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WEEKENDNEWS 20. November 2010

Eugenio Simioni wird neuer Chef von Nestlé Schweiz / Europäische Fleischverarbeiter wollen Ebermast steigern / Emmentaler AOC zum besten europäischen Käse erkoren / Resistente MRSA-Bakterien breiten sich aus

von Foodaktuell Importer

Eugenio Simioni wird neuer Chef von Nestlé Schweiz

19.11.2010 – (lid) – Eugenio Simioni übernimmt das Amt per 10. Januar 2011 von Roland Decorvet.
Der 44-jährige Simioni ist seit 1989 für Nestlé tätig und arbeitete unter anderem in Australien und Korea für das Unternehmen, wie Nestlé in einer Medienmitteilung schreibt. Zuletzt war er für das interne Audit tätig. Sein Vorgänger Roland Decorvet übernimmt nach drei Jahren an der Spitze von Nestlé Schweiz die Direktion für die Region China, wo er zuvor bereits zwölf Jahre gearbeitet hatte.

Europäische Fleischverarbeiter wollen Ebermast steigern

Die beiden Fleischverarbeiter Tönnies und Vion wollen die Produktion von Eberfleisch steigern.Zurzeit schlachtet Tönnies, einer der grössten deutschen Fleischverarbeiter, pro Woche zwischen 12‘000 und 14‘000 Eber, wie Agra-Europe schreibt. Laut dem Abteilungsleiter für Landwirtschaft von Tönnies ist die Nachfrage nach dem Eberfleisch gross und die Produktion soll ausgedehnt werden. Ähnlich sieht es beim niederländisch-deutschen Verarbeiter Vion aus. Die Nummer Eins der Fleischvermarktung in Deutschland und den Niederlanden schlachtet pro Woche rund 35‘000 Eber. Experten gehen davon aus, dass in den Niederlanden 2011 voraussichtlich sämtliche grossen Einzelhändler und Foodservice-Betriebe auf Eberfleisch einschwenken und rund 40 Prozent der männlichen Schweine als Eber gemästet werden. (LID 15.11.2010)

Emmentaler AOC zum besten europäischen Käse erkoren

15.11.2010 – (lid) – Gérard Sinnesberger aus dem St. Gallischen Gams hat mit seinem Emmentaler AOC an der Europameisterschaft die Goldmedaille gewonnen.
300 verschiedene Käse traten vom 11. bis 13. November im österreichischen Hopfgarten zur Käsiade, der Europameisterschaft der Käsebranche, an. Als Sieger über alle Kategorien ging der Emmentaler AOC von Käser Gérard Sinnesberger hervor.

Ein weiteres Top-Resultat erzielte Ruedi Studerus aus Thundorf, dessen Emmentaler AOC in der Kategorie Käse mit Propionsäuregärung die Goldmedaille holte.
Die Käsiade ist laut Emmentaler Switzerland neben dem World Championship Cheese Contest in Wisconsin (USA) und dem Swiss Cheese Award der wichtigste Branchenwettbewerb.

Lidl setzt Preissenkungen am Schweizer Markt fort

(Lidl 14. November 2010) –
Lidl Schweiz setzt am Montag, 15. November,
seine Preissenkungsrunden fort und unterstreicht damit seine Position
als Motor für Preissenkungen. Zum vierten Mal in Folge sinken die
Preise für meist verkaufte Produkte deutlich. Diesmal sind es zum
Beispiel Rapsöl, Hinterschinken oder Danone Activia Joghurts. Damit
hat Lidl im Jahr 2010 über 400 Artikel des insgesamt ca. 1’800
Artikel umfassenden Sortiments dauerhaft im Preis gesenkt.

