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KURZNEWS 9. November 2010

Fleischbranche leidet unter Überregulierung / Zunahme von Listeriose in der Schweiz / Migros hat europaweit die höchsten Bruttomargen / Frauen sind die besten Confiseure / Biobauern steigen vor allem aus finanziellen Gründen aus

von Foodaktuell Importer

Fleischbranche leidet unter Überregulierung

09.11.2010 – (lid) – Die Metzgereien und die Fleischverarbeiter in der Schweiz sehen sich von immer mehr Regulierung unter Druck gesetzt. Der Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) fordert ein Ende der „Vorschriften- und Gesetzesflut“. So machten beispielsweise die Umstellung der Mehrwertsteuer oder die zunehmende Rückverfolgbarkeit der Fleischwaren den kleinen Betrieben zu schaffen, hiess es an einer Pressefahrt, die vom Verband am 9. November durchgeführt wurde.

Auch die verschärften Hygienevorschriften mit unangemeldeten Kontrollen seien eine Last. Gleichzeitig müssten die Metzgereien immer mehr Steuern und Gebühren bezahlen. Das sei mit ein Grund für das „Metzgereisterben“ in der Schweiz.

Ein anderer Grund sei das Nachfolgeproblem, erklärte Verbandspräsident und FDP-Ständerat Rolf Büttiker gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Mit 300 Lehrlingen habe die Schweiz zwar genügend Nachwuchs. Dieser nehme aber zu wenig oft die Ausbildung zum Metzgermeister in Angriff. Gerade Metzgermeister seien jedoch für die Nachfolge der Betriebe gesucht. Die Schweizer Fleischwirtschaft verfüge aber auch über topmoderne Anlagen wie die Produktionsstätte von Bell in Oensingen SO. Dies sei ein absoluter Spitzenbetrieb und auf der Höhe der Zeit.

Zunahme von Listeriose in der Schweiz

08.11.2010 – (lid) – In der Schweiz haben Listeriose-Fälle seit Anfang Jahr stark zugenommen. Zwischen Januar und August 2010 stellte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 45 Listeriose-Erkrankungen fest, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Im Vorjahr waren im selben Zeitraum lediglich 28 Fälle registriert worden. Laut BAG ist es unklar, woher die für die Zunahme verantwortlichen Bakterien stammen.
Der Erreger von Listeriose kann durch den Konsum von nicht erhitzten Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs auf den Menschen übertragen werden. Gefährdet sind vor allem ältere und bereits kranke Personen sowie Neugeborene und Schwangere.

Migros hat europaweit die höchsten Bruttomargen

08.11.2010 – (lid) – Die Grossverteiler Migros und Coop haben die höchsten Bruttomargen Europas.
Migros und Coop wiesen 2008 eine Bruttomarge von 37 respektive 33,1 Prozent auf. Dies geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) hervor, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. PWC untersuchte während der Jahre 2007 und 2008 die Hauptakteure in fünf europäischen Märkten und der Schweiz. Einzig die französische Kette Casino wies mit 33,7 Prozent Bruttomarge ähnlich hohe Werte wie die beiden Schweizer Unternehmen auf. Die deutschen Firmen Rewe mit 25,7 und Edeka mit 14,5 Prozent liegen deutlich hinter den Margen der Schweizer Grossverteiler zurück.

Frauen sind weiterhin die besten Schweizer Konditoren-Confiseure

(Redaktion) – Der schweizerische Konditor-Confiseurmeister-Verband führte am 5. November 2010 die Schweizermeisterschaft 2010 an der Richemont-Fachschule in Luzern durch. Die besten Konditoren-ConfiseurInnen der Lehrabschlussprüfungen 2010 kämpften um den nationalen Titel. Handwerkliche Fähigkeiten, Flexibilität und Kreativität standen im Mittelpunkt des Wettkampfs. Alle drei ersten Sieger sind Frauen (wie im letzten Jahr) – kein Wunder, denn auch alle 14 Teilnehmerinnen waren Frauen. Hier die ersten drei der Schweizer Meisterschaft Konditorei-Confiserie Produktion (Rang, Name, Adresse, Lehrbetrieb):

1.Rang
Schmid Daniela
Mühlebrückestrasse 22, 8400 Winterthur
Confiserie Sprüngli, Bernstrasse 89, 8953 Dietikon

