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KURZNEWS 12. Oktober 2010

Die besten Honige und Alpkäse 2010 prämiert -- Swissness: Bauernverband ist kompromissbereit -- Fleischimport: Teilweiser Rückgriff auf Inlandleistung vorgeschlagen -- Läckerlihuus-Chefin Miriam Blocher gewinnt «Idee Suisse Award»

von Foodaktuell Importer

Die besten Honige und Alpkäse 2010 prämiert

12.10.2010 – (lid) – An der OLMA in St. Gallen wurden am 11. Oktober 2010 zum vierten Mal die besten Honige prämiert. Dabei wurden 11 Golddiplome, 21 Silberdiplome und 13 Bronzediplome vergeben.
Die Gewinner erhielten die Kleber-Goldmedaille “OLMA Honig-Prämierung VDRB 2010”, die sie für ihre Vermarktungszwecke einsetzen können.

Die Fachjury hatte insgesamt 147 Honigproben beurteilt, 28 davon waren gerührt, 119 naturbelassen. Naturbelassener Honig kristallisiert nach und nach aus und wird fest. Der Honig wurde beurteilt nach dem Aussehen von Glas, Deckl und Etikette, nach Geruch und Geschmack, einheitlicher Farbe und Konsistenz, Sauberkeit, Schwebstoffe und korrekter Deklaration.

Bereits am Freitag, 8. Oktober waren in Anwesenheit von Regierungsrat Josef Keller an der OLMA die besten Alpkäse prämiert worden. Dabei wurden Gewinner in den Kategorien Halbhartkäse, Hartkäse, Hobelkäse, Schaf- und Ziegenkäse sowie der neuen Kategorie Mutschli erkoren. Insgesamt war eine Rekordzahl von 166 Alpkäsen eingereicht worden. Die gesamte Preissumme, die vergeben wurde, beträgt 204‘000 Franken.
Die prämierten Honige können während der OLMA in der Halle 6 degustiert und gekauft werden, die Alpkäse in der Halle 9.1.

Migros senkt Preise

11.10.2010 – (lid) – Die Migros reduziert die Preise von 275 Artikeln.
Die Preissenkungen betreffen diverse Milchprodukte, Fruchtsäfte, Artikel aus dem Backwarensortiment, Schnittsalate und Salatsaucen, wie die Migros in einer Medienmitteilung schreibt. Grund für die Preisreduktionen sind tiefere Beschaffungspreise, optimierte Transport- und Logistikkosten sowie tiefe Wechselkurse. Die Migros hat nach eigenen Angaben die Preise dieses Jahr um 2,8 Prozent oder 350 Millionen Franken gesenkt.

Swissness: Bauernverband ist kompromissbereit

08.10.2010 – (lid) – Der Schweizerische Bauernverband (SBV) ist in der Swissness-Frage bei hoch verarbeiteten Produkten zu Zugeständnissen bereit. Grundsätzlich hält er aber daran fest, dass zur Verwendung des Schweizer Kreuzes ein Anteil von 80 Prozent inländischem Rohstoff nötig sein soll.

Der SBV zeigt sich gegenüber der Nahrungsmittelindustrie zu einem Kompromiss bereit, wie SBV-Präsident Hansjörg Walter an einer Medienkonferenz in Bern sagte. So kann sich der Verband vorstellen, dass hoch verarbeitete Produkte mit dem Schweizer Kreuz beworben werden dürfen, wenn mindestens 60 Prozent des Rohstoffs aus der Schweiz kommt, sofern auch 60 Prozent der Wertschöpfung in der Schweiz erwirtschaftet wird.

Im Grundsatz steht der SBV hinter der Swissnessvorlage des Bundesrates: “Die Swissnessvorlage bietet mit dem Rohstoffkriterium für Lebensmittel eine Lösung, die auch den Landwirtschaftssektor an der Swissness teilhaben lässt”, so Hansjörg Walter. “Swissness muss glaubwürdig und ehrlich sein. Wo Schweiz draufsteht, muss auch Schweiz drin sein. Was wir wollen, ist nichts anderes als eine faire Chance für echte Schweizer Produkte, sich am Markt zu profilieren”.

