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WEEKENDNEWS 13. November 2010

EU: Importfleisch soll europäischen Tierschutznormen entsprechen / Kürzung der Verkäsungszulage gefährdet Wettbewerbsfähigkeit der Käsebranche / Nur noch 7% des Einkommens für Lebensmittel / Maximalwert für Salz in Lebensmitteln gefordert

von Foodaktuell Importer

EU: Importfleisch soll europäischen Tierschutznormen entsprechen

12.11.2010 – (lid) – Das Europäische Parlament will, dass Importe aus Drittländern den europäischen Tierschutzvorschriften entsprechen.
Damit will das EU-Parlament Wettbewerbsverzerrungen verhindern, wie Agra-Europe schreibt. Das Parlament fordert, dass die hohen Kosten für europäische Tierhaltungsbetriebe aufgrund der Tierschutznormen von den Mitgliedstaaten und der EU-Kommission berücksichtigt werden. Weiter verlangt das EU-Parlament Marktsteuerungsmechanismen für die Viehwirtschaft sowie eine Beschränkung von Preisschwankungen und Spekulation bei Agrarrohstoffen.

Kürzung der Verkäsungszulage gefährdet Wettbewerbsfähigkeit der Käsebranche

(Fromarte 12.11.2010) – Am 27. Oktober 2010 hat der Bundesrat in seiner Sitzung die Zulage für verkäste Milch auf den 1. Januar 2011 um 3 Rp. von 15 auf 12 Rp. je kg gekürzt. FROMARTE ist von diesem Entscheid enttäuscht, verschlechtert er doch die Konkurrenzfähigkeit von Schweizer Käse und bremst so die Käselokomotive. Die schlechten Dollar- und Eurowechselkurse verschärfen zudem die aktuelle Situation auf dem Käsemarkt und verhindern die dringend nötigen Preisanpassungen.

Der Entscheid des Bundesrates verschärft die Situation für die gesamte Wertschöpfungskette, besonders aber jene der Milchproduzenten. Die Zulage für verkäste Milch ist eine Zulage für die Milchproduzenten. Eine Kürzung dieser Zulage wird sich somit eins zu eins auf den Milchpreis auswirken. FROMARTE setzt sich dafür ein, dass im Rahmen der Parlamentsdebatte zum Budget 2011 die Senkung der Verkäsungszulage korrigiert wird.

Eine Milchmengensteuerung in Hand der Milchproduzenten, wie es die Motion Aebi vorsieht, kommt einem Angebotskartell gleich und schränkt dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Schweizer Milchbranche ein. FROMARTE ist überzeugt, dass eine Mengensteuerung nur funktioniert, wenn sie in der Verantwortung aller Markt- und Vertragspartner liegt. FROMARTE begrüsst die Neuausrichtung der BO Milch und wird als Mitglied deren Umsetzung vollumfänglich unterstützen.

Starbucks erneut als nachhaltigstes Unternehmen in Europa ausgezeichnet

Starbucks, 11. November 2010 – Die Starbucks Coffee Company wurde von den Kaffee-Experten der Allegra Strategies zum zweiten Mal in Folge als nachhaltigstes Unternehmen der europäischen Kaffeeindustrie ausgezeichnet. Führende Vertreter aus der Wirtschaft hatten Starbucks für die Auszeichnung nominiert. Starbucks gewann ausserdem den Preis als „Beste Coffeehouse Marke in Europa“. Die Auszeichnungen wurden auf dem diesjährigen European Coffee Symposium in Rom bekannt gegeben.

„Wir fühlen uns geehrt, dass unsere Bemühungen, den besten Kaffee zu servieren und das höchste Genusserlebnis zu bieten, erneut durch die Kaffeebranche Anerkennung finden“, sagt Buck Hendrix, Präsident von Starbucks für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika. „Die Auszeichnung honoriert vor allen Dingen aber auch, dass unsere Werte, wie beispielsweise der nachhaltige Kaffeeanbau, unser Engagement für die Umwelt oder die Einbindung unserer Coffeehouses und Partner in lokale Projekte, sich in unserer Arbeit widerspiegeln.“ Der Nachhaltigkeits-Award des Kaffeegewerbes ist einer der vielen Höhepunkte, mit dem Starbucks ein erfolgreiches Fiskaljahr abschliesst.

Starbucks ist der weltweit grösste Abnehmer von Fairtrade zertifiziertem Kaffee und verdoppelte 2009 die Einkäufe auf mehr als 18 Millionen Kilogramm. Jeden Tag werden bei Starbucks in den Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika über 300’000 Fairtrade zertifizierte Kaffeegetränke verkauft.

