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Musterschüler Getränkekarton

Der Getränkekarton ist seit seiner Einführung in den fünfziger Jahren im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien sehr ökologisch. Trotzdem gibt es noch viel zu tun.

von Alimenta Import

Er gilt als umweltfreundlich, der Getränkekarton. Wenigstens ist der grösste Teil der Konsumenten dieser Ansicht. Die einen, weil sie aufgrund seines geringen Gewichtes überzeugt sind, er verschlinge bei der Herstellung wenig Ressourcen, die anderen, weil sie der Überzeugung sind, dass auch bei der Beseitigung (Verbrennung) dieser Getränkeverpackung Energie entsteht, die sinnvoll gebraucht wird.

Das von Auge Offensichtliche bleibt: Je mehr Material am Karton ist, sprich je mehr Convenience mit beispielsweise bequem grossen Trinköffnungen oder Single-Portionen-Verpackungen geboten wird, desto mehr fossile Rohstoffe sind zur Herstellung nötig und desto mehr CO2 setzt der Karton auch bei der Produktion und der Entsorgung frei. Dies belastet bekanntlich die Ökobilanz. Geht es nach dem Kyoto-Protokoll, so soll der CO2-Ausstoss verringert werden. Dieses Klimaschutzabkommen läuft in zwei Jahren aus. Obwohl klimapolitisch nach dem Gipfel in Kopenhagen Funkstille herrscht, sind CO2-Einsparungen vorgegeben. Möglicherweise werden in zwei Wochen am jüngsten Klimagipfel im mexikanischen Cancùn verbindliche CO2-Einsparungsziele vereinbart.

Rückverfolgbarer Rohstoff

Gegenüber der Produktion von anderen Verpackungsmaterialien wie der Glasproduktion oder PET, bei dem die Flaschen mit grossem Energieaufwand geblasen werden, wirkt der Energieaufwand der Kartonproduktion mit anschliessender Faltung respektive Abrollung in der Abfüllmaschine geradezu bescheiden.

Der Getränkekarton gilt seit seiner Erfindung  in den fünfziger Jahren als ökologisches Vorzeigemuster, da er zu 75% aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz besteht. Die Verpackungsfirmen strengen sich dennoch an, diesen noch ökologischer zu machen. Auch mit Massnahmen, die nicht in erster Linie CO2-Einsparungen zum Ziel haben. So stellt der Branchenleader Tetra Pak seine Kartons seit diesem Sommer nur noch aus FSC (Forest Stewardship Council)-zertifiziertem Holz her.

Der Milchverarbeiter Emmi verkauft die­se Verpackungen aus FSC-zertifiziertem Karton. Zurzeit werden laut Pressesprecherin Monika Senn alle 1- und 1,5-Liter-Milch­packungen umgestellt. Längerfristig sollen zahlreiche weitere Produkte folgen.

Damit der Getränkekarton das FSC-Logo tragen darf, müssen neben dem Forstbetrieb alle weiteren Unternehmen – von der Papierfabrik bis zum Verpackungshersteller – nach den FSC-Standards zertifiziert sein.