Datum:

Champion mit seinem Gruyère

Philippe Dénervaud aus Villarimboud produziert den Käse der Käse. Mit seinem Gruyère AOC hat er in Neuenburg den Titel «Swiss Champion» gewonnen – nicht sein erster Erfolg in diesem Jahr.

von Alimenta Import

Als Philippe Dénervaud im Oktober des letzten Jahres, wie jeden Tag, seine Gruyère-Laibe in den Keller legte, verlor er keinen Gedanken daran, dass ihm dereinst einer von ihnen zu viel Lob und Aner­kennung verhelfen könnte. «Es war eine Produktion, wie wir sie jeden Tag machen», sagt der 32-jährige Freiburger rückblickend. (Rangliste pdf)

Heute, zwölf Monate später, hat sich gezeigt, dass aus dieser alltäglichen Produktion doch etwas Aussergewöhnliches entstanden ist: Sein Gruyère AOC wurde von der Superjury an den Swiss Cheese Awards zum Swiss Champion gekürt – zum Besten der Besten aus 25 Kategorien. «Der Siegerkäse gefällt auch mir», gibt Philippe Dénervaud zu. «Das Aroma ist ausgeglichen, und trotzdem zeigt sich eine feine fruchtige Note.»

Vor vier Jahren hat er die Käserei von Villar­imboud, einem kleinen Dorf in der Nähe von Romont, übernommen. Von 17 Lieferan­ten kauft er jährlich 1,6 Mio. Kilo Milch, die er gemeinsam mit zwei Angestellten und ­seiner Ehefrau Nathalie zu Gruyère und zu Vacherin Fribourgeois verarbeitet. Einen kleinen Teil der 3900 Käse, die über das Jahr in Villarimboud produziert werden, verkauft er im eigenen Laden, den grössten Teil an die Emmi-Tochter Fromco in Moudon.

Dass der «Swiss Champion»-Titel kein Zufallstreffer ist, bestätigt Leonhard Wey, der bei Emmi für den Käseeinkauf zuständig ist. «Dénervauds Gruyère gehört zu den wenigen, die sich problemlos auch während 24 Monaten lagern lassen.» Dieses Qualitätskriterium ist entscheidend für Käse, der im Höhlenkeller affiniert und später unter der Marke «Kaltbach» verkauft wird.

Ebenfalls für das durchwegs hohe Qualitätsniveau spricht, dass Philippe Dénervaud Ende Juli an der Verleihung der «International Cheese Awards» im britischen Nantwich eine Goldmedaille gewonnen hat – ein Erfolgsjahr also.

Im Alltag ändere sich dadurch für ihn aber kaum etwas, sagt Philippe Dénervaud bescheiden. Er hofft höchstens, dass er unter Umständen das eine oder andere Kilo Käse mehr in seinem Laden verkaufen kann. Die Auszeichnungen seien für ihn und sein Team aber eine schöne Anerkennung für die Arbeit, die sie tagtäglich leisteten. «Und natür­lich sind sie gut für das Image des Gruyère AOC.»