation eines Palettierers mit einer Einsparung von 1,5 Arbeitskräften;
¦ Reduktion der Stillstandszeiten während der Pausen;
¦ Kürzen der Spülzeiten der Grundstoffmisch­anlage;
¦ Intensivierung der Mitarbeiterschulung, da ein grosser Teil der Stillstandszeiten auf kleine Fehler zurückzuführen ist.
Die Projektgruppe errechnete, dass durch die von ihr vorgeschlagenen Massnahmen ein Einsparungspotenzial von 38?000 Franken ent­stünde, die Investition in eine vollauto­matische Palettieranlage wäre in einem Jahr ­finanziert.
*?Der Autor ist Prorektor am BBZN Milchwirtschaft in Sursee LU.