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KURZNEWS 10. August 2010

Coop und Migros verzichten auf Azofarbstoffe / Migros ruft Annas Best-Produkte zurück / Kaffee-Ursprungsland Äthiopien verbessert Kaffee-Qualität / Kraft Foods erwirtschaftet mehr Gewinn / Keine Gefährdung durch Sauerstoff-Schutzgas in verpacktem Fleis

von Foodaktuell Importer

Coop und Migros verzichten auf Azofarbstoffe

Süsswaren mit Farbstoffen, die bei Kindern möglicherweise zu Hyperaktivität führen können, verschwinden aus den Regalen von Coop und Migros. Die Grossverteiler ziehen Produkte mit umstrittenen künstlichen Farbstoffe freiwillig zurück. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält derartige Massnahmen zwar nicht für notwendig. Es entschied anders als die EU, die seit dem 20. Juli Produkte mit künstlichen Azofarbstoffen oder Chinolingelb mit dem Warnhinweis «Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen» versieht.

Das BAG begründet seinen Standpunkt damit, dass die europäische Lebensmittelbehörde – im Gegensatz zu britischen Forschern – keinen Zusammenhang zwischen künstlichen Farbstoffen und der Hyperaktivität von Kindern feststellen konnte. Auf Grund der fehlenden wissenschaftlichen Gewissheit könne ein solcher Hinweis in der Schweiz nicht eingeführt werden. Dennoch reagieren die beiden Grossverteiler.

Die Migros verabschiedet sich bis ins Jahr 2012 schrittweise von Produkten, die diese Farbstoffe enthalten, sagte am Montag die Sprecherin Martina Bosshard. Sie bestätigte einen entsprechenden Bericht des Westschweizer Radios RSR. Auch Coop verzichtet bei Eigenmarken auf künstliche Farbstoffe. Laut Sprecher Nicolas Schmied ist dies bereits bei 98 Prozent der eigenen Produkte der Fall. Den Zulieferern anderer Markenprodukte empfiehlt Coop auf künstliche Farbstoffe zu verzichten.

Den Stein ins Rollen gebracht hatten Schweizer Konsumentenschützer. Für sie wäre ein Verbot künstlicher Farbstoffe sinnvoll. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb synthetische Farbstoffe eingesetzt würden, solange sie in Verdacht stünden, die Gesundheit zu beeinträchtigen«, sagte im Juli Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. Die Hersteller könnten auf natürliche Farbstoffe umsteigen.

Die Konsumentenorganisationen empfehlen, beim Einkaufen auf die Zutaten zu achten. Azofarbstoffe seien an den Nummern E102, E110, E122, E124, E129 zu erkennen. Chinolingelb, das kein Azofarbstoff ist, aber im Verdacht steht, Allergien auszulösen und bei Kindern Hyperaktivität zu fördern, trägt die Nummer E104. (sda 10. August 2010)

Migros ruft Annas Best-Produkte zurück wegen Gefahr für Allergiker

Die Migros ruft die Produkte India Paneer Mutter (Indisches
Reisgericht mit Frischkäse und grünen Erbsen) und India Madras Fish
Curry with Cocos Rice (Reisgericht mit Fisch an Kokos-Currysauce)
zurück wegen Gefahr für Fisch- und Senfallergiker. In der Produktion wurden bei einer kleinen Charge die Verpackungen verwechselt.

Das Produkt India Paneer Mutter kann die Allergene Fisch und Senf
enthalten. Personen, die auf diese Inhaltsstoffe allergisch
reagieren, dürfen Produkte der folgenden Charge auf keinen Fall
konsumieren: India Paneer Mutter with Basmati Rice von Anna’s Best, Artikelnummer
1305108, Preis 6.80 Franken. Betroffen sind die Produkte mit diesen
Daten auf der Etikette: Zu verkaufen bis: 14.09.2010. Zu verbrauchen
bis: L26.9.2010.

Das Produkt India Madras Fish Curry with Cocos Rice der folgenden
Charge enthält Frischkäse statt Fisch: India Madras Fish Curry with Cocos Rice von Anna’s Best,
Artikelnummer 1305109, Preis 7.50 Franken. Betroffen sind die
Produkte mit diesen Daten auf der Etikette: Zu verkaufen bis:
14.09.2010. Zu verbrauchen bis: L26.9.2010.

