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KURZNEWS 2. November 2010

Gastrosuisse: Neues Alkoholgesetz führt nicht zum Ziel / Aargauer Whisky-Brenner ist innovativster Bauer / Migros lanciert Handwerkbrotlinie Pain Création / Biosuisse: Hoher Inland-Anteil ist wichtig bei Swissness

von Foodaktuell Importer

Neues Alkoholgesetz führt nicht zum Ziel

GastroSuisse, der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz, wehrt sich mit Vehemenz gegen wenig zielführende und überregulierende Massnahmen. Solche sind weder im Interesse des Gastes, noch des freien Unternehmertums. Der Verband lehnt deshalb das revidierte Alkoholgesetz entsprechend der Vernehmlassungs-vorlage ab.

GastroSuisse steht sehr überzeugt hinter den bestehenden Jugendschutzbestimmungen. Das Gastgewerbe hat kein Interesse daran, Alkohol an Jugendliche und vor allem an Minderjährige unter 16, respektive 18 Jahre zu verkaufen. Übermässiger Alkoholkonsum von Jugendlichen, wie er der Gesellschaft heute Sorge bereitet, hat jedoch wenig mit dem Gastgewerbe zu tun. Der unkontrollierte Alkoholkonsum von Jugendlichen spielt sich fast ausnahmslos im Freien ab. Solche und ähnliche gesellschaftliche Probleme lässt das revidierte Alkoholgesetz aber vollständig ausser Acht. Hingegen würden zahlreiche Angebote an den Gast krass beschnitten.

Preislich attraktive Angebote von Wein und Bier wären ganz generell problematisch. Einem Gastwirt, der all seinen Gästen eine Gratisrunde Bier spendiert, droht allfällig eine Strafe. Angebote wie Mehrgang-Menüs inklusive Weinbegleitung, wie sie zum Beispiel in der gehobenen Gastronomie geschätzt werden, könnten künftig nicht mehr selbstverständlich sein. Zugaben oder Vergünstigungen im Ausschank sollen am Freitag- und Samstagabend von 21.00 bis 09.00 Uhr verboten werden. Das wäre das Ende von diversen kreativen Motto-Abenden.

Mit aller Deutlichkeit lehnt GastroSuisse den Artikel über die Alkoholtestkäufe ab. Testkäufe gelten nämlich gemäss verschiedenen Gerichtsentscheiden als verdeckte Ermittlungen, und sind als solche nicht zulässig. Daran ändert sich auch nichts mit der künftigen neuen Eidg. Strafprozessordnung. Testkäufe sind zudem aus rechtsstaatlichen Gründen abzulehnen.

Es ist nicht Aufgabe des Staates, Delikte gezielt durch Provokation zu fördern. Umso mehr, wenn dies ohne jeglichen Verdacht erfolgt. Anstatt dort zu handeln, wo viel eher Handlungsbedarf bestünde, konzentriert sich der Gesetzgeber mit der Revision des Alkoholgesetzes darauf, sowohl den Gast als auch den Handel und das Gewerbe mit wenig zielführenden Massnahmen unverhältnismässig einzuschränken. Die Revision schiesst weit über das Ziel hinaus.

GastroSuisse ist der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz. Rund 21’000 Mitglieder (Hotels, Pensionen, Gasthöfe, Restaurants und Cafés), organisiert in 26 Kantonalsektionen und vier Fachgruppen, gehören dem grössten gastgewerblichen Arbeitgeberverband an. (Gastrosuisse 1.11.2010)

Aargauer Whisky-Brenner ist innovativster Bauer

01.11.2010 – (lid) – Der Innovations- und Förderpreis der Aargauer Landwirtschaft geht an den Whisky-Brenner Urs Lüthy aus Muhen.
Lüthy stellt in seiner Hofbrennerei seit 2005 Single Malt Whisky aus Schweizer Braugerste her, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Der mit 6’000 Franken dotierte Preis wurde Lüthy am Sonntag, 31. Oktober, vor 1‘200 Landwirten in Brunegg übergeben.
Der Preis wurde von der Aargauischen Landwirtschaftlichten Kredit- und Bürgschaftskasse (ALK) und dem Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg ausgeschrieben und zum achten Mal vergeben.

