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südback 2010 im Rückblick

Die Stuttgarter südback, Deutschlands grösste Fachmesse für das Bäcker- und Konditorenhandwerk, ist am 19. Oktober mit einem ausgezeichneten Ergebnis zu Ende gegangen: „Das backende Handwerk investiert. Auf der Messe wurden viele Abschlüsse getätigt und die Aussichten auf das Nachmessegeschäft sind hervorragend“, freute sich Stuttgarts Messegeschäftsführer Ulrich Kromer nach einer ersten Auswertung der Umfrageergebnisse. Die Stimmung unter Ausstellern und Besuchern sei einzigartig gewesen.

von Foodaktuell Importer



Erfolgreiche südback 2010 in Stuttgart: 30.000 Fachbesucher und 495 Aussteller aus 16 Nationen

Die südback 2010 hat das hohe Niveau von 2008 voll erreicht und sogar noch toppen können. Insgesamt liessen sich rund 30.000 Fachbesucher von den Angeboten der 495 Aussteller aus 16 Nationen begeistern.

Dieter Siegel, Obermeister der Bäckerinnung Stuttgart und somit, neben der BÄKO-Zentrale Süddeutschland sowie dem Landesinnungsverband der Konditoren Baden-Württemberg, fachlicher und ideeller Träger der südback, schloss sich den positiven Aussagen des Messechefs an: „Daumen hoch für die südback 2010.“ Das Konzept, die südback konzentriert auf das Bäcker- und Konditorenhandwerk auszurichten, sei erneut aufgegangen. Man spüre regelrecht im Handwerk den Rückenwind. „Es wird nach vorne geschaut und investiert.“

Dabei sprach Siegel auch den Ausstellern ein grosses Lob aus: „Es ist toll zu sehen, welche Mühe sich die Aussteller mit Ihren Ständen gemacht haben. Diese waren optisch einfach top.“ Die positive Stimmung unter den Ausstellern wurde durch das grosse Interesse der Besucher geprägt, die aus allen Regionen der Republik nach Stuttgart kamen. Leicht gestiegen ist der Anteil der ausländischen südback-Besucher auf sieben Prozent (2008 sechs Prozent), die hauptsächlich aus der Schweiz, aus Österreich, Italien, Frankreich, aber auch aus Osteuropa nach Stuttgart reisten.

Die südback 2010 hat ihre Zielgruppe genau erreicht: Jeder zweite Fachbesucher kommt aus dem Bäcker- und Konditorenhandwerk, jeder Vierte ordnet sich dem reinen Bäckerhandwerk zu. Insgesamt 73 Prozent der Fachbesucher wollen auf alle Fälle oder vielleicht investieren; davon plant jeder zweite Investitionswillige, bis zu 20.000 Euro auszugeben, 29 Prozent der Besucher gaben sogar an, Summen über 50.000 Euro investieren zu wollen.

Die Breite des Messeangebots hat absolut überzeugt: 77 Prozent der Fachbesucher halten das Angebot der südback für vollständig. Hierbei lag das Hauptbesucherinteresse im Bereich Rohstoffe und Halbfabrikate, für den sich 38 Prozent der Fachbesucher interessierte, 31 Prozent kamen wegen Maschinen der Arbeits- und Betriebstechnik auf die Messe, weitere 20 Prozent wollten sich rund um das Thema Verkaufsförderung informieren und 18 Prozent reisten wegen des Angebots im Bereich Geschäftseinrichtung und Ausstattung nach Stuttgart. Die nächste südback findet vom 22. bis 25. Oktober 2011 in Stuttgart statt.

südback zeigt raffiniert einfache Snacks

Schnell und lecker: Buchautor Fredy Eggenschwiler präsentierte in Stuttgart Rezepte, Tipps und Tricks für die kleine Mahlzeit zwischendurch. Zum Beispiel süsse oder salzige Wähen.

Was tun, wenn’s einmal ganz schnell gehen muss? Für den Schweizer Fachbuchautor Fredy Eggenschwiler von der Luzerner Fachschule Richemont schliessen sich kurze Zubereitungsdauer und Gourmetgenuss keinesfalls aus: „Leicht vorbereitet, rein in den Ofen, und schon haben Sie eine Mahlzeit“, erläuterte er das Grundprinzip seiner schmackhaften Küche für den kleinen Hunger. Auf der südback 2010 stellte er im Konditoren-Trend-Forum Rezepte aus seinem neuesten Buch „Snacks: einfach raffiniert – raffiniert einfach“ vor.

Ganz fix gelingen beispielsweise Schinken-Béchamel-Hörnchen: Ein Croissant in der Mitte aufschneiden, Schinken, Käse und einen Kleks Béchamelsosse darauf, zuklappen, aufbacken – fertig. Auch die gefüllten Fertigteig-Röllchen mit Bündner Fleisch sind etwas für Schnellentschlossene. Assistiert von Konditorin Martina Fliri entstanden vor den Augen der interessierten Zuschauer Köstlichkeiten aus knusprigem Teig, Käse und viel Schweizer Sahne.