Für Menschen, die keine Allergien haben, besteht keine Gefahr: Die
Produkte sind qualitativ einwandfrei. Betroffene Kunden können die
Gerichte gegen Rückerstattung des Verkaufspreises in die
Migros-Filialen zurückbringen. (MGB 10. August 2010)

Schweizer Zwetschgen sind reif

Die Haupternte der Schweizer Zwetschgen hat begonnen. Die Obstproduzenten
erwarten eine durchschnittliche Ernte von 3100 Tonnen Tafelzwetschgen (ohne
Direktverkauf). Die Haupternte dauert bis Ende September. Neue Sorten mit grossen, saftigen Früchten wie Tegera, Cacaks Schöne, Felsina, Hanita
oder Elena werden bei den Konsumenten immer beliebter. Jede Sorte wird zu
unterschiedlichen Zeitpunkten reif und lässt so die Ernte staffeln, welche sich mittlerweile
von Ende Juli bis Anfang Oktober erstreckt.

In diesem Jahr tritt bei der Hauptsorte Cacaks Schöne verstärkt die natürliche Berostung der
Fruchthaut auf. Die Berostung stellt jedoch keine Qualitätseinbusse der Früchte dar, sondern
es handelt sich lediglich um ein optisches Merkmal.
Zwetschgen wachsen in praktisch allen Gebieten der Schweiz, also direkt vor der Haustür
der Konsumenten. Allerdings wird je ein Drittel der Mege in der Nordwest- und in der
Ostschweiz geerntet.

Pro Jahr essen die Schweizer durchschnittlich etwa 1 Kilogramm der energiearmen Frucht.
Zwetschgen enthalten viel Fruchtzucker, sind sehr bekömmlich und eignen sich, nebst dem
Frischkonsum, hervorragend zum Dörren, für Kuchen oder Kompott. Neben Mineralstoffen
und organischen Säuren liefert die Zwetschge auch die Vitamine B, C und E.

Mit dem Start der Zwetschgensaison ist die inländische Kirschenernte zu Ende gegangen.
Nach der Grossernte im Vorjahr mit über 2200 Tonnen ist die diesjährige Tafelkirschenernte
mit rund 1950 Tonnen erneut überdurchschnittlich ausgefallen (Ø 05-09: 1800t). Erfreulich
war die Ernte insbesondere in den beiden Kategorien Extra (grosse Früchte) und Premium
(sehr grosse Früchte), deren Früchte vorwiegend aus modernen Anlagen stammen. Sie
machen mittlerweile über zwei Drittel der Tafelware aus.

Dem langjährigen Trend
entsprechend rückläufig blieben die Tafelkirschenmengen der früheren Standardklasse 1.
Unterdurchschnittlich ist die Ernte auch bei den Konservenkirschen ausgefallen.
Die letzten Brennkirschen werden geerntet. Die prognostizierte durchschnittliche Ernte von
3000 Tonnen wird voraussichtlich nicht erreicht. (SOV 9.8.2010)

Kaffee-Ursprungsland Äthiopien verbessert Kaffee-Qualität

09.08.2010 – (lid) – Äthiopien will mehr und besseren Kaffee anbauen. Der Landwirtschaftsminister plant mithilfe von Staatsfarmen die Produktion zu erhöhen und forderte die Pflanzer auf, bessere Qualität zu liefern. Äthiopien wird als Ursprungsland des Kaffees bezeichnet. Nach einer 1671 zu Papier gebrachten Legende soll einst Hirten aus der Region Kaffa aufgefallen sein, dass ein Teil einer Ziegenherde, die von einem Strauch mit weissen Blüten und roten Früchten gefressen hatte, bis in die Nacht hinein munter umhersprang, während die anderen Tiere müde waren.

Heute bauen rund 15 Millionen Kleinbauern im bewaldeten Hochland im Westen Äthiopiens Kaffee an. Rund 530 Millionen US Dollar bringt der Kaffeexport pro Jahr ins Land. Das sind 60 Prozent des gesamten Exportvolumens. Damit ist Äthiopien der grösste Kaffeexporteur Afrikas. Weitere Exportprodukte sind Schnittblumen, Gemüse und Früchte, Leder, Sesam und die Droge Khat.

An einem Workshop vom 6. August 2010 in Addis Abeba sagte Landwirtschaftminister Abera Deressa gegenüber Kaffeepflanzern, dass sie die Qualität verbessern müssen, wenn sie mehr Erfolg haben wollen. Neben den Kleinbauern gibt es rund 136 Plantagen, die von rund 37 Investoren finanziert werden, diese bewirtschaften 35‘000 Hektaren. Die Regierung unternimmt nun Anstrengungen mithilfe von staatlichen Plantagen auf weiteren 21‘000 Hektaren Kaffee anzubauen, wie die Tageszeitung „The Ethiopian Herald“ berichtete. Diese Staatsfarmen sollen zum Teil durch private Investoren finanziert werden.