Ebenfalls für die Swissnessvorlage spricht sich das Konsumentenforum (KF) aus. “Bei einem Schweizer Käse erwarten die Konsumenten, dass auch Schweizer Milch drin ist”, sagte KF-Präsidentin Franziska Troesch-Schnyder anlässlich der Medienkonferenz. Auch das KF zeigt sich kompromissbereit, legt aber Wert darauf, dass Ausnahmeregelungen klar kommunizier- und nachvollziehbar sein müssen. Auch die Herkunft der Rohstoffe sei zwingend zu deklarieren, weil es nur so den Konsumenten möglich sei, eine objektive Wahl zu treffen.

Ernst Möhl, Geschäftsleitungsmitglied der Mosterei Möhl AG, beklagte, dass es heute möglich ist Schweizer Apfelsaftkonzentrat in der EU abzufüllen und danach als Schweizer Produkt mit Schweizer Kreuz auf den Markt zu bringen. Die Auszeichnung mit Schweizer Kreuz auf den Produkten müsse glaubwürdig sein und die Erwartungen der Kunden erfüllen.

Die Swissnessvorlage des Bundesrates fordert mindestens 80 Prozent Inlandanteil am Rohstoffgewicht von Lebensmitteln, damit diese mit dem Schweizer Kreuz vermarktet werden dürfen. Ausnahmen gelten für Rohstoffe, die in der Schweiz nicht vorkommen oder vorübergehend nicht in genügender Menge verfügbar sind.

EU: Bald Kamelmilch im Supermarkt?

08.10.2010 – (lid) – In europäischen Supermärkten soll es bald Kamelmilch zu kaufen geben.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben eine Zulassung für die Vermarktung von Kamelmilch in der EU erhalten, wie das Agrarmagazin dlz schreibt. Die für die Zulassung verantwortliche Kommission erteilte der Kamelmilch die Note gut und erklärte, dass die Standards für Lebensmittel eingehalten würden. Die Milch soll 2011 unter den Markennamen Camelait und Camelicious auf den Markt kommen.
Auch in Europa wird Kamelmilch produziert: Auf dem einzigen Kamelmilchhof des Kontinents hält ein holländischer Bauer in der Nähe von s’Hertogenbosch rund 40 Kamele.

SALS sieht Cassis-de-Dijon als Warnung

07.10.2010 – (lid) – Die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (SALS) sieht die Einfuhr minderwertiger Lebensmittel nach dem Cassis-de-Dijon-Prinzip als Warnung vor dem Agrarfreihandel mit der EU.Die Qualität der Lebensmittel in der Schweiz werde durch die Anwendung des Cassis-de-Dijon-Prinzips sinken, die Preise aber möglicherweise nicht, schreibt die SALS in einer Medienmitteilung. Es gelte nun die Lehren aus Cassis-de-Dijon zu ziehen und die Bedrohung durch den Agrarfreihandel mit der EU zu erkennen.

Das Cassis-de-Dijon-Prinzip trat im Juli 2010 in Kraft. Nach dem Prinzip dürfen Lebensmittel in der Schweiz vermarktet werden, sofern sie dem Gesetz eines EU-Landes entsprechen. Es braucht dazu lediglich die Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Bisher wurden sieben solcher Gesuche gutgeheissen, unter anderem Fruchtsirup mit nur zehn Prozent Fruchtanteil und Schinken mit hohem Wasseranteil.

Fleischimport: Teilweiser Rückgriff auf Inlandleistung vorgeschlagen

06.10.2010 – (lid) – Fleischimporte sollen künftig nicht mehr nur versteigert werden, sondern teilweise auch nach der so genannten Inlandleistung versteigert werden: Wer im Inland Tiere kauft und schlachtet, darf auch Fleisch importieren. Das schlägt eine Arbeitsgruppe mit Branchenvertretern in ihrem Bericht an das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement vor.
Konkret sollen beim Rind- und Schaffleisch 50 Prozent nach der Inlandleistung verteilt werden, beim Geflügel-, Pferde- und Ziegenfleisch 33 Prozent.

Die Arbeitsgruppe war im Januar 2010 vom EVD beauftragt worden, die Auswirkungen des gegenwärtigen Importsystems, das seit 2007 in Kraft ist, zu analysieren und Verbesserungen vorzuschlagen. Zuvor hatten vor allem die Metzger und Fleischverarbeiter immer wieder bemängelt, dass die Versteigerung der Importkontingente für gewerbliche Betriebe zu erhöhtem Konkurrenzdruck und zu mangelnder Planbarkeit in der Beschaffung führe.