Starke Vernetzung im landwirtschaftlichen Bildungs- und Forschungssystem

(Agroscope Liebefeld-Posieux ALP-Haras 1.11.2010) – Die Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP-Haras, das landwirtschaftliche Institut des Kantons Freiburg LIG, die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft SHL und die Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern unterzeichneten am 26. Oktober 2010 eine Vereinbarung. Darin bekräftigen alle Partnerinnen den Willen, die bereits vorhandene Zusammenarbeit in Zukunft markant auszubauen. Als ersten grossen Meilenstein veranstalten die Partnerinnen im Juni 2011 einen gemeinsamen Anlass zum Thema Ernährung.

Zwischen den Partnerinnen bestehen bereits seit langer Zeit enge Kooperationen in Forschung, Lehre und Nutzung der Infrastrukturen, insbesondere in den Bereichen Futterbau und Tierernährung, Milchverarbeitung, Physiologie, Klinik, Genetik sowie in der Analytik. Mit der unterzeichneten Absichtserklärung geben die Partnerinnen ihrem Wunsch Ausdruck, diese Zusammenarbeit zu intensivieren.

Die sinnvolle gemeinsame Nutzung von Kompetenzen und Ressourcen der einzelnen Einrichtungen erachten die Leiterinnen und Leiter der vier Partnerinstitutionen als wichtigste Herausforderung für die Zukunft. Aufgrund ihrer räumlichen Nähe ist die Umsetzung dieses Ziels gut möglich. Durch koordinierte und frühzeitige Kommunikation zwischen den Institutionen können neben der optimalen Nutzung der vorhandenen Ressourcen viele zusätzliche Synergien genutzt werden, die zu optimalen Bedingungen in Lehre und Forschung führen. Durch die Koordination von Projektplanung und -durchführung, sowie von anstehenden Investitionen können die verfügbaren Ressourcen effizienter eingesetzt werden.

Um die Früchte und das Potenzial dieser Zusammenarbeit einer breiten Bevölkerung zeigen zu können, organisieren die vier Partnerinnen vom 17. – 19. Juni 2011 eine grosse Veranstaltung mit dem Titel Nutri11. Unter dem Thema „Ernährung verbindet und geht uns alle etwas an“ werden gemeinsame Forschungsprojekte einem breiten Publikum auf attraktive Weise vorgestellt werden. Das Ziel ist es, neben der Darstellung der Zusammenarbeit, der Bevölkerung bewusst zu machen, dass die Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Forschung, eine wichtige Rolle in der Ernährung von Pflanzen, Tieren und Menschen spielt.

Migros lanciert Handwerkbrotlinie Pain Création

Mit der Einführung des neuen Brotsortiments Pain Création will
die Migros-Bäckerei JOWA AG neue Massstäbe in der Bäckerskunst setzen. Lange
Teigruhezeiten, der Einsatz eines Vorteigs, erstklassige Rohstoffe
und viel Handwerk machen die fünf Pain Création Brote zu den besten
Broten, die gemäss Ansicht der Migros momentan in der Schweiz erhältlich sind.

“Hinter der Idee der fünf neu erhältlichen Pain Création steht der
Ehrgeiz, die besten Brote der Schweiz zu machen”, sagt Martin
Marthaler, Chefentwickler der JOWA AG, der Bäckerei der Migros,
rückblickend auf die knapp vierzehn Monate, die man brauchte, um die
Pain Création Brote zu entwickeln.

Traditionelles Bäckerhandwerk kombiniert mit neuen
ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen ist das Erfolgsrezept. Um
dies umzusetzen, braucht es in erster Linie erfahrene Bäcker, die mit
hohem handwerklichem Aufwand die Brote kneten, formen und backen. Bis
zu sechs Mal legen die Bäcker Hand an, um den ringförmigen “L’Anneau”
herzustellen.

Das besonders ausgeprägte Brotaroma wird durch den
Einsatz eines klassischen Vorteigs sowie den bis zu 27 Stunden langen
Ruhezeiten des Teiges erreicht. Auch aus gesundheitlicher Sicht
überzeugen die Brote: Die darin enthaltenen Weizenkeime sind
besonders nährstoffreich.