BUMANN schaut wieder unter Pfannendeckel

Im vergangenen Herbst blickte der Spitzenkoch Daniel Bumann zum ersten Mal für 3+ hinter die Kulissen von Schweizer Gastronomie-Betrieben. Am Mittwoch, 25. August um 21.55 Uhr kehrt der geradlinige Walliser zurück in die Küchen der Schweiz und auf den TV-Bildschirm. Direkt im Anschluss an BAUER, LEDIG, SUCHT… heisst es dann wieder „Turbo, Turbo, Turbo“ auf 3+.

In der zweiten Staffel BUMANN DER RESTAURANTTESTER betreut der ehemalige Koch-Weltmeister und Olympiasieger erneut Gastro-Betriebe in der Schweiz und versucht ihnen kulinarisch, betriebswirtschaftlich aber auch zwischenmenschlich auf die Sprünge zu helfen. In der ersten Sendung scheint die Suppe im Restaurant Zur Alten Post in Langenthal (BE) allerdings so richtig versalzen zu sein. Chefin Heidi kann ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen und diese würden sie am liebsten auf den Mond schiessen. Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt.

Ob es Daniel Bumann gelingt die verzweifelte Chefin wach zu rütteln und wieder mehr Gäste nach Langenthal zu locken, sehen die TV-Zuschauer am 25. August 2010 beim jungen Schweizer Fernsehen. In der zweiten Folge steht der Safrankönig der Schweiz dem Gasthaus Krone in Rekingen (AG) mit Rat und Tat bei. Das Restaurant des ehemaligen Piloten René und seiner Frau Esther befindet sich im Sturzflug. Die Gäste erwartet Tiefkühlessen und eine heruntergekommen Gartenterrasse. Das Wirtspaar denkt bereits ans aufhören, aber vielleicht schafft DER RESTAURANTTESTER doch noch eine sanfte Notlandung.

In der dritten Sendung macht sich der Wahl-Bündner auf ins Restaurant Zum Truben in Zollikon (ZH) und merkt sofort, dass den Betreibern die Motivation verloren gegangen ist. Denn eigentlich liegt das Restaurant an der Zürcher Goldküste inmitten prächtiger Herrschaftshäuser, Villen und viel kaufkräftiger Kundschaft. Daniel Bumann will die Leidenschaft und das Feuer für die Gastronomie der Betreiber wieder entfachen.

In Folge 4 blickt Bumann in die Kochtöpfe des Restaurants Hirschen im bernischen Seedorf (BE). Dort stellt DER RESTAURANTTESTER schnell fest, dass eigentlich vieles stimmt und doch bleiben die Gäste aus. Die Mahlzeiten sind hochwertig und die Lage über den Dächern von Seedorf könnte idyllischer nicht sein. Ausserdem liegt als weiterer Anziehungspunkt das historisch bedeutsame Kloster Frienisberg in unmittelbarer Nähe. Ob Daniel Bumann dieses komplexere Problem mit einer gross angekündigten Velotour lösen kann, sehen die TV-Zuschauer ab dem 25. August 2010 jeweils mittwochs nach BAUER, LEDIG, SUCHT… auf 3+. (3plus, 9. August 2010)

Kraft Foods erwirtschaftet mehr Gewinn

06.08.2010 – (lid) – Der Nahrungsmittelhersteller Kraft Foods hat im zweiten Quartal 2010 sowohl Umsatz als auch Gewinn steigern können. Der Nettogewinn lag mit 937 Millionen Dollar um 13 Prozent über dem Vorjahresergebnis desselben Quartals. Der Umsatz stieg gar um 25,3 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar. Das Umsatzplus entfiel mit 22,8 Prozent fast vollständig auf den Schokoladenhersteller Cadbury, welcher erst dieses Jahr von Kraft Foods übernommen worden war, wie Dow Jones Deutschland schreibt. Den Umsatz fürs gesamte Jahr schätzt Kraft Foods aber etwas tiefer ein als bei vorherigen Prognosen, weil in den USA zurzeit ein starker Preiskampf tobt.