Das EVD habe den Bericht zur Kenntnis genommen, heisst es in einer Medienmitteilung. Er wird gleichzeitig mit der Vernehmlassungsunterlage zur Agrarpolitik 2014 – 2017 im Frühsommer 2011 in die Vernehmlassung geschickt. Für vorgeschlagene Änderungen auf Verordnungsstufe wird es Anfang 2011 eine Vernehmlassung geben.

Händler kritisieren Ja zur Motion Aebi

06.10.2010 – (lid) – Der Händlerverband Handel Schweiz VSIG kritisiert die Annahme der Motion Aebi durch das Parlament. Mit dem Rechtsumkehrt-Entscheid solle der Milchmarkt wieder staatlichen Regeln unterworfen werden.
Damit gefährde die Schweiz ihre Glaubwürdigkeit in der WTO und schwäche den Aussenhandel insgesamt. „Wer allen Ernstes meint, der Staat richte es schon und im Protektionismus liege die Zukunft, der befindet sich auf dem Holzweg und verkennt, wer die Milch bezahlt“, schreibt der Verband in einer Medienmitteilung.

Die Liberalisierung in den Agrarmärkten habe bisher nur Vorteile gebracht, vorab im Käsemarkt, heisst es weiter. Die Qualität und die Vielfalt seien zur Freude der Kunden angestiegen. Handel Schweiz setzte sich deshalb auch dezidiert für das Agrarhandelsabkommen mit der EU ein.

Kürbisse liegen im Trend

(6. Oktober 2010 – AMI) – Der Herbst ist Kürbiszeit. In keiner anderen Jahreszeit kaufen die Verbraucher in Deutschland mehr Kürbisse ein als im September und Oktober. Anfang September 2010 startete die Saison mit ersten Angeboten an kleineren Speisekürbissen wie Hokkaido und Butternut. Mit dem Beginn der Herbstaktionen erschien dann auch der grössere Halloweenkürbis in den Auslagen der Geschäfte. Die Preise liegen dabei auf Vorjahresniveau. Je nach Sorte und Grösse zahlt man nach Angaben der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) 0,99 bis 3,99 je Stück oder Kilo.

Kürbisse liegen im Trend, dies ist aber noch nicht zu jedem Verbraucher durchgedrungen. Die Einkäufe sind in den vergangenen Jahren zwar kontinuerlich gestiegen, doch ein Kürbis von etwa 20 Kilogramm reicht aus, um den Bedarf von gut 70 Familien in Deutschland zu decken, jedenfalls rechnerisch. Die Analyse der AMI auf Basis des GfK-Haushaltspanels zeigt, dass ein privater Haushalt im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 280 Gramm Kürbisse eingekauft hat. Damit ist der Absatz seit 2003 um fast 60 % Prozent gestiegen und auch die Käuferreichweite hat sich seitdem verdoppelt. Allerdings kauft trotz der deutlichen Zuwachsraten insgesamt nur etwa jeder zehnte Haushalt Kürbisse ein.

Im Zuge der steigenden Nachfrage ist auch der Kürbisanbau in Deutschland kontinuierlich ausgeweitet worden. Von 2005 bis 2010 ist die Fläche um mehr als ein Drittel auf knapp 1.800 Hektar gestiegen. Bayern und Baden-Württemberg streiten sich um die Vorherrschaft im deutschen Kürbisanbau, wobei Baden-Württemberg 2010 die im Vorjahr verlorene Spitzenposition zurückeroberte. Weitere Anbauschwerpunkte befinden sich in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Brandenburg. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 48.000 Tonnen Kürbisse geerntet.

Die Entwicklungen am Obst- und Gemüsemarkt stehen beim 1. AMI – Europäisches Obst- und Gemüseforum im Fokus. Das Forum findet am 11. und 12. November 2010 in Berlin statt. Der Titel der Tagung lautet „Gibt es Strategien jenseits der Abwärtspreisspirale? Alle weiteren Informationen zu dieser Fachtagung, wie Programm, Anmeldung und Übernachtungsmöglichkeiten stehen unter www.marktundpreis.de/foren im Internet.