Starbucks™ Shared Planet™ ist die Verpflichtung von Starbucks für nachhaltiges Wirtschaften. Die Initiative umfasst Massnahmen zum ethisch korrekten Kaffeeeinkauf und zur Verringerung des ökologischen Fussabdrucks sowie das Engagement in lokalen Gemeinden rund um die Coffeehouses. Zu den Starbucks™ Shared Planet™ Richtlinien gehören spezifische Kriterien rund um die Themen Umweltverträglichkeit, Soziales und Wirtschaft, die unverzichtbar für das langfristige Wohlergehen der Kaffeefarmer sind.

Die Kriterien wurden 2004 ins Leben gerufen und zusammen mit Conservation International erarbeitet. Die mehr als 200 Starbucks™ Shared Planet™ Indikatoren werden von unabhängigen Prüfern unter Aufsicht von Scientific Certification Systems (SCS) bewertet. Allein im vergangenen Jahr konnte Starbucks über das Starbucks™ Shared Planet™ Programm mehr als eine Millionen Farmer und Arbeiter unterstützen.

Nur noch 7% des Einkommens für Lebensmittel

11.11.2010 – (lid) – Schweizer Haushalte geben noch rund sieben Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus.
Rund sieben Prozent des Haushaltsbudgets werden in der Schweiz für Lebensmittel ausgegeben.
Inklusive Alkohol und auswärtiger Verpflegung sind es deren 13 Prozent, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Die Zahlen gehen aus der Publikation „Vom Feld bis auf den Teller. Übersicht über die Lebensmittelkette.“ hervor, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht wurde.

2008 konsumierten die Schweizer 5,5 Millionen Tonnen Lebensmittel und Getränke. Im Schnitt gab ein Haushalt pro Monat 660 Franken für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke aus, weitere 460 Franken wurden für auswärtige Verpflegung und 70 Franken für Alkohol ausgegeben.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Lebensmittelproduktion in der Schweiz ist gross, so waren 2008 531‘500 Personen in der Lebensmittelbranche tätig. Jede achte beschäftigte Person in der Schweiz hat am Arbeitsplatz direkt mit Lebensmitteln zu tun.

Emmi übernimmt deutsche Joghurt-Marke

11.11.2010 – (lid) – Emmi übernimmt die Marke vom deutschen Lebensmittelunternehmen Dr. Oetker.
Onken setzt seine Joghurts hauptsächlich in Grossbritannien und Deutschland ab. Mit der Übernahme könne die Marktposition in diesen beiden Schlüsselmärkten deutlich gestärkt werden, schreibt Emmi in einer Medienmitteilung. Onken erzielt jährlich einen Umsatz von rund 75 Millionen Schweizer Franken und ist hauptsächlich auf Premium-Joghurts in Grosspackungen spezialisiert. Die Übernahme muss noch von der Schweizer Wettbewerbskommission und dem deutschen Bundeskartellamt bewilligt werden.

Syngenta und ETH Zürich schaffen Lehrstuhl für Nachhaltige Agrarökosysteme

11.11.2010 – (lid) – Der Agrochemiekonzern Syngenta bezahlt an die ETH Zürich zehn Millionen Franken zur Schaffung eines Lehrstuhls für Nachhaltige Ökosysteme.

Der geplante Lehrstuhl soll die wissenschaftlichen Grundlagen, die Ausbildung und den öffentlichen Dialog zu nachhaltiger Landwirtschaft verbessern, wie Syngenta und die ETHZ in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben. Der Lehrstuhl sei der erste Meilenstein der strategischen World Food System Initiative der ETHZ. Mit dem Beitrag von Syngenta können der Lehrstuhl sowie die dazugehörigen wissenschaftlichen Mitarbeiter für zehn Jahre finanziert werden.

Ernst Sutter AG nimmt Dünnschicht Photovoltaikanlagen in Betrieb

(Ernst Sutter 11.11.2010) – Am 11.11.2010 wurde die Photovoltaikanlage des innovativen Neubaus der Grossmetzgerei Ernst Sutter AG in Betrieb genommen. Neben dem
Einsatz von klimaneutralen Kältemittel, der Nutzung modernster Regeltechnik und Fernwärme aus der
nahegelegenen Kehrichtverbrennungsanlage, stellt die Solaranlage einen weiteren Meilenstein zur
Vollendung des Minergie® Frischfleischzentrums dar. Der Schweizer Minenergie®-Standard
fokussiert auf die Verbesserung des thermischen Komforts im Gebäude, die Werterhaltung und –
steigerung der Liegenschaften und die Senkung der Energiekosten bei gleichzeitigem Verzicht auf
fossile Brennstoffe, wie Erdöl, Gas und Kohle.

