Datum: Branche:

Rekord-Besucherzahl an der Goûts et Terroirs 2010

Die Schweizer Gastromesse für einheimische Spezialitäten „Goûts et Terroirs“ 2010 schloss am 1. November ihre Tore. Während fünf Tagen wurde authentischen Delikatessen aus verschiedenen Schweizer Regionen gehuldigt.

von Foodaktuell Importer

Goûts et Terroirs, die grösste Schweizer Regionalprodukte-Messe in Bulle FR, endete am 1.11. 2010. Sie zog über 40’000 Besucher aus der ganzen Schweiz an, eine Rekordzahl. foodaktuell präsentiert einige Impressionen.




280 Aussteller präsentierten sich dieses Jahr in Bulle, 30 mehr als im letzten Jahr.


Der Waadtländer Bauer François Bovat bietet jedes Jahr eine Fülle von Waadtländer Saucissons, Kabis-Wurst und Boutefas an. Letztere ist ein Saucisson im Schweinebilddarm mit variierendem Gewicht bis mehrere Kilo. Die Metzgerei Roch in Orbe stellt die Produkte her.




Auch die ferme Valaisanne ist ein Bauernhof, der Wurstwaren aus dem hofeigenen fleisch extern herstellen lässt (in der Metzgerei Tourbillon in Sion): 13 Sorten Rohwürste von der typischen Oberwalliser Randenwurst (mit nennenswertem Anteil roter Randen) über Kastanienwurst (mit Püree und Stücken) bis zu Entenwurst, hergestellt aus französischem Entenfleisch.




Mille Epices ist hier ein passender Firmenname. Die Firma importiert Gewürze aus 26 Ländern, mahlt sie und macht Mischungen.


Die Ordenssschwestern des Freiburger Klosters Carmel du Pâquier sind zwar keine gelernten Bäckerinnen, leben aber vom Verkauf selbst gebackener Biscuits und entwickeln selbst Rezepte. Das Kloster besitzt sogar einen Webshop.




Eine Spezialität der Freiburger Metzgerei Götschmann ist der prämierte Bauernschinken, trocken eingerieben mit Salz und Kräutern (nicht gespritzt, ohne maschinelles Massieren, ohne Phosphat). Raphael Götschmann (links) gewann Gold im renommierten deutschen Testzentrum DLG für die Rohwurst im Frischkräutermantel mit Rotwein. Weitere 20 Medaillen gabe es von der IFFA und dem ABZ, z.B. für den Salami-Hasen aus Teberwurstbrät in eine Confiserie-Osterhasenform gepresst.




Der Freiburger Metzgermeister Bernhard Limat stellt neu eine Saucisse de la Borne her (in Anlehnung an den Jambon de la Borne – Borne ist ein Kamin). Ferner eine Brauerwurst mit Senfkörnern, die er zusammen mit Metzgerbier offeriert, welche die Appenzeller Brauerei Locher herstellt.




Jean-Luc Bovey (Bild) ist Patron der Bovey-fils Moulin-huilerie de Sévery und stellt Spezialitätenöle her wie Baumnussöl, teilweise Raritäten wie Mandelöl und Pistazienöl. Neu ist ein kaltgepresstes Nussöl mit Tannennadeln aromatisiert.
Der Familienbetrieb besteht seit 1845 oder sechs Generationen. Zu den Ölen und Senfen kommen auf die Grillsaison 2011 neu 6 Fleischmarinaden („badigeons“) auf den Markt. (Bild: Alain Grandjean)




Als Vertreter der Charcuterie vaudoise empfiehlt Metzgermeister Robert Favre für eine pfiffige Füllung von Cordon-bleu Freiburger Vacherin, hier präsentiert durch seine Nachbarin am AOC-Stand Isabelle Raboud. Bezüglich der Schmelzeigenschaften eignet sich generell jeder Halbhartkäse, es ist also Entscheid des einzelnen Metzgers, ob er günstigeren tranchierten Käse verwenden will oder mit einer Spezialität seinen Cordon bleus besonderen Mehrwert verleihen will. (Text und Bild: Alain Grandjean)




Auch einige Aussteller aus dem Ausland waren vertreten wie hier Alban Laban, ein Entenzüchter, der Foie gras als Hofprodukt anbot. Die Entenleber von manuell mit Mais, Sonnenblumenkernen und Raps gestopften Enten werden als ganze Stücke mit Salz und Pfeffer vakuumgegart (Sousvide). Gekühlt sind sie sechs Monate haltbar. Foie gras von Enten ist geschmacklich intensiver als von Gänsen.

Demonstration der Wurstherstellung am Stand des Fleischfachverbandes SFF. Der Freiburger Lehrling Mario Julmy stösst Waadtländer Bratwürste mit dem Handfüller.
Solche Demonstrationen an Messen und Märkten sind wichtig, um Schüler anzusprechen, die sich für eine Ausbildung in der Fleischbranche interessieren und eignen. (Bild:
Alain Grandjean).




In der Gourmet-Arena zeigten nicht nur Spitzenköche wie Irma Dütsch, Denis Martin,
Gérard Rabaey, Stéphane Décotterd und Didier de Courten vor dem Publikum ihr Können sondern auch PolitikerInnen wie im Bild Isabelle Chevalley, Präsidentin der Mitte-Rechts-Bewegung „Ecologie libérale“ im Waadtland. Aber auch Ex-Miss Schweiz Lolita Morena schwang den Kochlöffel. Welches die besten oder schönsten Köche waren, ist noch Gegenstand von Recherchen.




An der 4. Swiss Bakery Trophy gewann die Bäckerei-Konditorei Ehliger aus Hochdorf und Meggen bei Luzern den erstmals verliehenen Swiss Bakery Champion-Titel. Diesen Preis gewinnt derjenige Bäcker-Konditor, welcher mit fünf am Wettbewerb beurteilten Spezialitäten am meisten Punkte kumuliert. Diese standen in Konkurrenz zu insgesamt 1400 Bäckerei- und Konditorei-Spezialitäten von 240 Betrieben aus der ganzen Schweiz. Die Jury aus Experten und Konsumenten vergab 600 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Zusätzlich wurden Spezialpreise für die besten Bäckerei, Konditorei- und Pâtisserie-Produkte vergeben.

Im 8. Wettbewerb des Schweizer Honigs wurden 25 Medaillen verteilt, davon 7 goldene. Die Resultate sind verfügbar unter www.grandapier.co.nr.