2.Rang
Enzler Jasmin
Greithstrasse 29, 8640 Rapperswil
Café-Confiserie Dössegger, Neugasse 29, 9000 St. Gallen

3.Rang
Henzmann Jasmin
Steinhauserstrasse 19, 6300 Zug
Bäckerei-Konditorei Grellinger, Hauptstrasse 32, 4153 Reinach BL

Kraft Foods mit Gewinnrückgang

05.11.2010 – (lid) – Der US-Lebenmittelkonzern Kraft Foods hat die Erwartungen im dritten Quartal 2010 trotz eines Gewinnrückganges übertroffen.
Der Nettogewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 754 Millionen US-Dollar, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Das entspricht einem Gewinn von 43 Cent pro Aktie. Der Nettoumsatz erhöhte sich dank der Übernahme des Süsswarenherstellers Cadbury um 26 Prozent auf 11,86 Milliarden Dollar. Kraft Foods mit Sitz in Northfield, Illinois ist hinter Nestlé der weltweit zweitgrösste Lebensmittelkonzern. Er stellt unter anderem Toblerone, Milka, Suchard Express, Philadelphia und Kool-Aid her.

Gute Kartoffelernte

05.11.2010 – (lid) – Die diesjährige Schweizer Kartoffelernte ist quantitativ und qualitativ hoch ausgefallen.
Zurzeit liegen 70‘337 Tonnen Kartoffeln zum Frischkonsum an Lager, wie Fritz Stucki, Leiter des Geschäftsbereichs Kartoffeln bei Fenaco, in der Bauernzeitung von 5. November schreibt. Davon sind 35‘159 Tonnen festkochend, was eine überraschend hohe Menge ist. Mit 30‘138 Tonnen lagern ungefähr gleich viele mehligkochende Kartoffeln wie im Vorjahr. Die Qualität ist sowohl bei den fest- als auch bei den mehligkochenden äusserst gut.
Die Lagermenge an Veredelungskartoffeln ist mit 111‘476 Tonnen so hoch wie nie zuvor. Bei einigen der Kartoffeln ist hingegen noch nicht klar, ob sie für die Pommes Frites Produktion verwendet werden können.

Barry Callebaut mit Rekordjahr

04.11.2010 – (lid) – Der weltweit grösste Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat im letzten Jahr ein neues Rekordergebnis erwirtschaftet.
Im Geschäftsjahr 2009/10 konnte Barry Callebaut rund 1,3 Millionen Tonnen Schokolade absetzen. Das ist im Vergleich zum Vorjahre ein Plus von 7,6 Prozent, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Der Umsatz wuchs um 6,8 Prozent auf 5,214 Milliarden Franken. Der Reingewinn stieg dabei um 10,9 Prozent auf den Rekordwert von 251,7 Millionen Franken.

Biobauern steigen vor allem aus finanziellen Gründen aus

03.11.2010 – (lid) – Zwischen 1990 und 2005 stieg die Zahl der Biobetriebe in der Schweiz an, seit 2005 kehren viele Bauern der Bioproduktion den Rücken. Die Hauptgründe dafür sind vor allem finanzieller Natur.
Zu geringe Mehrpreise für Bioprodukte, zu teure oder schwer verfügbare Biofuttermittel, zu geringe Direktzahlungen oder häufig ändernde und verschärfte Richtlinien veranlassen Biobauern am häufigsten zum Ausstieg. Dies zeigt eine jetzt publizierte Umfrage der Forschungsanstalt Agroscope ART in Tänikon.

14 Prozent der derzeitigen Biobauern denken laut der Umfrage über einen Ausstieg aus dem Biolandbau nach. Sie sind der Auffassung, die Umstellung auf die Bioproduktion habe keine Verbesserung des Betriebsergebnisses gebracht. Laut der umfangreichen Studie sind fast die Hälfte der aussteigewilligen Betriebe Milchviehbetriebe. Diese machen bei den biotreuen Betrieben nur knapp ein Viertel aus.