Die Dauerpreissenkungen ergänzen die attraktiven Wochenaktionen
von Lidl. Mit der aktuellen Preissenkungsrunde zeigt Lidl Schweiz,
dass dauerhafte Preissenkungen auf wichtige Artikel des täglichen
Bedarfs in der Schweiz möglich sind. So kostet beispielweise ein
Liter Rapsöl noch 3.79 Franken anstatt 3.99 Franken. Tiefgekühlter
Alaska Seelachs paniert (MSC-zertifiziert, 800g) kostet ab Montag
statt 7.99 Franken noch 7.49 Franken und das Deospray (150 ml) von
“Fa” gibt es für 4.99 Franken anstatt 5.29 Franken.

Geschäftsleitungsvorsitzender Andreas Pohl: “Lidl bietet seinen
Kunden damit bei häufig gekauften Artikel des täglichen Bedarfs
Tiefstpreise, die das Portemonnaie der Kunden schonen. Weil der Kunde
bei uns im Fokus steht, bringen wir mit unserer Preisoffensive
Bewegung in den Schweizer Markt. Diese Form der Kundenorientierung
werden wir weiter verfolgen.”

Resistente MRSA-Bakterien breiten sich aus

(BFR 9.11.2010) – Methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA) breiten sich auch bei Schweinen, Rindern und Geflügel aus. In 2004 wurde der MRSA-Stamm ST398 erstmalig in den Niederlanden und im Münsterland entdeckt. Vermutlich war er in einem Schweinestall durch Mutation entstanden – seither taucht ST398 in immer mehr Betrieben auf. In Deutschland tragen mittlerweile 58 % der geschlachteten Schweine den Keim. Seit 2007 wird ST398 auch bei Mastkälbern und Pferden häufig gefunden. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge wird ST398 in Milchkühen seit 2008 beobachtet.

Geflügel ist ebenfalls bereits mit ST398 infiziert. Aufgrund der neuen Entwicklung rief die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EBLS/EFSA) eine Task Force ein. Diese veranlasste in 2008 eine EU-weite Untersuchung in Schweinezuchtbetrieben. Dabei schnitt Deutschland mit am schlechtesten ab: Fast in jedem zweiten untersuchten Bauernhof konnten die resistenten MRSA-Keime im Stallstaub nachgewiesen werden, wie Ende 2009 bekannt wurde. In Belgien und Spanien sind die Tiere ähnlich hoch belastet. Dagegen waren Ställe u. a. in Finnland, Bulgarien, Grossbritannien und Schweden MRSA-frei.

Laut Bernd-Alois Tenhagen (BfR) ist es sehr wahrscheinlich, dass der Erreger sich über den Handel mit Jungsauen verbreitet. Da die Tiere trotz MRSA in der Nase vollkommen gesund sind, „hatte der Erreger ideale Bedingungen, sich als blinder Passagier undercover auszubreiten“. Ebenso unbemerkt konnten die Bakterien in die menschliche Nahrungskette eingeschleppt werden. Das BfR sowie die Landesbehörden erheben aktuell, wie stark Fleisch und Milch mit den widerstandsfähigen Bakterien belastet sind.

Einer Untersuchung aus den Niederlanden zufolge sind die MRSA – wenn auch in geringer Zahl – in rohem Fleisch der Tiere zu finden. Tenhagen geht aber davon aus, dass diese Menge nicht ausreicht, um dem Konsumenten gefährlich zu werden. Laut Infektionsforscher Georg Peters (Institut für medizinische Mikrobiologie der Universität Münster) sind 23 % aller deutschen Schweinelandwirte MRSA-positiv. Auch Tierärzte und Schlachter infizieren sich häufig mit dem Erreger. Die Experten glauben, dass die Bakterien im direkten Kontakt mit den Tieren übertragen werden.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): „Tiere und rohes Fleisch sollten nicht mit dem Mund berührt und die Hände nach dem Kontakt gründlich mit Seife gewaschen werden.“

Migros: Kaffee aus nachhaltiger Produktion

(MGB 8.11.2010) – Die Migros hat ihr gesamtes Kaffee-Basissortiment
auf sozial- und umweltverträglich angebauten Kaffee umgestellt. Sie
arbeitet dazu mit der Non-Profit-Organisation Utz Certified zusammen.

