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Für das Zuwenig und gegen das Zuviel

Der Nestlé-Ernährungspreis 2010 wurde in drei Kategorien verliehen. Die prämierten Arbeiten zeigen vielversprechende Ansätze zur Verbesserung einer ausgewogenen Nahrungsmittelversorgung in der Schweiz auf.

von Alimenta Import

Jedes vierte Schweizer Kind ist übergewichtig, eines von sieben hospitalisierten Kindern leidet unter Mangelernährung, und weltweit weisen über 2 Mrd. Menschen einen zu tiefen Eisen- und Zinkwert im Blut auf. Die Folgen solcher Unterversorgungen sind Anämie, eine reduzierte kognitive Entwicklung bis hin zur Arbeitsunfähigkeit, sie beeinträchtigen das Wachstum und das Immunsystem.  Wie kann die momentane Versorgungssituation also nachhaltig verbessert werden? Dieser Fragestellung sind vier Forscherinnen nachgegangen und haben mit ihren Studien wichtige Beiträge geleistet, die am 17. September mit dem Nestlé-Ernährungspreis in der Höhe von insgesamt 30?000 Franken gewürdigt wurden.
 
Wissenschaftspreis
An der ETH Zürich im Labor für Human­ernährung wird schon des Längeren die Möglichkeit der Anreicherung von Nahrungsmitteln mit den Mineralien Eisen und Zink unter­sucht. Da Mängel dieser Mineralstoffe oft gepaart vorkommen, erscheint eine gleichzeitige Anreicherung mit beiden Stoffen sinnvoll. Herkömmliche Anreicherungen in Lebensmitteln führen häufig zu Verfärbungen und Geschmacksveränderungen in diesen. Die ­Arbeit von Florentine Hilty-Vancura erprobte den Einsatz neuartiger nanostrukturierter Mineralstoffverbindungen und zeigte auf, dass in der Schweiz – beispielsweise bei Milchprodukten – nanostrukturierte Verbindungen eingesetzt werden könnten, um die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Mineralien zu verbessern.

Jungforscher- und Kommunikationspreis
Die beiden Ernährungswissenschaftlerinnen Céline Dony und Ginetta Cesarino entwickel­ten im Rahmen ihrer Bachelorarbeit am Waadtländer Universitätsspital die Methode «Blume» zur systematischen Evaluierung der Nahrungsaufnahme des Kindes während des Spitalaufenthaltes. Neu wird auch der vom Patienten wahrgenommene konsumierte Anteil erhoben. Dieser wird durch das Ausmalen der Blütenblätter einer Blume eingeschätzt.
Das «Ballabeina-Leiterlispiel» wurde von Beatrice Liechti-Laubscher entworfen. Die Übungen für Kinder fördern Freude und Interesse an der Vielfalt der Lebensmittel unter Einbezug von körperlicher Aktivität. pd/ep