Im Jahr 2005 gab es in der Schweiz 6‘420 Biobetriebe, 6114 davon produzierten nach den Knospe-Richtlinien der Bio Suisse. Im letzten Jahr gab es noch 5‘935 Biobetriebe und 5‘499 Knospe-Betriebe. Die Bio Suisse will mit einer Bio-Offensive auf diese Entwicklung reagieren: Mit Beratung und Bildung, mit einer Revision der Richtlinien und verbessertem Beschaffungsmarketing soll der Biolandbau wieder attraktiver werden.
„Ein- und Ausstieg im Biolandbau“, ART-Schriftenreihe 13, Oktober 2010

Schweinepreis auf historischem Tiefstand

03.11.2010 – (lid) – Der Preis für Schlachtschweine befindet sich auf einem neuen Rekordtiefstand.
Der aktuelle Preis für Schlachtschweine QM liegt mit 3.30 Franken pro Kilo Lebendgewicht auf einem historischen Tiefstand. Vor zwei Jahren lag der Preis zur selben Jahreszeit noch bei 5 Franken pro Kilo. Grund für den Preiszerfall ist die derzeitige Überproduktion von Schweinen. Aufgrund der tiefen Preise können in der Schweinehaltung zurzeit nur rote Zahlen geschrieben werden, wie Christian Oberli, Präsident der Fachkommission Markt von Suisseporcs, in einem Interview mit dem Schweizer Bauer sagte.

Schweiz tritt internationalem Kakao-Übereinkommen bei

03.11.2010 – (lid) – Der Bundesrat hat die Unterzeichnung des internationalen Kakao-Übereinkommens beschlossen.
Durch das neue Übereinkommen sollen die Kakaoqualität erhöht, der Umweltschutz gestärkt sowie die sozialen Bedingungen der Arbeiter verbessert werden, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in einer Medienmitteilung schreibt. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Kleinproduzenten, die erleichterten Zugang zu Krediten erhalten sollen.

Erstmals repräsentative Zahlen zum Vorkommen von Zoonoseerregern

(Deutsches Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL 28.10.2010) Zoonosen sind Krankheiten bzw. Infektionen, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können – sei es durch direkten Kontakt oder indirekt, beispielsweise über Lebensmittel. Die Übertragung über Lebensmittel spielt bei einigen bedeutenden Zoonosen, wie der Salmonellose, eine wichtige Rolle. Um effiziente Massnahmen gegen lebensmittelbedingte Zoonosen ergreifen zu können, müssen ausreichend Informationen zum Vorkommen der Erreger zur Verfügung stehen. Hierzu leistet das im Jahr 2009 erstmalig von den Ländern durchgeführte Zoonosen-Monitoring einen wichtigen Beitrag. Den Bericht dazu hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nun veröffentlicht.

Die Daten über das Auftreten von Zoonoseerregern in Lebensmitteln und Tieren beruhen auf 5.474 Proben, die von den Ländern im Rahmen der Lebensmittel- und Veterinärüberwachung im Jahr 2009 in Erzeugerbetrieben, in Schlachthöfen und im Einzelhandel genommen und untersucht wurden. Zu der Gruppe der Zoonoseerreger gehören u.a. Salmonellen, Campylobacter und Verotoxinbildende E. coli (VTEC), auf welche im Rahmen des Zoonosen-Monitorings 2009 hin untersucht wurde. Weiterhin wurden im Rahmen des Antibiotikaresistenzmonitorings 2.826 Isolate der genannten Zoonoseerreger, Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und kommensale E. coli (Bestandteil der normalen Darmflora) auf ihre Resistenz gegen antimikrobielle Substanzen untersucht.

Die bundesweit durchgeführten repräsentativen Untersuchungen von frischem Fleisch und Fleischzubereitungen im Einzelhandel zeigten beispielsweise, dass bei frischem Hähnchenfleisch (7,6 Prozent) und Hähnchenfleischzubereitungen (7,4 Prozent) häufiger Salmonellen nachgewiesen wurden als bei frischem Putenfleisch (5,8 Prozent), Putenfleischzubereitungen (5,3 Prozent) und Hackfleisch vom Schwein (5,0 Prozent). In frischem Schweinefleisch (1,4 Prozent) und Schweinefleischzubereitungen (1,3 Prozent) traten Salmonellen dagegen seltener auf. Frisches Kalbfleisch wies mit 0,5 Prozent positiver Proben eine niedrige Kontaminationsrate auf. In keiner der untersuchten Kalbfleischzubereitungen wurden Salmonellen gefunden.

