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Der Bund animiert zum Stromsparen

Im letzten Frühling hat der Bund erstmals eine «wettbewerbliche Ausschreibung» gestartet, die sich an den Industrie- und Dienstleistungsbereich wendet. Beleuchtungsprojekte sind besonders gut vertreten.

von Alimenta Import

Ende März schrieb das Bundesamt für Energie einen Wettbewerb aus, in dem es darum geht, Effizienzmassnahmen zum Strom umzusetzen. Das Preisgeld wird im Auktionsverfahren verteilt; unterstützt werden die Projekte und Programme mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis
der eingesetzten Fördermittel pro eingesparte Kilo­wattstunde. Im laufenden, ersten Jahr werden insgesamt 9 Mio. Franken in dieses Förderwerkzeug investiert.

Mit 2,6 Mio. Franken werden Projekte unterstützt, die ohne spezifische Förderung nicht realisiert würden. Unter anderem wird der Fleischverarbeiter Micarna in Bazenheid die Kälteanlage optimieren. Dafür werden 200?000 Franken aus dem Förderprogramm gesprochen. Coop und Migros Ostschweiz verbessern die Beleuchtung und erhalten dafür 50?000 respektive 40?000 Franken.

Nachholbedarf bei der Beleuchtung
Die Beleuchtung ist in dieser ersten Austragung des Wettbewerbs der absolute Renner. Von den 18 berücksichtigten Projekten wurden zehn mit dem Ziel eingereicht, die Beleuchtung zu verbessern. «Für uns ist dies keine Überraschung», sagt Medard Heynen von ProKilowatt, der Geschäftsstelle, die für die wettbewerblichen Ausschreibungen zuständig ist. Der Nachholbedarf in diesem Bereich sei sehr gross. Er hat beobachtet, dass in vielen Firmen die Verbesserung der Beleuchtungsanlage zwar projektiert ist, oft jedoch nicht umgesetzt wird, da sich die Stromersparnis erst nach bedeutend mehr als fünf Jahren auszahlt. Dies veranlasst das Management, die Umsetzung aufzuschieben und die Pläne auf Eis zu legen. Der finanzielle Anreiz, den der Wettbewerb bietet, hat nun aber dazu geführt, dass einige Projekte aus ihrem Schubladendasein befreit wurden.

Effizientere Motoren sind Programm
Neben Projekten konnten bei den wettbewerblichen Ausschreibungen auch Stromsparprogramme eingereicht werden. Sie sind umfangreicher als die Projekte. Durch sie soll die Energieeffizienz überbetrieblich verbessert werden.

Ein in diesem Jahr eingereichtes Beispiel ist von der Agentur für Energieeffizienz. Sie fördert in einem unterstützten Programm, das am 1. November beginnt, die Effizienz von Antriebssystemen. Dazu werden Pro­duktions­betriebe, Infrastrukturanlagen sowie grosse Gebäude mit vielen Antrieben gesucht, die jährlich mehr als 10 GWh an elektrischem Strom verbrauchen.

«Die Elektromotoren bergen ein richtig grosses Sparpotenzial», meint Medard Heynen. Dass in diesem Bereich mit Programmen ­gearbeitet wird, hat er erwartet. Änderungen bei Antrieben und Motoren im laufenden Produktionsprozess seien sehr heikel und müssten gut abgeklärt und geplant sein. «Für diese Abklärungen ist ein Programm über mehrere Jahre die ideale Form.»
Die wettbewerblichen Ausschreibungen werden auch im nächsten und übernächsten Jahr durchgeführt. Die Publikation der Ausschreibung 2011 erfolgt gegen Ende November 2010.

Weitere Informationen: www.prokilowatt.ch und www.energieeffizienz.ch