Als erste Grossverteilerin der Schweiz hat die Migros sukzessive
das gesamte Basissortiment auf nachhaltigen und sozialverträglichen
Kaffee umgestellt. “Der Konsument wird zunehmend kritisch. Er möchte
wissen, unter welchen Bedingungen ein Produkt hergestellt wurde”,
sagt Roland Peter, Category Manager Frühstück im
Migros-Genossenschafts-Bund. Die Migros hat sich zu einem
nachhaltigen Handeln verpflichtet und Nachhaltigkeit zu einem ihrer
Werteversprechen gemacht. Und dieses hält sie auch, wie nicht zuletzt
die Wahl zur nachhaltigsten Detailhändlerin der Welt im Jahr 2009
gezeigt hat.

“Utz” kommt aus der Sprache der Maya und bedeutet “gut”. Gut ist,
dass Utz Certified einen nachhaltig angebauten Kaffee garantiert und
trotzdem – oder gerade deshalb – marktorientiert ist. Denn Utz
Certified verlangt von ihren Partnern nicht nur die Einhaltung
ökologischer und sozialer Kriterien, sie unterstützt die Bauern auch
darin, ihre Arbeit professionell anzugehen. Dank verbesserten
Anbaumethoden kann der Kaffeebauer den Ertrag und die Qualität seiner
Ernte steigern und dadurch mehr Geld verdienen.

Zusätzlich erhält er
vom Käufer seiner Ernte eine Prämie. Im 2009 haben
Utz-Certified-Bauern Prämien in der Höhe von 10,5 Millionen Dollar
bekommen. Das Programm steht jedem Kaffeebauern offen, unabhängig von
der Grösse seines Betriebs oder dem Standort der Plantage. Dadurch
kann die Migros weiterhin ihre bisherigen Produzenten
berücksichtigen. Einzige Voraussetzung ist, dass sie sich
zertifizieren lassen.

Der Kaffee wird durch den Mehrwert für die Kundinnen und Kunden nicht
teurer. Der Aufpreis wird von der Migros und der
Migros-Kaffeerösterin Delica getragen.

Die Umstellung von konventionellem Kaffee auf Utz-zertifizierten
Kaffee hat rund ein Jahr gedauert und ist im Dezember 2010
abgeschlossen. Danach wird die Delica für das Migros-Basissortiment
nur noch nachhaltigen Kaffee verarbeiten. Bis im Frühjahr 2011 wird
dann auch in den Regalen der Migros-Filialen ausschliesslich dieser
Kaffee zu finden sein. Die Migros-Gastronomie-Betriebe servieren
bereits ab Dezember 2010 nachhaltigen Kaffee. Ausgenommen sind die
Angebote von M-Budget, Sélection, Migros Bio, Länderspezialitäten
sowie regionale Produkte.

Auch die Max-Havelaar Fairtrade-Kaffees mit ihrem umfassenden
Entwicklungsansatz für Mensch und Umwelt bleiben weiterhin wichtiger
Bestandteil des Sortiments, das Angebot wird unverändert
weitergeführt.

Utz Certified ist eine unabhängige internationale
Non-Profit-Organisation, welche sich für einen marktorientierten und
nachhaltigen Anbau von Kaffee, Kakao und Tee einsetzt und die
Rückverfolgbarkeit von Palmöl und bald auch Baumwolle sicherstellt.
2002 von einem guatemaltekischen Kaffee-Anbauer und einem
europäischen Kaffee-Röster gegründet, ist Utz Certified heute eines
der grössten Kaffeezertifizierungssysteme weltweit.
Utz-zertifizierter Kaffee wird in 21 Ländern angebaut und in 42
Ländern verkauft.