Keine Gefährdung des Verbrauchers durch Sauerstoff-Schutzgas in verpacktem Fleisch

Abgepacktes Fleisch in Supermarkttheken trägt häufig den Hinweis „Unter Schutzatmosphäre verpackt“. Das bedeutet, dass den Verpackungen ein Gasgemisch mit einem teilweise hohen Sauerstoffanteil zugesetzt wird. Das Fleisch behält so deutlich länger seine rote Farbe, verändert aber seinen Geruch und Geschmack offenbar schneller als anderes Frischfleisch. Offenbar bilden sich aber in der sauerstoffangereicherten Atmosphäre mehr Cholesterinoxidationsprodukte (COP). Solche COP nehmen Verbraucher über alle cholesterinhaltigen Lebensmittel auf.

Ihre Wirkung im menschlichen Organismus ist nicht abschliessend geklärt. „Fest steht aber, dass die zusätzliche Menge an COP, die Verbraucher über Fleisch aus sauerstoffangereicherten Verpackungen aufnehmen, sehr gering ist. Ein gesundheitliches Risiko durch diese zusätzlichen Mengen an Cholesterinoxidationsprodukten besteht nach derzeitigen Erkenntnissen nicht“, sagt der Präsident des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

Cholesterin ist ein lebenswichtiger Fettbestandteil, der beim Menschen vielfältige Stoffwechselfunktionen erfüllt und in hohem Masse auch vom Körper selbst gebildet wird. Übermässige Zufuhr von Cholesterin über die Nahrung steht aber auch im Verdacht, das Risiko für Arterienverkalkung und damit verbundene Herz-Kreislauferkrankungen zu erhöhen. Cholesterin kommt in zahlreichen Lebensmitteln tierischer Herkunft vor.

Unter Sauerstoffeinwirkung oxidiert es, und es bilden sich Cholesterinoxidationsprodukte (COP). So wurde festgestellt, dass die Aufbewahrung von zuvor erhitztem Fleisch zu einer deutlichen Erhöhung bestimmter COP führt. Studien liefern Hinweise darauf, dass die Cholesterinoxidation unter erhöhter Sauerstoffkonzentration, wie sie bei den beschriebenen Schutzatmosphäre-Verpackungen vorliegt, beschleunigt wird. Die Wirkung von COP im menschlichen Organismus ist nicht abschliessend geklärt. Eine erste Einschätzung des BfR lässt aber den Schluss zu, dass die COP-Aufnahme von Verbrauchern durch unter Schutzatmosphäre verpacktes Frischfleisch nur unwesentlich erhöht wird.

Die Verpackung von Fleisch unter Schutzatmosphäre mit erhöhter Sauerstoffkonzentration dient dazu, die physikalischen Eigenschaften von Fleisch zu beeinflussen: Das Fleisch behält seine rote Farbe länger, was daran liegt, dass der Sauerstoff an den Muskelfarbstoff bindet. Gleichzeitig sorgt der erhöhte Sauerstoffanteil aber offenbar dafür, dass die Fleischqualität beeinflusst wird, da es schneller reift und damit auch schneller verderben kann, weil das Fett oxidiert und damit ranzig wird. Ein ranziger Geruch und Geschmack kann also früher eintreten als bei herkömmlich gelagertem Fleisch.

Der Begriff „Unter Schutzatmosphäre verpackt“ sagt nichts über die mikrobiologische Beschaffenheit des Fleisches aus, d. h. mit welchen Keimen es möglicherweise belastet sein kann. Verbraucher sollten bei der Zubereitung von Frischfleisch aus solchen Verpackungen grundsätzlich die gleichen Küchenhygieneregeln beachten wie sonst bei Fleisch auch.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen. (BfR 5.8.2010)

Schwacher Eierkonsum führt zu hohen Lagerbeständen

05.08.2010 – (lid) – Wegen der Hitzewelle im Juli hat der Eierkonsum in der Schweiz einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Die Lagerbestände überborden. Neben der Hitze hätten auch der schwache Euro und die sehr tiefen Importeierpreise zu den schlechten Verkäufen beigetragen, wie GalloSuisse in einer Medienmitteilung schreibt. Um den Markt etwas zu entlasten wurden ältere Herden früher geschlachtet und auch die um einen Monat vorgezogene Aufschlagsaktion soll bei der weiteren Marktsanierung helfen.

GalloSuisse fordert zudem einen Umstieg der Verarbeitungsindustrie auf Schweizer Eier, weil diese nun in genügender Anzahl vorhanden seien. GalloSuisse geht davon aus, dass in Zukunft wieder normale Produktionsvolumen vorhanden sein werden, weil die diesjährigen Kükenschlüpfe wieder etwas unter den hohen Zahlen vom Vorjahr liegen.