Die Besinnung auf das traditionelle Bäckershandwerk ist die logische
Weiterentwicklung der Migros-Bäckerei. Alleine in den letzten zehn
Jahren hat die JOWA AG rund CHF 40 Millionen investiert, um ihr Netz
an so genannten Hausbäckereien auszubauen. Hausbäckereien sind direkt
in den Migros Filialen integrierte Backstuben. Meist kann der Kunde
vor Ort zuschauen, wie das Brot gebacken wird. Eine logische
Konsequenz auch, dass die zwei Pain Création Brote “L’Anneau” und “Le
Grain” ausschliesslich in den rund 120 Migros Filialen mit
Hausbäckerei erhältlich sind.

Die JOWA AG ist ein Tochterunternehmen der Migros und führend in
der Herstellung von Back- und Konditoreiwaren, Teigwaren sowie
Convenience Produkten. Die JOWA AG erwirtschaftete im Jahr 2009 einen
Jahresumsatz von 796.8 Millionen CHF und beschäftigt insgesamt über
3’000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 120 Lernende. (MGB 1.11.2010)

Swissness: Hoher Inland-Anteil ist wichtig für die Branche

Bio Suisse besteht in der Diskussion um die Swissness-Vorlage auf einem 80-Prozent-
Mindestanteil für verarbeitete Lebensmittel. 80 Prozent Inlandware in Schweizer
Lebensmitteln sind schon ein Kompromiss. Weitere Zugeständnisse gingen zu Lasten der
Schweizer Bauernfamilien.

Zurzeit diskutiert das Parlament darüber, wie viel Schweizer Rohstoffe in Schweizer Lebensmitteln sein müssen,
damit sie unter Auslobung der Swissness verkauft werden dürfen. Besonders umstritten ist die Frage bei hoch
verarbeiteten Produkten. Als Kompromiss schlägt der Bundesrat ein Limite von 80 Prozent Inlandanteil vor,
damit verarbeitete Produkte noch als Schweizer Produkte bezeichnet werden dürfen.

Nun hat der
Schweizerische Bauernverband offenbar unter Druck von Exponenten der Nahrungsmittelindustrie vorgeschlagen,
den Schweizer Anteil unter bestimmten Bedingungen bis auf 60 Prozent zu senken. Es soll ausserdem
das zusätzliche Kriterium Wertschöpfung eingeführt werden. Die Regelung würde somit viele Ausnahmen und
Lücken enthalten, welche zu unnötigen Verwaltungskosten führen würden. Zudem bliebe mit einem noch
tieferen Schweizer Anteil die Glaubwürdigkeit der Swissness-Regelung auf der Strecke. Dies stösst bei Bio
Suisse auf Unverständnis. Die Zugeständnisse an die Industrie gingen zu Lasten der Schweizer Landwirtschaft.

Das Image von Schweizer Produkten hat einen beträchtlichen Marktwert. Die Bauernfamilien sind darauf
angewiesen, dass sie diesen zentralen Verkaufstrumpf im internationalen Wettbewerb ausspielen können –,
nicht zuletzt, weil sie mit ihrer Arbeit und ihrer Kultur wesentlich zum positiven Schweiz-Bild beitragen. Andere
Wirtschaftszweige sollen von diesem Image profitieren können. Es darf darum nicht sein, dass die Landwirtschaft
genau in diesem Bereich mit einseitigen Kompromissen von der Wertschöpfung ausgeschlossen wird.

Dass die Swissness-Vorlage für die Landwirtschaft wichtig ist, zeigt ein Blick auf einen ähnlichen Mechanismus:
die geschützte Ursprungsbezeichnung (AOC). So vergrösserte sich nach der Einführung der AOC beim
Walliser Roggenbrot die Preisdifferenz des Walliser Roggens zum übrigen Inlandroggen massiv. In der Folge
stieg die Roggenproduktion im Wallis um 100 Prozent an. Davon profitieren auch die Konsumenten.

Ein
strikter Gebietsschutz garantiert ihnen, dass das Walliser Brot auch wirklich Walliser Roggen enthält. Gleichzeitig
hat der Konsument die Wahlfreiheit: Er kann das exklusive Walliser Roggenbrot kaufen oder auf billige
«Importware» ausweichen. Genau so soll nach Auffassung von Bio Suisse auch eine sinnvolle Swissness-
Regelung funktionieren. (Biosuisse, 27. Oktober 2010)