Die Untersuchungen von frischem Fleisch auf Campylobacter spp. auf Ebene des Einzelhandels zeigten, dass frisches Hähnchenfleisch (47,0 Prozent) und Hähnchenfleischzubereitungen (23,2 Prozent) am häufigsten kontaminiert waren. Auch bei frischem Putenfleisch (19,5 Prozent) konnte relativ häufig Campylobacter spp. festgestellt werden. In Zubereitungen aus Putenfleisch (4,8 Prozent) wurden die Erreger seltener gefunden. Frisches Kalbfleisch (0,3 Prozent) wies nur zu einem geringen Prozentsatz eine Kontamination mit Campylobacter spp. auf, während die Erreger in Kalbfleischzubereitungen nicht gefunden wurden. Frisches Schweinefleisch (0,3 Prozent), Schweinefleischzubereitungen (0,5 Prozent) und Hackfleisch vom Schwein (0,4 Prozent) waren ebenfalls nur selten mit Campylobacter spp. belastet.

Da das Zoonosen-Monitoring im Jahr 2009 erstmalig nach den Regularien einer Verwaltungsvorschrift durchgeführt wurde, gibt es keine direkten Vergleichszahlen aus den Vorjahren. Das Monitoring gibt aber Hinweise darauf, auf welchen Stufen der Lebensmittelkette eine Kontamination mit den verschiedenen Zoonoseerregern besteht. Insbesondere empfindliche Verbrauchergruppen, wie Kleinkinder, Schwangere und alte Menschen sollten bei der Zubereitung von Lebensmitteln stets eine angemessene Lebensmittel- und Küchenhygiene einhalten.

Hintergrundinformation

Basierend auf der Richtlinie 2003/99/EG zur Überwachung von Zoonosen und Zoonoseerregern sind alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, repräsentative und vergleichbare Daten über das Auftreten von Zoonosen und Zoonoseerregern sowie diesbezüglicher Antibiotikaresistenzen in Lebensmitteln, Futtermitteln und lebenden Tieren zu erfassen, auszuwerten und zu veröffentlichen, um so Aufschluss über Entwicklungstendenzen und Quellen von Zoonosen und Zoonoseerregern zu erhalten. Dabei werden vor allem diejenigen Zoonoseerreger überwacht, die eine besondere Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen.

Die Ergebnisse aus dem Zoonosen-Monitoring bilden eine wichtige Basis für die Bewertung der derzeitigen Situation im Vergleich zum bisherigen Wissensstand sowie für die Bewertung von Entwicklungstendenzen. Sie verbessern die Grundlage für Risikobewertungen und erlauben es, zielgerichtete weitere Untersuchungen durchzuführen, deren übergreifendes Ziel es ist, Massnahmen zur Bekämpfung von Zoonoseerregern auf der am besten geeigneten Stufe der Lebensmittelkette ableiten zu können.

Das Zoonosen-Monitoring wird von den Ländern seit 2009 erstmals auf Grundlage einer Verwaltungsvorschrift bundesweit einheitlich jährlich im Rahmen der amtlichen Lebensmittel- und Veterinärüberwachung durchgeführt. Die von den Ländern erhobenen Untersuchungsergebnisse werden vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gesammelt, ausgewertet, zusammengefasst und im Bericht über die Ergebnisse des jährlichen Zoonosen-Monitorings veröffentlicht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet die Untersuchungsergebnisse und integriert sie zusammen mit allen anderen auswertbaren Zoonose-relevanten Daten in den Bericht über die Entwicklungstendenzen und Quellen von Zoonosen, Zoonoseerregern und Antibiotikaresistenzen, welcher nach den Bestimmungen des Artikels 9 der Richtlinie 2003/99/EG an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu übermitteln ist. Die EFSA prüft die Daten aller Mitgliedstaaten und veröffentlicht sie in ihrem jährlichen Bericht zu Zoonosen und lebensmittelbedingten Ausbrüchen in der EU, der die Grundlage für das Risikomanagement bezüglich Zoonoseerregern in Europa bildet.

Der Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2009 ist online abzurufen unter: www.bvl.bund.de/ZoonosenMonitoring