Das Label Utz Certified steht für ökologische, soziale und
ökonomische Nachhaltigkeit. Für die Zertifizierung müssen die
Produzenten Kriterien zur Verbesserung von Umwelt- und
Arbeitsbedingungen einhalten. Zum Beispiel müssen sie für einen
geringeren Wasserverbrauch und minimalen Düngereinsatz sorgen und den
Arbeitern Zugang zu medizinischer Versorgung und zu sauberem
Trinkwasser gewähren. Im Gegenzug erhalten die Bauern eine Prämie und
werden unterstützt, ihre Arbeit professioneller anzugehen.
www.utzcertified.org

Kaffee-Markt: Die Migros ist mit einem jährlichen Kaffee-Volumen
von über 10’000 Tonnen (davon 450 Tonnen Max-Havelaar-Kaffee)
Marktführerin in der Schweiz. Der Kaffee wird vom Migros-Unternehmen
Delica AG eingekauft und geröstet. www.delica.ch

Kennzeichnung und Auslobung
von “Stevia”

(BAG 27.10.2010) – Das BAG erteilt seit einiger Zeit Einzelbewilligungen für die aus der Steviapflanze gewonnenen Steviol Glykoside. In der EU steht eine Zulassung
als “novel food” unmittelbar bevor. Einzig Frankreich hat bislang eine nationale Zulassung erteilt. Im Informationsschreiben Nr. 158 vom 8. Oktober 2010 umschreibt das BAG, wie dieser neue Süssstoff zu kennzeichnen ist und welche Anpreisungen
erlaubt sind. Es reagiert damit
auf Beanstandungen seitens der kantonalen Vollzugsorgane, über die noch nicht rechtskräftig entschieden ist.

Der aus der Steviapflanze gewonnene Süssstoff ist schon seit längerer Zeit – allerdings ohne die erforderliche Zulassung – auf dem Markt erhältlich. 2008 hat das JECFA
(Joint FAO/WHO Expert Committee
on Food Additives) die Steviol Glykoside als Zusatzstoff beurteilt, einen ADI-Wert von 0 – 4 mg/kg Körpergewicht festgelegt und Spezifikationen
bezüglich der Steviol Glykosid-Zusammensetzung und der Reinheitsanforderungen definiert. Gestützt darauf erteilt das BAG Einzelbewilligungen für die Verwendung
dieses Süssstoffes (vgl. Informationen
unter www.bag.admin.ch/themen/lebensmittel/04861/04972/index.html?lang=de).

Mit dem Informationsschreiben Nr. 158 reagiert das BAG auf einen gewissen Wildwuchs bei den Anpreisungen
dieses Zusatzstoffes. Während Zusatzstoffen in der Regel
eher ein negatives Image anhaftet,
verhält es sich bei Stevia offenbar umgekehrt. Stevia hat bei den Konsumenten einen guten Ruf, was auch entsprechend beworben wird. Dem will das BAG den Riegel schieben. Jeder Hinweis auf den natürlichen Ursprung der Steviol Glykoside soll untersagt werden, ebenso Hinweise wie “mit Stevia (gesüsst)”, “Süssstoff aus Stevia” oder Abbildungen der Steviapflanze
auch nur in stilisierter Form.

Erlaubt
sind einzig Aussagen wie “mit Steviol Glykosiden”, “mit Rebaudiosid
A”, “mit Steviol Glykosiden aus Stevia” sowie “Süssstoff Steviol Glykoside aus Stevia”. Diese Einschränkungen
sind massiv und betreffen
eine Vielzahl von heute auf dem Markt befindlichen Produkten. Da eine generelle Zulassung in der EU kurz bevorsteht und wohl kaum an derartige Auflagen geknüpft sein wird, stellt sich die Frage, ob dieses Informationsschreiben unter dem “Cassis-de-Dijon”-Prinzip Bestand haben wird.