Zu den traditionellen Gerichten der schnellen Küche gehört die Wähe – Ein Kuchen oder Blechkuchen, der seinen Ursprung in der schweizer und alemannischen Küche hat und in der Zubereitung stark der französischen Quiche ähnelt. Hier kommt es auf den so genannten Kuchenguss an: entweder mit Käse, Speck und Zwiebeln oder als Spargeltörtchen mit Sahne und Ei. Dabei hatte es der von Eggenschwiler verwendete Rahm in sich: „Wir in der Schweiz haben einen höheren Fettgehalt in der Sahne, nämlich 35 Prozent – da sind unsere höheren Preise auch gerechtfertigt, oder?“, scherzte er.

Auch der Strudel bietet viel kreativen Freiraum. Eggenschwiler zauberte eine mit Hörnli, Hackfleisch und Parmesan gefüllte Variante, der das selbstgemachte Apfelmus den letzten Pepp verlieh. „Es gibt die verschiedensten Arten von Strudeln“, liess der Meister wissen. „Im Prinzip können Sie alles, was auf dem Teller harmoniert, auch in einen Strudel packen.“ Ganz ohne Geschicklichkeit geht’s freilich nicht – doch selbst, wenn man einen Teig nicht ganz so elegant auswellen könne wie Martina Fliri, seien raffinierte Snacks „keine Hexerei“, beruhigte Eggenschwiler.

Das Buch „Snacks: einfach raffiniert – raffiniert einfach“ erscheint zum Weihnachtsgeschäft im Verlag der Fachschule Richemont und kostet 74 Euro.

Preise für Praxisnähe und Energieeffizienz

Clevere Lösungen in Stuttgart prämiert: Zum sechsten Mal wurde der südback Trend Award verliehen. Die Verleihung begann mit fast mahnenden Worten: „Erfolg hat nur eine Zukunft, wenn er ständig neu geschaffen wird“, wandte sich Prof. Peter Lausterer von der Gewerblichen Schule im Hoppenlau an die Preisträger. „Der Erfolg von heute muss auf der Messe erst noch Früchte tragen und ist doch bereits Vergangenheit.“ Es gelte, Mut zu fassen, optimistisch in die Zukunft zu blicken und bei Investitionen in neue Technologien nicht unnötig zu zögern. „Vor einem Jahr noch war der Pessimismus gross“, sagte Lausterer. „Wer hätte gedacht, dass sich eine solche wirtschaftliche Entwicklung auftut. Wir müssen die Chance nutzen.“

Eine Jury unter Lausterers Vorsitz hatte aus insgesamt 37 Einsendungen einstimmig vier gleichwertige Sieger ausgewählt, die das zukunftsgerichtete Motto der südback 2010 – „Neue Designtrends, moderne Konzepte, raffinierte Technik“ – am besten verkörperten. Zugelassen waren Produkte, die entweder höchstens ein Jahr am Markt erhältlich, beziehungsweise bis zur Marktreife entwickelt waren oder kurz vor der Markteinführung standen.

Ausgezeichnet wurde die Kölner Hein GmbH für ihren Stikkenofen mit Eco-Stone-System, den Lausterer als „durchdacht, sparsam, qualitätsverbessernd, ansehnlich und ökologisch richtig“ bezeichnete. Die marketingtechnisch interessante Thermosteinwand und ein ausgeklügeltes Abgassystem brächten backtechnischen Qualitätsgewinn und ermöglichten zudem eine Energieeinsparung von bis zu 20 Prozent.

Die Vaihinger GmbH aus Bad Camberg erhielt einen Trend Award für ihre neue „S-Klasse“, den SANOMAT S2, S5 und S10. Die erste Chip-gesteuerte Schlagsahnemaschine der Welt mit einer Datenaufzeichnung gemäss HACCP sei ein Vorreiter und zukunftsweisend auf dem Markt, so Lausterer.

Mit einem Pelletbrennersystem als modulare Anlagekomponente zur Beheizung von Rauchgas-, Etagen- und Stikkenöfen überzeugte die Hildener Wachtel GmbH & Co. „Umweltfreundlich, praktikabel und ökologisch wichtig“, bewertete die Fachjury die Innovation, die nicht nur unabhängig von Öl- und Gaspreisen macht, sondern auch ein Verrussen der Rauchgasradiatoren verhindert.

Zum Schluss durften die Vertreter der Wiesheu GmbH aus Affalterbach einen der begehrten Preise entgegennehmen. Ihre Erfindung macht mit einem lästigen Problem Schluss: Als einziger Etagenbackofen verfügt der neue „Ebo“ über eine Türmechanik mit spezieller „Reinigungsstellung“. So lässt sich der Ofen ohne Demontage und sogar direkt nach dem Backen brandblasenfrei reinigen. „Es war an der Zeit, hier etwas zu tun“, sagte Lausterer. Es handele sich um eine wahre Ingenieursmeisterleistung, eine „grosse Tat für die Praxis“.

Was der südback Trend Award für einen mittelständischen Betrieb bedeutet, skizzierte Wiesheu-Geschäftsführer Volker Groos: „Es ist eine Bestätigung für uns, auf dem richtigen Weg zu sein. Wenn man Qualität bietet und in Deutschland produziert, ist man nicht der Billigste – deshalb muss man pfiffiger sein als andere.“ (Text und erstes Bild: Messe Stuttgart)