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Capricornbrot erhält BioSuisse Förderpreis 2010

BioSuisse prämiert mit dem Alpinavera-Brot «Capricorn» ein Projekt, das einen Beitrag zur Stärkung des Bio-Getreideanbaus in der Schweiz und vor allem in den Bergregionen leistet.

von Foodaktuell Importer

Capricornbrot der Churer Bäckerei Bühler

Der fünfte Bio Suisse Förderpreis geht an den Verein alpinavera für dessen
innovatives Brotkonzept, das dem Bio-Getreideanbau in der Schweiz und insbesondere in
den Bergregionen neue Perspektiven eröffnet.

Der Verein alpinavera setzt sich aktiv für die Vermarktung von regionalen Alp- und Bergprodukten ein, um den
Konsumenten die Vielfalt von Spezialitäten aus den Bergen näher zu bringen. Der von Bäuerinnen und Bauern
getragene überkantonale Verein hat mit der Lancierung des Capricorn-Brotes aus Knospe-Berggetreide sein
erstes Eigenprodukt auf den Markt gebracht. Capricorn ist das rätoromanische Wort für Steinbock, dessen
Horn als Formvorlage diente.

Der Vertrieb der für den Teig verwendeten Bio-Mehlmischung erfolgt über die
Genossenschaft Gran Alpin in Tiefencastel, welche knapp 50 Knospe-Getreidebauern vereint.
„Der Getreideanbau in den Bergen und in der Schweiz ist zunehmend dem Preis- und Liberalisierungsdruck
ausgesetzt. Ein geniales Brot wurde erfunden, das diesem Trend entgegengewirkt“.

In ihrer Laudatio hob
Jurypräsidentin Maya Graf, Biobäuerin und Nationalrätin, hervor, dass alpinavera einen unternehmerischen
Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Biolandbaus leiste: „Aus ökologischer Sicht, weil das Getreide nach
Knospe-Richtlinien produziert wird. Aus wirtschaftlicher Sicht, weil die innovative Idee der unter
Liberalisierungsdruck stehenden Branche den Preis und den Absatz stützt, und aus sozialer Sicht, weil das
Capricorn-Brot mithilft, auf identitätsstiftende Weise die Kultur des Berggetreides zu erhalten.“

Mit seinem Konzept des Capricorn-Brotes steigert der Verein
alpinavera den Anbau von biologischen Produkten im Berggebiet und deren regionale Verarbeitung. Durch
ihre enge Zusammenarbeit nutzen die Mitglieder der Wertschöpfungskette vor Ort geschickt ihr
Synergiepotenzial.

Jasmine Said Bucher, Geschäftsführerin von alpinavera, betont: „Diese
Wertschöpfungsketten garantieren faire Preise, da man einander kennt, sich für das gleiche Ziel einsetzt und
dadurch weiss, dass man nur miteinander das Ziel eines erfolgreichen und lebenswerten Alltags im Berggebiet
erreichen kann.“

Gemeinsamkeit macht stark

alpinavera wird als überkantonaler Verein von Lebensmittelhandwerkern, Bäuerinnen und Bauern aus den drei
Kantonen Graubünden, Glarus und Uri getragen. Der Verein setzt sich ein für die Vermarktung von Alp- und
Bergprodukten und bringt dadurch den Konsumenten vermehrt die Vielfalt von Spezialitäten aus den
Bergregionen näher. Promotionen und verkaufsfördernde Aktivitäten werden direkt am Verkaufspunkt
umgesetzt.

Neben den absatzfördernden Aktivitäten entwickelt alpinavera eigene innovative Produkte, wie das
Capricorn-Brot und bietet allen Verarbeitern und Direktvermarktern ein gemeinsames Marketing an. Aktuell
bündelt der Verein mit 97 Vertragspartnerschaften mehr als 270 Betriebe mit einem Warenwert von rund 70
Mio CHF. Gut ein Drittel der 400 Produkte sind biozertifiziert und mit der Knospe von Bio Suisse ausgelobt.
Der Bioanteil ist steigend.
www.alpinavera.ch

Zum Bio Suisse Förderpreis

Mit dem Bio Suisse Förderpreis werden Personen oder Institutionen ausgezeichnet, die sich durch innovative und nachhaltige Leistungen
für die Entwicklung des biologischen Landbaus in der Schweiz einsetzen. Der Preis wird dieses Jahr zum fünften Mal vergeben.
Bio Suisse bezweckt mit diesem Preis die Stärkung des biologischen Landbaus sowie die Förderung von Angebot und Nachfrage nach
Produkten aus schweizerischer biologischer Produktion.

Bisherige Preisträger:

2006 – Initianten der „Alp de Lagh“ im Val Cama, Misox GR

2007 – Rosmarie Eichenberger, Initiantin der „Biowanderroute Prättigau“ GR

2008 – 19 Regionalprojekte der Fédération Romande de l’Agriculture Contractuelle de Proximité (FRACP)

2009 – Sativa Rheinau AG, Entwicklung eines weltweit ersten samenfesten Zuckermais.

Die diesjährige Jury:

Maya Graf, Biobäuerin und Nationalrätin;

Susanne Rothenbacher, Journalistin „Schweizer Familie“

Doris Schwarzenbach, stv. Geschäftsführerin Bio Suisse.

Projektleitung: Sabine Lubow, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit Bio Suisse

Den Biolandbau weiter stärken

91 Delegierte von Bio Suisse sprachen sich mit der Verabschiedung verschiedener Massnahmen für die
Weiterentwicklung und Stärkung des Biolandbaus aus. Ein deutliches Zeichen setzten sie mit dem Entscheid,
mit CHF 150‘000 zusätzliche Mittel in die Unterstützung der biologischen Züchtungsarbeit für Nutzpflanzen
und Nutztiere zu investieren. Dies bietet für die Saatgut beispielsweise die Möglichkeit, krankheitsresistente
Sorten zu züchten, die sich für den pestizidfreien Anbau eignen.

Zudem reduziert Biosaatzucht auch die
Abhängigkeit der Landwirtschaft von so genannten Hybridsorten der internationalen Saatgutkonzerne. Die
Delegierten beschlossen weiter, künftig zusätzliche Mittel in die Stärkung der Mitgliederorganisationen von Bio
Suisse zu investieren. Zusammen mit Bio Suisse werden diese mit verschiedenen Projekten die Attraktivität des
Biolandbaus insbesondere für Umstellbetriebe im Bioackerbau und bei Spezialkulturen steigern.

Bio Suisse über sich selbst

Bio Suisse ist die führende Bio-Organisation der Schweiz und Eigentümerin der Marke Knospe. Der 1981 gegründete Dachverband
vertritt die Interessen seiner 5‘600 Knospe-Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe. Zudem stehen 750 Verarbeitungs- und
Handelsbetriebe unter Knospe-Lizenzvertrag. Alle Betriebe werden regelmässig von unabhängigen Stellen in Bezug auf die Einhaltung
der strengen Bio Suisse Richtlinien kontrolliert und zertifiziert. Knospe-Produkte garantieren einen hohen Produktionsstandard und stehen
für Geschmack und Genuss. (Text: Biosuisse)