Aufgrund des niedrigen Temperaturkoeffizienten, bleibt die Leistung im Sommer bei steigenden
Modultemperaturen auch ohne Ventilation stabil, weshalb sich diese Technologie hervorragend für die
Gebäudeintegration eignet.
Die knapp 150 kWp grosse PV-Anlage produziert mehr als 140 MWh elektrischen Strom im Jahr und
vermeidet dabei mindestens 70 Tonnen Kohlendioxidemissionen, die durch fossile Brennstoffe sonst
entstehen würden.

Mit dem Minergie® Frischfleischzentrum setzt die Ernst Sutter Massstäbe. Das Investionsvolumen von
90 Millionen Franken unterstreicht das Engagement für eine produzierende Schweizer Landwirtschaft.
220 Mitarbeiter finden in dem Neubau Arbeit und der Gesamtenergiebedarf kann ohne fossile
Brennstoffe durch Fernwärme und sauberen Strom vom eigenen Dach gedeckt werden.

Maximalwert für Salz in Lebensmitteln gefordert

(Uni Queensland 2.11.2010) – Eine Verringerung der Salzmenge in industriell verarbeiteten Lebensmitteln kann laut einer Studie der University of Queensland http://www.uq.edu.au helfen, Herzerkrankungen zu vermeiden. Berechnungen haben ergeben, dass verpflichtende Beschränkungen der Salzmenge die Anzahl der Herzerkrankungen um 18 Prozent senkt. Das ist weit mehr als durch die bestehenden freiwilligen Grenzwerte erreicht werden kann.

Eine salzreiche Ernährung wird mit hohem Blutdruck in Zusammenhang gebracht, der seinerseits zu Herzanfällen oder Schlaganfällen führt. Erwachsene sollten maximal sechs Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen. Das entspricht in etwa einem Teelöffel.

Das Team um Linda Cobiac untersuchte die Wirksamkeit verschiedener internationaler Versuche, die Salzmenge in industriell verarbeiteten Lebensmitteln zu senken. Zahlreiche Länder wie Finnland, Amerika, Grossbritannien, Kanada, Frankreich, Australien und Neuseeland haben Programme zur Senkung der Salzmenge eingeführt. Sie basieren auf Angaben auf den Lebensmitteln und freiwilligen Beschränkungen.

Australien beispielsweise setzt auf ein sogenanntes Tick-Programm. Hersteller können ein entsprechendes Logo auf den Verpackungen anbringen, wenn sie die Salzmenge freiwillig senken. Die Wissenschaftler berechneten, dass der freiwillige Einsatz des Logos die Anzahl der Herzerkrankungen in Australien um fast ein Prozent senken könnte. Das ist mehr als das Doppelte von dem Wert, der mit Ernährungsempfehlungen allein erreicht werden kann.

Müssten alle Hersteller das Logo einsetzen, wären die gesundheitlichen Vorteile laut den Berechnungen der Wissenschaftler 20 Mal grösser. “Versagt die Verantwortlichkeit der Hersteller, gibt es vielleicht eine ethische Rechtfertigung für die Regierung einzuschreiten und ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden”, schreibt Cobiac im Fachmagazin Heart http://heart.bmj.com.

Victoria Taylor von der British Heart Foundation http://www.bhf.org.uk erklärte gegenüber der BBC, dass die Organisation auch ohne verpflichtende Grenzwerte Fortschritte gemacht habe. Da jedoch drei Viertel des Salzes, das wir zu uns nehmen, bereits in den gekauften Lebensmitteln enthalten ist, gelte es wachsam zu bleiben und zu verhindern, dass die Lebensmittelindustrie nicht wieder in die alten schlechten Gewohnheiten verfällt.

Katharine Jenner von Consensus Action on Salt and Health (CASH) http://www.actiononsalt.org.uk berichtete, dass Grossbritannien ein Pionier bei der freiwilligen Salzreduktion bei allen Lebensmitteln war. Dieser Ansatz war erfolgreich und hat den durchschnittlichen Salzkonsum der Bevölkerung bereits um zehn Prozent sinken lassen.