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InterMeat 2010 im Rückblick

Die InterMopro, InterCool und InterMeat 2010, Internationale Fachmessen Molkereiprodukte, Tiefkühlkost, Fleisch und Wurst, sind am 15. September in Düsseldorf zu Ende gegangen. Das vielfältige Angebot der rund 760 Unternehmen aus 28 Ländern, die vom 12. bis 15. September 2010 ihre Produkte präsentierten, bot den Experten aus dem europäischen Foodhandel neue Impulse.

von Foodaktuell Importer

Das Foodmessen-Trio InterMopro, InterCool und InterMeat 2010 gab wichtige Impulse in stürmischen Zeiten. Bild: Die deutsche Fleischwarenfirma Zimbo gehört zur Bell-Gruppe.

Rund 33.000 Fachbesucher (inklusive der Synergiebesucher der parallel stattfindenden Gastronomiefachmesse hogatec) aus Deutschland und dem benachbarten Ausland kamen an den vier Messetagen nach Düsseldorf ans Foodmessen-Trio InterMopro, InterCool und InterMeat.

„Dass die Food-Messen in diesem Jahr einen Besucherrückgang verzeichnen müssen, ist sicherlich ein Wehrmutstropfen“, resümiert Hans Werner Reinhard, stellvertretender Geschäftsführer der Messe Düsseldorf. „Damit spiegelt die InterMopro, InterCool und InterMeat die aktuellen Entwicklungen einer Branche wider, die angesichts anhaltender Konzentrationsprozesse und eines sich erst langsam wieder aufhellenden Konsumklimas schwierige Zeiten durchlebt“, so Reinhard weiter und hebt positiv hervor: „Dennoch ergab unsere Besucherbefragung, dass die richtigen und namhaften Entscheider vor Ort waren.“

Top-Einkäufer, insbesondere aus dem Food-Einzel- und Grosshandel nutzten die Gelegenheit, auf den drei Spezialmessen neben den obligatorischen Neuheiten vor allem die Konzepte für bestehende und neue Trendsortimente zu hinterfragen. René Buitenhuis, Marketing und Vertriebsleiter der Firma Vandersterre aus den Niederlanden, begrüsste den klaren B2B Charakter in Düsseldorf: „Wir als mittelständisches geprägtes Unternehmen profitieren besonders von der InterMopro. Da alle für uns wichtigen Handelsunternehmen präsent waren, konnten wir gute und vor allem ausgiebige Gespräche führen.“

Josef Tillmann, Geschäftsführer von Tönnies, zeigte sich mit dem Messeverlauf der InterMeat ebenfalls sehr zufrieden: „Wir hatten alle hochkarätigen Einkäufer des internationalen Lebensmittelhandels auf unserem Stand. Für uns war es eine hervorragende Messe.“ Während sich Frisch & Frost aus Österreich bereits über konkrete Geschäftsabschlüsse auf der Messe, besonders aus den benachbarten Benelux Staaten freut. Dazu Exportleiter Hans Böttcher: „Für unser Unternehmen hat sich die Teilnahme an der InterCool wieder einmal gelohnt. Wir konnten unsere Auftragsbücher bis Mitte nächsten Jahres füllen.“

Bio, Wellness und Regionalprodukte im Trend

Die Einkäufer fragten vor allem Bio-, Wellness- und regionale Produkte nach. Das Thema Nachhaltigkeit, in diesem Jahr erstmals verbindendes Motto aller drei Fachmessen, bot reichlich Gesprächsstoff.

Dr. Sylvia Pfaff, Expertin beim Food Information Service (FIS) Europe, erläutert: „Der Handel muss auf ein deutlich verändertes Konsumenten-Verhalten reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Verbraucher werden immer kritischer und hinterfragen die Aussagen von Handel und Industrie. Sie wollen nicht nur gesunde Produkte essen, sondern auch wissen, wie die Tiere gehalten und Lebensmittel verarbeitet werden, unter welchen Bedingungen die Menschen arbeiten, die in Lebensmittelproduktion und -handel tätig sind und welche Konsequenzen die Produktionskette auf die Umwelt hat. Somit sind keine Imagekampagnen, sondern ein echtes Umdenken und vor allem die konkrete Umsetzung von Nachhaltigkeit gefragt.“

Dies untermauerte auch der hohe Zuspruch, den die eigens zu diesem Thema veranstaltete Sonderschau „Tomorrow´s fresh world“ der InterMopro, InterCool und InterMeat 2010 erfuhr. Insbesondere das exzellent besetzte Vortragsprogramm wurde von den Messebesuchern gelobt. Besondere Highlights waren dabei die Vorträge von Dr. Daniela Büchel, Leiterin Konzernmarketing/Nachhaltigkeit der REWE Group, und die Beiträge der beiden Fleischexperten Hubert Kelliger, Vertriebsleiter Westfleisch eG, und Josef Tillmann, Geschäftsführer von Tönnies Fleisch.