Läckerlihuus-Chefin Miriam Blocher gewinnt «Idee Suisse Award»

Der «Idee Suisse Award» für besonders innovative Unternehmer geht dieses Jahr an Miriam Blocher. Die Besitzerin der traditionsreichen Backwaren-Kette Läckerli-Huus und Tochter von Unternehmer und Ex-Bundesrat Christoph Blocher sei früh im Leben erfolgreich ihren eigenen Weg gegangen, schreibt das Preiskomitee. Miriam Blocher stehe für die «Generation U» wie «Unternehmerkinder», die in Schweizer Chefetagen nicht nur aufgestiegen seien, sondern auch erfolgreich gewirkt hätten, gab die preisverleihende Schweizerische Gesellschaft für Ideen- und Innovationsmanagement bekannt. Der Preis wird seit 2002 an Personen verliehen, die nach Ansicht der Preisstifter einen innovativen Beitrag für die Schweizer Wirtschaft leisteten. (SDA 4.10.2010)

KOMMENTAR

Nicht überall wo Schweiz drauf steht, ist auch Schweiz drin

Von Jacques Bourgeois, Direktor Schweizerischer Bauernverband: Schweizer Käse aus polnischer Milch. Schweizer Apfelsaft, hergestellt in der EU aus inländischem Konzentrat. Wann ist ein Produkt ein echter Schweizer? Im Moment diskutiert das Parlament die Swissnessvorlage (Markenschutzgesetz). Diese regelt, wann ein Produkt mit dem Schweizer Kreuz oder der Bezeichnung „Schweiz“ ausgelobt werden darf. Die Landwirtschaft, das Konsumentenforum kf, aber auch gewerbliche Verarbeitungsbetriebe setzen sich für eine glaubwürdige Swissness ein: Wo Schweiz drauf steht, muss auch mehrheitlich Schweiz drin sein. Sie bieten aber Hand, um für hoch verarbeitete Produkte eine angepasste Lösung zu finden.

„Die Schweizer Landwirtschaft ist unter enormen Anpassungsdruck. Wir sollen wettbewerbsfähiger werden, die Märkte im Inland verteidigen und den Export ausbauen“, erläutert Hansjörg Walter, der Präsident des Schweizerischen Bauernverbands, die Ausgangslage für die Bauernfamilien. Mit hoher innerer und äusserer Qualität sollen die Schweizer Produkte gegen die industrielle Massenware aus dem Ausland bestehen. Dies setze aber voraus, so Walter weiter, dass echte Schweizer Produkte entsprechend gekennzeichnet sind und sich so von der Konkurrenz abheben können. Für das kf steht der Schutz der Konsumenten vor Täuschung im Vordergrund.

Dazu die Präsidentin Franziska Troesch-Schnyder: „Bei einem mit Schweizer Kreuz ausgezeichneten Käse erwarten die Konsumenten, dass dafür auch Schweizer Milch verwendet wurde“. Swissness garantiert bessere Preise und damit eine höhere Wertschöpfung. Deshalb ist auch die Schweizer Nahrungsmittelindustrie an der Vorlage interessiert. Für Verarbeitungsbetriebe, die auf hohe Schweizer Qualität mit hochwertigen Schweizer Rohstoffen setzen, ist eine glaubwürdige Swissnessvorlage ebenfalls erfolgsentscheidend. Wie sonst sollen sie sich von der Konkurrenz abheben, wenn diese das Kreuz auch bei ausländischen Rohstoffen verwendet?

Weder den Bauern, noch den Konsumenten oder den gewerblichen Verarbeitungsbetrieben geht es darum, der Industrie unnötig Steine in den Weg zu legen oder die Bürokratie aufzublähen. So soll nicht die Verwendung von Rohstoffen aus dem Ausland eingeschränkt, sondern lediglich die Auslobung der Herkunft Schweiz glaubwürdig geregelt werden. Bauernverband, kf sowie gewerbliche Verarbeitungsbetriebe setzen sich deshalb für die vom Bundesrat vorgeschlagene 80%-Regel ein.

Die vorgesehenen Ausnahmen geben ausreichend Flexibilität, um weiterhin Schweizer Schokolade, Schweizer Bündnerfleisch oder Schweizer Biskuits herzustellen, auch wenn die benötigen Rohstoffe in der Schweiz nicht oder nicht in ausreichender Menge oder Qualität zur Verfügung stehen. Zudem könnten sie sich beispielsweise vorstellen, bei hoch verarbeiteten Produkten (= Produkte, die aus vielen, aber keinem dominierenden Rohstoff bestehen) den Inlandanteil auf 60% zu reduzieren, sofern mindestens 60% der Wertschöpfung in der Schweiz stattfindet.