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Die Krux der Nachhaltigkeit

Ein Vollwertmenu nach allen Regeln der Kunst zusammenzustellen, ist nicht einfach. Denn Ökolabels alleine geben oft zu wenig Auskunft darüber, wie nachhaltig ein Produkt wirklich gewachsen ist und hergestellt wurde.

von Alimenta Import

Nachhaltigkeit ist seit 1996 im Verfassungs­artikel über die Landwirtschaft (Artikel 104) verankert. Seither sind verschiedene Labels zu diesem Thema entstanden.

Umweltlabels fördern den verantwor­tungs­vollen Umgang mit der Umwelt, von Konsumenten wie auch von Produzenten. So wird mit dem Label «Climatop» versucht, bei Konsumenten ein klimafreundliches Kauf­verhalten und bei Produzenten einen ökonomischen Wettstreit für eine Produktion mit weniger CO2-Emissionen zu fördern.

Werden soziale Aspekte betrachtet, ist das Label «Max Havelaar Fairtrade» in der Schweiz am bekanntesten. Es garantiert den Produzenten Mindestpreise, langfristige Han­dels­beziehungen, würdige Arbeitsbedingun­gen und steht auch für eine umweltschonende Produktion.
Mit Herkunftszeichen wie «Aus der Region. Für die Region» und «AOC» werden Produkte ausgelobt, welche aus regionalen Quellen stammen.

Umsetzbarkeit der Vollwerternährung
Ein wichtiges Ziel der Vollwerternährung ist die Sensibilisierung des allgemeinen Konsumverhaltens in Richtung der Nachhaltigkeit. Es soll ein sparsamer Umgang mit Ressourcen und eine Reduktion des Konsumspektrums gefördert werden. Dies impliziert auch ein vielfältigeres Angebot an entsprechenden Produkten der Landwirtschaft und der Lebensmittelwirtschaft sowie mehr Transparenz in der Kommunikation von bestehenden Labels.Kann die Informationsvermittlung für eine Vollwerternährung ausschliesslich über Produkte mit einem Label gewährleistet sein? Oder bilden diese Produkte vor allem eine Möglichkeit, sich ein gutes Gewissen zu kaufen?

Die Umsetzung benötigt neben entsprechendem Wissen eine aktive und verantwortungsvolle Auseinandersetzung des Konsumenten mit dem Thema. Welche Hürden sind dabei zu nehmen? Die Komplexität der verschiedenen Aspekte der Vollwerternährung stellt im Alltag eine grosse Herausforderung für den Konsumenten dar und tangiert diverse Bereiche: Die Mahlzeitenplanung, Einkaufsmöglichkeiten und Produktauswahl, Preis, Einkaufs- und Zubereitungszeit. Die vorhandene Labelvielfalt kann zu einem Verlust von Transparenz führen. Die Labels haben unterschiedliche Kriterien und berücksichtigen verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit.

Was ist erfüllt?
Im Projekt hat sich das Beurteilen des Vollwertmenüs anhand von einzelnen Kriterien der Nachhaltigkeit als zusätzliche Heraus­forderung dargestellt, da jedes Lebensmittel unter­schiedlich verarbeitet oder zubereitet wird. Es ist somit schwierig zu entscheiden, welche Aspekte erfüllt sind und welche nicht, was das Treffen einer nachvollziehbaren Kaufentscheidung erschwert.
Durch ein entsprechendes Engagement be­steht jedoch die Möglichkeit für jede Person, Teilaspekte des Konzeptes zu unterstützen. Schliesslich kann aber mit einem Lebens­mittel nicht die gesamte Ideologie der Vollwerternährung verfolgt werden.
Auszug aus einer Studentenarbeit an der ZHAW in Wädenswil im Rahmen des Mastermoduls «Global Food Policy».