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Vielfältiges Studium dank Modulen

Im Herbst schliessen die ersten Studierenden das Studium «Food Science and Management» an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft ab. Drei Absolventen äussern sich zum neu gestalteten Studiengang.

von Alimenta Import

Vor drei Jahren gestaltete die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft (SHL), Zollikofen, das Studium der Lebensmitteltechnologie völlig neu. Die Studierenden können seither zwischen drei verschiede­nen Vertiefungsrichtungen, den sogenannten Majors «Technology», «Food Business» und «Consumer Science and Marketing», wählen. Die ersten Studierenden haben ihr Studium nun abgeschlossen und erhalten am 24. September ihr Bachelor-Diplom der Lebens­mitteltechnologie. Die drei Diplomanden ­Regula Heiniger (Major Consumer Science and ­Marketing), Oliver Röthlisberger (Major Food Business) und Astrid Hengartner (Major Technology) berichten über ihre Erfahrungen mit dem neuen Studiengang und ihren Erwartungen für die Stellensuche.

Alimenta: Was haben Sie vor dem Bachelor Stu­dium für eine Ausbildung gemacht?
Regula Heiniger: Ich habe Drogistin gelernt.
Oliver Röthlisberger: Ich habe ursprünglich eine Berufslehre zum Forstwart gemacht.
Astrid Hengartner: Ich habe eine Lehre zur Konditor-Confiseurin absolviert.

Weshalb haben Sie sich für das Bachelor Studium Food Science and Management (FSM) an der SHL entschieden?
R.H.: Die Verbindung von Lebensmitteltechnologie und betriebswirtschaftlichen Fächern hat mich angesprochen. Der Schwerpunkt auf betriebswirtschaftliche Fächer kann ein grosser Vorteil sein, da diese Aspekte im Arbeits­leben immer wichtiger werden.
O.R.: Der Studiengang FSM hat mich durch die Möglichkeiten der Kombination von Le­bens­mitteltechnologie und Betriebswirtschaft überzeugt.
A.H.: Das Studium richtet sich auf den ge­samten Lebensmittelbereich aus. Der Schwerpunkt auf managementorientierten Fächern sprach mich zusätzlich an.

Was schätzen Sie besonders an diesem neuen Studiengang der SHL?
R.H.: Dass der Fokus auf Management-Fächer gelegt wird, da sich diese in der Praxis als nützlich erweisen werden. Durch den modularen Aufbau können je nach Belieben auch Fächer von anderen Vertiefungen gewählt werden.
O.R.: Die durch die drei Majors gegebene Vielseitigkeit. Sie führt dazu, dass die verschiedensten Aspekte der Lebensmittelbranche ins Studium einfliessen.
A.H.: Wir haben nicht nur von der Lebens­mittelherstellung eine Ahnung, sondern verstehen auch betriebswirtschaftliche Abläufe.

Weshalb haben Sie diese Vertiefungsrichtung ge­wählt?
R.H.: Ich interessierte mich stark für das ­Konsumentenverhalten und das dazugehörige Marketing. Die Vertiefung ist interdisziplinär und deckt alle wichtigen Bereiche ab.
O.R.: Ich habe den Major Food Business gewählt, weil ich überzeugt bin, dass ich damit etwas erlerne, das den Bedürfnissen möglicher Arbeitgeber gerecht wird.
A.H.: Für mich steht die Herstellung der Lebensmittel im Vordergrund. Bei der Entwicklung von Lebensmitteln ist meines Erachtens das Technologie-Knowhow relevant.

Was finden Sie am neuen Aufbau des Studiengangs besonders gut? Was würden Sie ändern?
R.H.: Ich schätze die drei Vertiefungsrichtungen. Der Modulkatalog ist sehr gehaltvoll. Bis anhin gab es Module, die sich zum Teil überschnitten haben. Eine Zusammenfassung der Fächer zu grösseren Modulen ist sinnvoll.
O.R.: Wie bereits erwähnt, ist es die Vielseitigkeit des Studiums, welche durch die drei Majors hervorgerufen wird.
A.H.: Aus drei Majors und zusätzlichen Minors wählen zu können, finde ich gut; ebenso Module aus anderen Majors besuchen zu können, um seine Kompetenzen abzurunden. Zurzeit werden im ersten Jahr zu viele Grundlagen gelehrt, die bereits vorausgesetzt werden dürften. Diese Zeit könnte für vertief­teres Wissen im Bereich Technologie genutzt werden.

Wie schätzen Sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit dieser Ausbildung ein?

R.H.: Ich schätze die Chancen als gut ein, da sowohl in produktionsbezogenen Bereichen als auch in Marketing, Qualität und Beschaffung Fähigkeiten vermittelt werden.
O.R.: Ich bin der Überzeugung, dass die Chancen sehr gut sind, weil wir durch die Kombina­tion von Betriebswirtschaft und Lebensmittel­technologie ein Bedürfnis der Lebensmittelbranche ansprechen.
A. H.: Ich erachte unsere Chancen als gut. Der Vergleich mit Abgängern anderer Hochschulen ist schwierig, doch ich gehe davon aus, dass es neben dem absolvierten Studium auch auf die Persönlichkeit und den gesamten Werdegang ankommt.

Was werden Sie nach dem Abschluss machen?
R.H.: Momentan bin ich temporär bei einem Logistikunternehmen angestellt und auf der Suche nach einer Stelle in einer internationalen Umgebung im Bereich Produkt-Management oder Rohstoffbeschaffung und Supply Chain Management. Zudem befasse ich mich mit dem Gedanken, im Ausland zu arbeiten.
O.R.: Ich werde bei Coop im Category Manage­ment als Sachbearbeiter tätig sein.
A.H.: Ich suche nach einer Stelle im Bereich Entwicklung. Am liebsten in der Süsswarenbranche, aber ich bin auch für andere Bereiche der Lebensmittelindustrie offen.

Was empfehlen Sie Leuten, die sich für ein Studium der Lebensmitteltechnologie interessieren?
R.H.: Personen, für welche kein Vorstudienpraktikum vorgeschrieben ist, empfehle ich bei mangelnder Praxiserfahrung trotzdem ein Praktikum zu absolvieren. Dies wird auch von zukünftigen Arbeitgebern geschätzt.
O.R.: Interesse ist ein Anfang, aber im End­effekt ist es die Faszination und die Begeisterung, die die Motivation und den Leistungswillen bereitstellt, ein solches Studium zu ­absolvieren. Schliesslich sind in keiner anderen Branche Kunst und Genuss so nah bei­einander und durch alle Sinne wahrnehmbar.
A.H.: Wichtig ist, die Voraussetzungen für das Studium abzuklären. Ein solides praktisches und schulisches Vorwissen ist im Studium eine grosse Hilfe. Interview: Evelyn Städler