Dass sich das neue, verantwortungsvollere und ernährungsbewusstere Konsumentenverhalten und Convenience keineswegs ausschliessen müssen, zeigten viele Gerichte, die insbesondere Berufstätigen und Singles die Essenzubereitung erleichtern sollen. Komplettgerichte liegen ebenso im Trend, wie Tiefkühl-Teilkomponenten, mit denen man im Handumdrehen aus verzehrfertig vorbereiteten Speisen in Kombination mit Frischwaren ganze Mahlzeiten oder Menüs zuhause zubereiten kann.

Das Beispiel der Firma Innoprax beweist aber auch, dass eines beim Essen nicht fehlen darf: der Spass. Mit ihrem neuen Milchmixgetränk in fröhlicher „ready to go“ Verpackung trafen die Schweizer genau ins Schwarze: „Wir haben unser Unternehmen erst vor einem Jahr gegründet und sind von unserem Erfolg völlig überwältigt. Wir haben tolle Gespräche geführt, die vermutlich im zweiten Schritt zu Einlistungen führen werden – Edeka Südwest, famila, Kaufland, Metro, um nur einige zu nennen. Hervorragend waren auch die internationalen Kontakte, z.B. aus Russland, der Türkei und den nordafrikanischen Ländern. Die Food-Messen sind als Plattform für innovative Produkteinführungen goldrichtig“, freut sich Inhaber Erich Kienle.

Damit dies auch weiterhin so bleibt, arbeiten die Messemacher in Düsseldorf intensiv am Konzept des Trios: „Wir wissen, dass wir auf die hohe Dynamik im Handel reagieren müssen, um die Marktführer auf Anbieterseite und die Top-Einkäufer auf Handelsseite langfristig an die Foodmessen zu binden. Wir werden jetzt unmittelbar nach der Messe intensive Gespräche mit allen Beteiligten führen, um die Rahmenbedingungen für die Aussteller zu optimieren und die Attraktivität für Besucher weiter zu steigern“, kündigt Reinhard an, in dessen Zuständigkeit die InterMopro, InterCool und InterMeat seit Juni dieses Jahres fällt, und stellt heraus: „Unsere neuen Themeninseln, wie die Gourmet Plaza und die Frische Lounge haben gezeigt, dass wir bereits auf einem guten Weg sind.“

Im Rahmenprogramm der InterMopro, InterCool und InterMeat konnte die Messe Düsseldorf gemeinsam mit DTFood e.V. mit der ersten Europäischen Halal Konferenz ebenfalls ein neues, hoch aktuelles Thema an die Foodmessen anbinden. Dazu Anya Schlie von DTFood: „Im Rahmen dieses ersten operativen Arbeitstreffens wurden in den Diskussionen der verschiedenen Experten wertvolle Ansätze für mehr Transparenz und Einheit in der Halal Zertifizierung formuliert. Wir wünschen uns, dass dieser begonnene Dialog fortgesetzt wird und vielleicht schon in zwei Jahren beim nächsten Foodmessen-Trio erste Ergebnisse im Hinblick auf einen einheitliche Europäischen Standard präsentiert werden können.“

Die InterMopro, InterCool und InterMeat finden das nächste Mal vom 23. bis 26. September 2012, statt. (Mitteilung Messe Düsseldorf)



Intermeat-Auftritt von «Schweizer Fleisch» auf der InterLive Party, der Messeparty der Messe Düsseldorf: Heinrich Bucher, Proviande-Direktor, und Stephan Scheuner, Leiter Marketingkommunikation Ausland, präsentieren die Fleischspezialitäten aus der Schweiz.

Schweizer Fleisch an der Intermeat

Die Schweizer Fleischbranche stellte sich erneut dem internationalen Fachpublikum auf der InterMeat in Düsseldorf vor. Den Gemeinschaftsstand nutzen in diesem Jahr drei renommierte Produzenten, Ernst Sutter AG, die Micarna SA und Spiess Europe Sarl (Orior), um Kontakt mit Fleischeinkäufern aufzunehmen und ihr Exportsortiment darzubieten.

Proviandedirektor Heinrich Bucher zu den Exportmarketing-Aktivitäten von Proviande: «Sie fokussieren sich auf die Zielländer Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich. Der Schwerpunkt liegt nach Absprache mit der Branche und deren Aktivitäten auf Deutschland. Denn Deutschland ist ein grosser Markt mit einem hohen Qualitätsbewusstsein in den von uns angesprochenen Kundensegmenten, einem grossen Interesse an regionalen Produkten, einer hohen Importbereitschaft und einem ausgeprägtem Bewusstsein für Lebensmittelsicherheit». (Mitteilung Proviande)